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WAS BESCHÄFTIGT DIE PERSONALSZENE IN LEIPZIG?

Am 27. und 28. Februar 2020 fand das zweite HR BarCamp in Leipzig statt. 50 Personalverantwortliche aus dem Großraum Leipzig diskutierten aktuelle Themen wie den Umgang mit Fachkräftemangel, partizipatives Entscheiden und Private Affairs. Statt einer vorgegebenen Agenda wurden die Themen zu Beginn des BarCamps von den Teilnehmenden selbst kreiert. So entstand eine offene Diskussionskultur, vertrauensvoller Austausch und kritischer Blick auf gemeinsame Herausforderungen der Branche. Ganz besonders haben wir uns gefreut, dass unsere beiden Specials – die Sessions des Rosalinde e.V., sowie die Yogasession – bei allen Teilnehmenden auf großen Anklang trafen.

Nachfolgend findet ihr Eindrücke in Bildern und Statements des HR BarCamp 2020.

Svea Popovic und Svenja Biering

Recruiterinnen, EDAG Wolfsburg

Svea: Für uns war das ein völlig neues Format und wir fanden es gut, dass man hier aus verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Themen blickt. Bei uns in der Region gibt es so etwas nicht. Für uns besteht ein ganz großer Mehrwert darin, dass sich hier so viele Leute aus unterschiedlichen Branchen versammeln. Wir sind in Wolfsburg sehr automobillastig und gefühlt hat jede/r etwas mit dem Automobil zu tun. Dadurch fühlt es sich an wie in einem Mikrokosmos. Hier haben wir die Chance, neue Blickwinkel aus anderen Branchen kennenzulernen. Dadurch haben wir viele Denkanstöße mitgenommen und wir schauen, was wir davon umsetzen können.

Svenja: Wir sind beide im Recruiting ansässig und verstehen uns als Recruiterinnen aus Leidenschaft. Wir haben viele Erfahrungswerte unserer heutigen Kolleg*innen und viel Inspiration für uns mitgenommen. Insbesondere das Thema Teambuilding möchten wir noch stärker standortübergreifend in das gesamtheitliche Team bei uns einbringen. Es gab viele neue Ideen und neuen Input. Gestern saßen wir beim Essen zusammen und haben das alles Revue passieren lassen. Dabei haben wir noch einmal festgestellt, wie begeistert wir von dem Format und dem Netzwerken hier sind. Ich finde es schön, dass hier beim HR BarCamp alle so offen miteinander umgehen.

Sabine Synnatschke

Leiterin Patienten- und Belegungsmanagement, Uniklinikum Halle

Ich arbeite im Krankenhaus mit unglaublich vielen Menschen zusammen. Aktuell sind es 87 Leute, die ich leiten und mit denen ich gestalten darf. Wir machen dabei alles, von der Bettenplanung über Akquise bis hin zur Dienstleistung am Patienten – eigentlich alles außer Operationen durchführen. Ich muss das Team jeden Tag bei Laune halten und die Motivation aufrecht erhalten. Es ist wichtig, dass ich auch in stressigen Situationen immer einen klaren Kopf behalte, Entscheidungen treffe, aber dabei immer ein offenes Ohr habe.

Hier waren ein paar tolle Inspirationen dabei, die mir dabei helfen dieses Ziel zu erreichen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich auf dem richtigen Weg bin mit den Dingen, die ich schon im Kopf habe. Ich bin kein typischer HRler, nutze aber die Instrumente aus dem Bereich.

Aileen Jäger

Leiterin Personal, Communisystems-Care GmbH

In meiner Position bin ich für Entwicklung, Coaching, Training und Recruiting zuständig. Es ist ein hoher Workload, aber ich sammle viel Kraft aus dem Sport, aus meinen Kindern und meiner Familie. Bei uns wird mobiles Arbeiten unterstützt, daher kann ich mich gut strukturieren und organisieren. Ich habe so die Möglichkeit, Tage für das Recruiting zu blocken.

Ich habe schon sehr viel mit Prozessoptimierung und Kaizen gearbeitet. Heute war ich aber noch bei der Methode des Company Boards dabei und denke, das könnte man in unserem Umfeld besser adaptieren als einen Kaizen-Prozess, weil es einfach smarter ist. Gestern kam im HR BarCamp das Thema Fachkräftemangel auf, das uns alle beschäftigt. Dabei gab es tolle Ansätze. Den QR-Code kennen wir zwar schon alle, aber man könnte das mit Mitarbeiter*innen pinnen, die man als Karikaturen darstellt oder es um kleine Comicerzählungen um den QR-Code erweitern.

