Alpe San Romerio besuch bei gino

Der Aufstieg!

Aufstieg ist leicht übertrieben, denn wir sind mit dem Fahrzeug hoch bis zum Naturparkplatz auf 1676 m gefahren und hatten bis zur Alpe gerade noch 117 Höhenmeter zu gehen. Trotzdem war auch der Weg bis zum Parkplatz schon spannend und lässt bei alpin unerfahrene Piloten den Puls höher schlagen. Ein schmales Asphaltband schlängelt sich von Brusio über Viano hinaus serpentinenförmig recht steil den Berg hoch. An vielen Stellen ist die Straße so schmal, dass zwei Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikommen können - dann muss ein Fahrer eine Ausweichstelle finden. Und dann? Nur nicht nach unten schauen. Hinter Viano geht es auf einer Naturstraße weiter bis zum Parkplatz. Wer sich die Auffahrt nicht zutraut kann auch das Postauto nehmen.

Vom Parkplatz bis zur Alpe sind es dann noch ca. 30 Minuten zu Fuß.

Spaziergang ums "Haus"

Am Rifugio wartet schon Gino mit einem Wellcomedrink, um dann gleich einen kleinen Spaziergang mit uns hoch zur Kirche San Remigio und darüber hinaus zu machen. Gino brennt darauf, uns sein kleines Paradies hier oben zu zeigen. Und tatsächlich, von der Hektik und Betriebsamkeit unten im Tal ist hier nichts zu spüren. Nur ab und zu hört man das Signalhorn des Bernina Express der Räthischen Bahn, wenn sich der Zug unten am See entlang durchs Tal schlängelt. Von hier oben wirkt es wie der Blick auf eine Modelleisenbahn.

San Romerio

Die Kirche San Romerio (früher San Remigio) wurde 1106 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Bischof von Como weihte die Kirche dem hl. Remigius. Damals dürfte es nur das Kirchenschiff geben haben. Chor und Turm kamen dann ab dem 15. Jahrhundert dazu. Zur Römerzeit verlief ein Saumpfad von Viano zum Berninapass. Die Kirche steht direkt an einer Abbruchkante und so gibt es bei den Einheimischen den Spruch: "Wer einmal vollständig um das Kirchlein läuft, wird niemals mehr krank."

Später entstand hier ein Kloster und ein Hospiz, das von Brüdern und Schwestern bewohnt wurde. Ihre Gebeine ruhen in einem Kellergewölbe der Kirche. Ihre Ruhe wurde leider von Vandalen gestört. Um weitere Plünderungen zu vermeiden, ist die Kirche heute abgeschlossen, kann aber besichtigt werden. Gino hat den Schlüssel unter Verwahrung.

Durch ein kleines Fenster fällt am 1. Oktober, dem Tag des heiligen St. Remigius, ein Sonnenstrahl auf die gegenüberliegende Wand auf eine Stelle, an der erst 1998 Fresken aus dem 11. Jahrhundert entdeckt wurden.

Auf dem Köhlerweg

Nach der Mittagspause, gestärkt mit Spezialitäten aus der Puschlaver Küche, nimmt uns Gino mit auf eine kleine Wanderung über den traditionellen Köhlerweg zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Alpe. Hier oben bereitet er einen neuen Platz für die Yogakurse vor, denn er findet, dass der Platz hier oben noch mehr zur Entspannung und Wohlbefinden des Einzelnen beiträgt. Seine Vision ist es, dass die Menschen wieder im Einklang mit der Natur leben und ihren natürlichen Rhythmus wieder finden. Bewegung und Meditieren in der freien Natur ist da sicher kein schlechter Ansatz. Schon der Weg hier hoch erdet und entspannt. Damit sich zum Plateau auch niemand verläuft und auf dem richtigen Weg bleibt, geben nicht zu übersehende Pfeile die Richtung vor.

Köhler sind hier nicht mehr aktiv, ihre Spuren aber noch allgegenwärtig.

Mystische Nächte

Den Sternen so nah.

Aktivitäten:

Die Alpe San Romerio eignet sich hervorragend als Stützpunkt für Bergwanderungen und Mountainbike-Touren. Auf ehemaligen Schmugglerpfaden (Via Alpina, Via Valtellina) kann sich jeder eine passende Tour aussuchen.

