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"Erleichtertes" Fotografieren (oder die Wahl der richtigen Kamera)

Da kommt keiner von uns dran vorbei: Wir werden alle älter! Ich merke es besonders dann, wenn ich meinen über 8 kg schweren Foto- Rucksack zu den Motiven schleppe.

Es wäre doch schön, eine Kamera zu haben, die man immer dabei hat mit allem Zubehör (Objektive, Filter, Blitz usw..), die

  • über genügend Speicher verfügt, sehr gute Bildqualität liefert,
  • Video-Aufnahmen (mit 4 k Aufzeichnung) ermöglicht,
  • geeignet ist für alle Foto-Themen: Landschaft, Portrait, Makro usw..

Eine solche Kamera müsste also klein, handlich und leicht sein, damit sie jederzeit benutzt werden kann, denn was nützt es, wenn man ein schönes Motiv sieht, aber die Kamera mit der richtigen Ausrüstung nicht dabei hat!

Gibt es so etwas überhaupt?

Seit mehreren Jahren suche ich nach einer solchen Ideal-Kamera, und ich meine, ich komme immer näher ans Ziel.

Schon vor 2 Jahren nahm ich meine schwere Kamera-Ausrüstung nicht mit in den Erholungs-Urlaub nach Teneriffa, denn dort hatte ich bei den vergangenen Aufenthalten schon gute Fotos unter der Last meiner CANON-Ausrüstung gemacht. Und dieses Mal wieder alles mitschleppen? Nein!

Ich begnügte mich daher mit meinem iPhone 5s von APPLE und filmte alles Sehenswerte.

Techn. Daten: Speicher 32 GB, Retina Display, Geotagging, Kamera: 8 Megapixel, Gesichtserkennung, Video HD, Autofokus, LED-Blitz, usw.

Es sollte eine kleine Dokumentation zu einem schönen Urlaub werden. Ferner wollte ich den Film, wenn ich nach Hause komme, fertig bearbeitet in meiner Bibliothek speichern und auf dem großen TV-Bildschirm vorführen. Es gelang mir zwar, den Film zu erstellen und auf dem iPad - teilweise im Hotel (mit Online-Zugriff), teilweise im Flugzeug (lokal) - zu schneiden, nur mit der Vertonung haperte es, weil ich die passende Musik mal wieder nicht dabei hatte.

(der nachstehende Link führt auf YOUTUBE und gibt einen kleinen Ausschnitt aus meinem Teneriffa-Urlaubsfilm wieder)

Die kleinen Ausschnitte aus dem Film zeigen sehr schön einige Möglichkeiten des Filmens und des "Fingerschneidens". Man muss aber dabei besonders auf die Haltung der Kamera (Horizont usw.) und andere neue Gegebenheiten achten und neu lernen.

Es kam noch besser: Meine Frau und ich fanden soviel Spaß an der Sache, dass wir spontan beschlossen, einen kleinen Film für unsere Enkelin in Frankfurt zu "drehen". Der Film (nur 2 Minuten lang) wurde kurzfristig im botanischen Garten aufgenommen und im Hotelzimmer mit dem Programm "Pinnacle Studio Pro" (APPS für IPad) mit den Fingern geschnitten.

Von links nach rechts: Steuerleiste, Auswahlmenü für: Videos, Fotos, Übergänge, dann: Bildschirmanzeige mit Steuerleiste, darunter: Storyboard, Zeitleiste zum Schneiden, Tonspuren, Mischpult.

Per WLAN des Hotels wurde er dann in die "Dropbox" geladen und stand in Frankfurt über den entsprechenden Link zur Verfügung.

Meine Enkelin vor dem Bildschirm.