Heidi Köhler

Yogalehrerin

Ich möchte Yoga als Möglichkeit aufzeigen, aus seinem Hamsterrad herauszukommen und wieder mehr zu sich zu finden. Das Ganze passiert mit einer gewissen Tiefe. In der Fitness kann man natürlich auch zu seinem Körper finden, aber man spricht dabei mehr von oben herab auf seinen Körper ein, indem man sagt, man sei zu dick oder Ähnliches. Im Yoga geht es eher darum, über bestimmte Bewegungsabfolgen und mit einer gewissen Achtsamkeit dem Leistungsdruck zu entkommen und sich mit der Atmung zu verbinden. Über die Atmung können wir uns wiederum mit Körper und Geist verbinden. Wenn die Bewegung des Körpers dem Atem folgt, kann der Geist gar nicht anders, als dem zu folgen.

Tammo Wende und Christian Roßner

Berater, RosaLinde Leipzig e.V.

Christian: Ich finde die Idee des HR BarCamps sehr schön, da die Leute selbst eigene Ideen, Impulse und Erfahrungen einbringen können. Für unseren Bereich ist das ein gutes Format, da wir die Möglichkeit haben, Themen wie LGBTIQ* zu platzieren. Auch im Nachhinein gab es viele Nachfragen und auch in den Pausen hatten wir tolle Gespräche. Ich hatte gestern beim Abendessen ein sehr schönes Gespräch. Es ging darum, wie ich als Person Spuren von Rassismus und Homophobie durch eine gewisse Selbstkontrolle bzw. -achtung verhindern kann oder wie man sich entschuldigen kann, wenn es eben doch dazu gekommen ist. Ich hoffe, dass bei den Leuten ein Selbstverständnis dafür entsteht und man sorgsamer miteinander umgeht.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er hat über Jahrhunderte immer wieder vorgesetzt bekommen, dass LGBTIQ*s unnatürlich und schlechte Menschen sind und dass sie nicht zur Gesellschaft gehören. Das Thema war immer negativ konnotiert. Erst seit 20 oder 30 Jahren hat sich das gewandelt. Es gibt Unsicherheiten in Bezug auf bestimmte praktische Themen und wir müssen uns fragen, wie wir solche Dinge besser ansprechen können. Wir sehen uns als Dienstleistende, um diese Prozesse anzustoßen bzw. weiterzuführen, um allen Menschen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen – und das auch in der Arbeitswelt.

Tammo: Ich fand es schön zu sehen, dass es trotz sehr unterschiedlicher Kontexte so viele Sachen gab, die für uns interessant waren. Es war gut, nicht nur mit Leuten aus anderen Vereinen zu sprechen, sondern andere Formate kennenzulernen. Das fand ich sehr bereichernd. Ich finde es wichtig, das regelmäßig zu machen, da das auf vielen Ebenen einen Mehrwert hat.

Patricia Kreuzburg und Franziska Jäger

HR Manager, ekvip

Patricia: Ich finde die Inhalte der RosaLinde e.V. super. Mir ist dadurch bewusst geworden, wie wichtig es ist, als Unternehmen sichtbar zu machen, dass man dafür offen ist. Ich würde uns durchaus als offenes Unternehmen bezeichnen, da wir Kolleg*innen haben, die lesbisch, schwul, bisexuell oder anders sexuell orientiert sind. Aber dass man das auch nach außen tragen sollte und bspw. die Regenbogenflagge irgendwo sichtbar machen sollte, das war mir so vorher nicht bewusst. Aus diesem Grund habe ich aus dem Vortrag sehr viel mitgenommen und es ist wichtig, dafür ein Zeichen zu setzen.

Franziska: Ich fand es am ersten Tag etwas überraschend, dass dem Thema so viel Raum gegeben wird. Ich dachte auch, dass bei uns im Unternehmen alles offen ist und hielt das für selbstverständlich. Aber nach dem Vortrag war mir klar, dass wir noch weit davon entfernt sind, dass das selbstverständlich ist. Es gibt einen Unterschied zwischen Offenheit und Selbstverständlichkeit. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns und ich denke, das HR BarCamp ist genau der richtige Raum, um die Leute für das Thema zu sensibilisieren. 90 Prozent der Personen, die hier sind, werden wahrscheinlich mit solchen Themen konfrontiert, müssen da weiterdenken und sind offen dafür weiterzudenken.

Patricia: Ganz genau. Wir sind HR und wir sind diejenigen, die die Leute ansprechen und ins Unternehmen holen sollen. Daher müssen wir das Feingefühl haben.

Franziska: Im Nachhinein fand ich das Thema hier sehr passend und wichtig. Ich finde, Tammo und Christian haben sehr offen darüber gesprochen. Das war für mich in einem solchen Rahmen völlig neu, aber sehr gut.

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Wir danken allen Teilnehmenden und Sponsor*innen des HR BarCamp Leipzig 2020.

Dieses Event wurde von Effektrausch, einem Büro für Employer Branding und Storytelling, organisiert. Mehr zu unserer Arbeit und Herangehensweise findet ihr hier:

Credits:

Effektrausch