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Der bärtige Engel von Marianne Kuhn-Ryser

Vor vielen Jahren, als ich noch auf der Suche war und noch nicht wusste, dass ich in Jesus Christus den Frieden, Halt und Schutz finden werde, den ich so sehr vermisste, begegnete mir in der Stadt immer wieder ein bärtiger Mann, der etwas sonderlich wirkte.

Wenn er mich sah, drückte er mir jeweils einen Bibelvers oder ein Traktat über Gottes Fürsorge und Liebe in die Hand. Normalerweise machte ich (mache es immer noch) einen weiten Bogen um Menschen, die auf diese Weise auf mich zukommen.

Bei ihm war es anders, wir kamen ins Gespräch. Er erzählte mir davon, dass Gott heilen kann und warnte mich vor Homöopathie, Bachblüten und mancherlei Therapien und Gedankengebäuden, an die ich mich klammerte. Ich weiss noch, dass ich dachte: Der hat gut reden, wie soll ich loslassen, was mir scheinbar hilft?

Wie ein Engel begegnete mir dieser Mann immer wieder. Wie ein Engel, obwohl er keine Ähnlichkeit mit einem Engel hatte. Er erzählte mir, dass er in Deutschland Lokomotivführer gewesen war und einen schweren Unfall erlebt hatte; seither habe er nicht mehr arbeiten können. Das war alles, was ich über ihn wusste, und ich stellte ihm auch keine weiteren Fragen.

Er gab mir seine Telefonnummer. Als es mir einmal sehr schlecht ging, habe ich bei ihm angerufen. Ich erinnere mich, dass er mir den Psalm 23 vorgelesen hat, und er sagte mir, ich solle diesen in der Bibel suchen.

Ich staune im Nachhinein, wie mutig dieser Mann das Wort Gottes weitergegeben hat und wie zielsicher er auf mich zukam. Er war ein wichtiges Puzzleteil auf meinem Weg zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus.

Bin ich ein Puzzleteil für Menschen auf ihrem Weg zu Jesus? Ich will mutiger werden und hoffe und bete, dass auch ich auf meine Art das sein kann für andere, was dieser Mann für mich war!

marianne.kuhn-ryser@bluewin.ch