Bei allem Spaß und aller Freude gab es auch eine bittere Pille, die Qualität und (insbesondere) der Ton waren noch nicht ausreichend und sind sehr verbesserungswürdig. Besonders Bildausschnitte wurden pixelig. Aber auch an Erfahrungen beim Einsatz der "Handy-Kamera" mangelte es bei mir. Trotzdem beschloss ich, auch dieses Jahr (2016) nur das iPhone und mein iPad mit in den Erholungsurlaub zu nehmen, um dieses Mal Bilder zu schießen und fertig bearbeitet mit nach Hause zu bringen. Hier einige Bilder davon in Überblendmanier:

Im Hintergrund (hinter den Palmen rechts) unser Hotel.
Blick in das Zimmer.
Badezimmer
Blick vom Pool aus dem 5. Stock in die Stadt.
Vor dem Hotel liegt das Meerwasserschwimmbad "Martianez".
Blick in die Stadt "Puerto de la Cruz".
Ein kleiner Teil des Forts mit Verteidigungsmauer.
Kanone auf dem Fort
Verzierungen auf der Kanone
Heutige Ansicht des Hafens ...
Der Hafen von Puerto de la Cruz; abfotografiertes Foto!
Das Fort links und rechts das alte Zollhaus.
gelagertes Fischerboot.
Modelle von Fischerbooten im kleinen Museum.
Rotaugenfisch. Dieses Bild ließ sich problemlos auf das Format 60 x 40 cm vergrößern, ohne jegliche Qualitätsverluste!

Link: https://de.whitewall.com/fuji-crystal-dp-ii-ultra-hd

Kapelle "San Telmo".

Eine Auswahl guter Bilder stellte ich auf meine Website (www.mangelsen.de) und befragte Fotofreunde, mit denen ich das Thema oft diskutierte, nach ihrer Meinung.

Die zusammengefassten Ergebnisse

  • Franz-Peter Müllenholz: ... gute, leicht kräftige Farben ... Bildqualität: gut - sehr gut
  • Sigrid Burre: ... Bilder fototechnisch sehr gut ... Bildqualität kommt an die Grenzen ... Bilder sehr gesättigt (iPhone-typisch) ... Fazit: gute Alternative zum Schleppen!
  • Uwe Hintz: ... erstaunt über meist gute Bildqualität ... Farben zu stark gesättigt, zu plakativ ... teilweise starke Verpixelung ...
  • Manfred Glotzbach: ... ansprechende, schöne Erinnerungsbilder ... keine DSLR-Qualität ... Fotoqualität der Handys wird zunehmen ... wichtig: die richtige Foto-Apps einsetzen
  • meine Meinung: ... das "Immerdabei-Haben" (ohne Schleppen) ist ein großer Vorteil und ermöglicht unauffälligen Einsatz ... schon gute Qualität der Bilder, zumindest für dokumentarische Zwecke voll ausreichend ... das Fehlen der Darstellung mit Tiefenschärfe (z.B. beim Freistellen der Sujets) ist ein großes Manko, daher kann so schnell keine Qualitätsfotografie erreicht werden! ... die Bildbearbeitung über mitgeführtes Equipment und Apps LR mobile ist ein sehr großer Vorteil

Verbesserungswürdig sind:

Führung und Haltung des Smartphones (hier sind meine größten Probleme aufgrund meiner Verletzung der rechten Hand!):

  • Die Kamera sollte mit beiden Händen gehalten werden. Dabei wird über die rechte oder linke Hand die Steuerung vorgenommen.
  • Eine Verbesserung ist über entsprechende Hilfsmittel (z.B. "Selfiestick" o.Ä.) erreichbar. Entsprechendes Equipment findet man im Internet genug. Aber: Damit wird die Portabilität des Fotografierens wieder eingeschränkt!

Besseres Smartphone (Kamera):