Mountainbiken

Wer sich jetzt fragt, was hat das alles mit Adventure zu tun, dem können wir nur sagen, weil es das hier eben auch gibt. Direkt an der Alpe San Romerio führt der Trans-Alterezia Biketrail vorbei. 5 Etappen, 215 Kilometer lang, 160 Kilometer Naturbelag, 46 Kilometer Singletrail. Anforderung und Kondition: schwer. Höhenmeter: Samnaun-Tirano: 7.200 m; Tirano-Samnaun: 8.800 m.

Wer es etwas gemäßigter haben will wählt den Rundkurs Poschiavo - San Romerio, mit 433 gekennzeichnet. 34 Kilometer lang, 1.200 m Höhenmeter, 23 Kilometer Naturbelag, davon 7 Kilometer Singletrail. Anforderung und Konditon: mittel.

In Reichweite sind darüber hinaus die Mountainbiketrails: Selva - Torn (24 km, mittel/mittel), Val da Camp (32 km, mittel/schwer), Poschiavino Trail (40 km, schwer/mittel) und Bernina Express (45 km, mittel/mittel).

Wandern

Auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten. Die Via Valtellina führt auf historischen Saumwegen direkt an der Alpe San Romerio vorbei. Außerdem gibt es vor Ort noch viele nicht nummerierte Wanderwege (rot-weiß-rot markiert) wie z.B.: von San Romerio hoch zum Pass Portun, Gehzeit 4 Stunden. Den Wanderweg Miralago - San Romerio - Piaz mit 3 Stunden Gehzeit und noch einige mehr. Bei der Touristinformation in Poschiavo, Adresse: Stazione Cavaglia, 7742 Poschiavo gibt es als Übersichtkarte eine "Sports Map" mit den Wanderrouten und Mountainbike Trails. Öffnungszeigen Montag bis Freitag von 09:00 - 12:00 und 14:00 - 17.00 Uhr. Samstag und Sonntag GESCHLOSSEN.

Yoga

Wer Interesse an den Yoga-Kursen hat und wissen will, wann und wo diese stattfinden, am besten direkt anfragen: Telefon: +41 (0)81 846 54 50. E-Mail: benvenuti@sanromerio.ch

Das Rifugio

Das Rifugio Alpe San Romerio wird seit 1829 von der Familie Bongulielmi bewirtschaftet und liegt auf einer sonnenverwöhnten Hangterrasse mitten in der Natur rund 800 Meter über dem Lago di Poschiavo. Heute kümmert sich Gino Bongulielmi mit seiner Familie um das "kleine Paradies", wie er es nennt.

Biergarten, Crott (eine Crott ist ein aus Trockenmauern gebauter Kuppelbau mit falschem Gewölbe und bestehend aus einer 3 Schichten - Gino nutzt eine als "Kühlschrank" für Lebensmittel und eine für die Haustechnik), Schlafsaal

32 Betten in 6 Zimmern - 1 Doppelzimmer, 1 Zweibettzimmer, 2 Dreibettzimmer, 1 Familienzimmer mit 6 Betten und ein Schlafsaal (oben im Bild) mit 16 Einzelbetten mit Tisch und Bänken stehen für Gäste bereit.

Typische kulinarische Köstlichkeiten à la Alpe San Romerio: Pizzoccheri, Crème Caramel und Polenta und dazu Luganighe (Grillwürste nach Tessiner Tradition) mit Gemüse aus dem Garten.

Pizzoccheri mit Gemüse und Käse ist eine aus Buchweizenmehl hergestellte traditionelle Teigware der Puschlaver Küche, sehr schmackhaft und eine gute, kräftige Grundlage für einen Tag in den Bergen. Zum Nachspülen dann noch einen mit Zapfen selbst angesetzten Grappa. Was will man mehr? In dem kleinen Restaurant werden ausschließlich regionale Köstlichkeiten angeboten, hausgemacht, mit vielen Zutaten aus dem eigenen Gemüse- und Kräutergarten. Küchenchef Adriano ist stolz darauf, alles frisch zubereiten zu können. Konservierungsstoffe braucht er nicht.

Servus

Zur Website der Alpe:

Created By
Herbert Worm
Appreciate

Credits:

© Adventure-magazin.de / Herbert Worm

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