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Geröll Steingeröll, überdurchnittliche Anhäufung von Blöcken

Die Bildung von Blockmeeren, wie das Steingeröll bezeichnet wird, hängt eng mit der letzten Eiszeit zusammen. Vor ca. 100.000 bis vor 10.000 Jahren herrschte die letzte Eiszeit über Europa.

Im Norden bildete sich an der Endmoräne des Eispanzers ein Urstromtal, in dem der heute die Weichsel fließt, die der letzten Eiszeit den Namen gab. Im Süden formte eine Gletscherzunge der Alpen das Becken des Würm-Sees, heute als Starnberger See bekannt. Das Land zwischen diesen Eispanzern war, zumindest in den Sommern, oberflächlich eisfrei. Der gefallene Winterschnee taute ab. Der Permafrostboden verhinderte aber ein Versickern des Schmelzwassers. Es entstand ein sehr schlammiges Erde-Wassergemisch. Aus Filmberichten über die Trundra im Frühjahr kennen wir solche Schlammerscheinungen. Bereits ab einem Gefälle von 1° beginnt eine solche Masse zu fließen und transportiert selbst große Felsblöcke talwärts, um sie dort zu konzentrieren. Während kleineres Material durch Regen ausgewaschen und fortgespült wurde, blieben die Blöcke an Ort und Stelle liegen.

Wenn heute manche Blockmeere, wie das kleine Felsenmeer in Steinau, nicht mehr in einem Tal liegen, sondern einen kleinen Hügel bilden, so hat eine Profilumkehr stattgefunden. Das Tal war durch die Geröllblöcke besser vor Erosion geschützt, als die Umgebung, folglich wurde das Gelände um das Blockmeer stärker abgetragen und das ursprüngliche Tal bildet heute eine kleine Erhebung. Das gleiche Phänomen kann man unter anderem am Otzberg beobachten. Im Schlund des Vulkans erstarrte Lava zu Basalt, der sehr hart und witterungsbeständig ist. Die Umgebung bot der Erosion nicht so viel Widerstand und wurde abgetragen. Der heute sichtbare Otzberg ist der erstarrte Lavapfropfen im Vulkanschlund und überragt als Landmarke die Umgebung.

Das kleine Felsenmeer in Steinau und das berühmte Felsenmeer in Reichenbach sind auf die gleiche Weise entstanden.

Im Schutz der Felsen siedeln sich viele Kleinlebewesen an, deshalb wurde das Gelände um das Steingeröll aus der wirtschaftlichen Nutzung genommen und komplett der Natur überlassen.

"Kleines Felsenmeer" bei Steinau

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