  • Das iPhone 5s liefert eine noch nicht ausreichende Bildqualität und bietet nur 8 Megabit große Bilder der Frontkamera. APPLE-Objektive werden allgemein gelobt. Ein erstes Smartphone mit LEICA-Objektiven gibt es auch schon(HUAWEI).
  • Die Kamera sollte über mindestens 12 Megabit verfügen, damit dann in RAW fotografiert werden kann. (Das Sony Experia bietet sogar 24 Megabit) Hier sind allgemein aber noch Verbesserungen zu erwarten in Richtung eingelassene Tele- oder Weitwinkel-Objektive!
  • Der digitale Zoom muß unbedingt durch einen optischen Zoom ersetzt werden. Hier ist APPLE Vorreiter mit dem neuen i7 und zwei Objektiven.
  • Die Wahl der richtigen "Foto-APPS" ist ausschlaggebend. Die mitgelieferte Standard-APP ist nicht ausreichend. Gute Erfahrungen habe ich mit dem Kamera-Modul in der App von LR und "Kamera Pro" gemacht.
  • Aufsteckobjektive für Weitwinkel, Telezoom und Makrolinse sind zu kaufen, sollen aber keine guten Ergebnisse bringen. Hier lieber auf Weiterentwicklung warten, bis es eingebaute Objektive gibt.
  • Die Speicherbegrenzung stellt ein Problem dar, kann aber über WIFI-Festplatten oder Speicherchips und -Sticks schon gut gelöst werden.

Bildqualität:

  • Zunächst einmal muß man sich auf eine andere Art der Fotografie einlassen, denn Zoomen ist unbedingt zu vermeiden (also "Fuß-Zoom" = Zugehen auf das Objekt). Die Stärke dieser Art von Fotografie liegt im Mittel- bzw. Nahbereich. Da keine Blende nutzbar ist, sind Tiefenschärfe usw. als Gestaltungsmittel nicht anwendbar, was eine große Einschränkung der Kreativität bedeutet.
  • Je nach eingesetztem Smartphone sind die Bilder zu gesättigt oder weisen andere Farb-Probleme auf. Mein iPhone liefert sehr intensive Farben (Bonbonfarben a la KODAK). Eine Entsättigung in LR bringt Abhilfe. Auch eine "Kamerakalibrierung" ergibt eine Besserung.
  • TIFF- oder RAW-Formate helfen ein besseres Ergebnis zu generieren. Außerdem können alle Bilder in LR dann nachträglich entsprechend behandelt werden.
  • Mittlerweile gibt es eine Reihe von APPS/Programmen, die ein Rauschen und Pixeligkeit zusätzlich erheblich reduzieren.
  • Selbst Poster werden in einem gewissen Maße problemlos möglich (siehe Hinweis oben).

Bildbearbeitung und -Archivierung:

  • Hier ist LR (mit mobile) für beides ausgesprochen optimal. Sehr gut kann auch GOOGLE FOTO eingesetzt werden. Ein gutes Bildbearbeitungsprogramm ist "Snapseed".
  • Zum Workflow: Meine Handy-Fotos werden automatisch vom iPhone in LR mobile überführt und gelangen von dort direkt in die ADOBE-Cloud. Damit stehen sie zur sofortigen Bearbeitung auf allen Geräten und Systemen zur Verfügung (sofern Internet-Zugriff vorliegt)!

Fazit: Die Möglichkeiten der "Handy-Kamera" sind heute schon sehr vielfältig und werden von von einer breiten Masse genutzt. Nicht zuletzt schreckt aber folgende Meldung auf:

Auszug aus der Zeitschrift DOCMA.

Immer mehr "Gurus" der Fotografie (Pavel Kaplun, Calvin Hollywood, Jaworski usw. ) beschäftigen sich mittlerweile ausführlich im Internet auf Youtube mit dem Einsatz des Smartphones in der Fotografie. Es läßt sich absehen, dass weitere Entwicklungen in der Technik und Optik eine bessere Fotografie ermöglichen wird.

Ein heute schon unschlagbarer Vorteil der Smartphone-Fotografie: Die Kamera ist immer griffbereit dabei und Schleppen ist nicht nötig!

Fazit für mich:  Auch in Zukunft werde ich kleine Videofilme (von Familientreffen, Kegelausflügen, Erholungsurlauben usw.) mit dem Smartphone dokumentieren. Bilder werde ich dann damit machen, wenn ich gerade die DSLR-Kamera nicht mitgeschleppt habe. Die Weiterentwicklung werde ich im Auge behalten, damit ich rechtzeitig umsteigen kann.

Zusammengestellt und geschrieben am 27. November 2016.

Created By
Hubert Mangelsen, Hubert.mangelsen@web.de
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