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"Bei der Germania steht vor allem die Förderung der Spieler im Vordergrund" Interview mit Tobias Zilligen

Seit Sommer 2020 ist Tobias Zilligen als Trainer und Jugendkoordinator für den Grundlagenbereich bei der Germania tätig. Mit dem Germania Echo sprach Tobias über die Ziele der Germania in der Nachwuchsarbeit, seine Aufgaben als Jugendkoordinator für den Grundlagenbereich und die zukünftigen Entwicklungen im Nachwuchsfussball.

Du bist seit ungefähr einem Jahr als Trainer verantwortlich für den Jahrgang 2009 bei der Germania. Vorher warst Du lange Zeit als Jugendtrainer bei der SG 99 Andernach unterwegs. Was waren Deine Beweggründe zur Germania zu wechseln und wie schätzt Du die Nachwuchsarbeit bei der Germania ein?

"Ich hatte drei wunderbare Jahre in Andernach und habe dort viele nette Leute kennengelernt. Durch mein Studium an der Hochschule in Koblenz und meinen damaligen Umzug nach Metternich war ich nicht davon abgeneigt, den Schritt in einen anderen Verein im Koblenzer Raum zu gehen. Dass es dann der Verein nur ein paar Straßen weiter ist, von dem ich eine Anfrage erhalte, kam mir natürlich zeitlich entgegen. Dabei waren mir jedoch auch weitere Punkte, wie engagierte und junge Trainer sowie Jugendmannschaften, die nach Jahrgängen getrennt sind, sehr wichtig. Die Germania ist ein Verein mit viel Tradition, der versucht nach schwierigen Jahren im Jugendbereich wieder oben anzuklopfen. Gleichzeitig steht die Entwicklung der Spieler im Vordergrund und nicht lediglich das nackte Ergebnis. Marco Weiler, der als sportlicher Leiter ständig erreichbar ist und bei Problemen weiterhilft, hat bei meiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt."

Was unterscheidet die Germania in der Nachwuchsarbeit von anderen Vereinen, in denen Du vorher als Trainer tätig warst? Wo liegen die Schwerpunkte in der Nachwuchsausbildung bei der Germania?

Wie gerade bereits angesprochen, steht bei der Germania vor allem die Förderung der Spieler im Vordergrund. Dazu zählt für mich die individuelle fußballerische Ausbildung, aber auch die Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit der einzelnen Spieler. Ich bin kein Freund davon, die Kinder schon in ihren jungen Jahren unter Druck zu setzen und nur Spaß zu haben, wenn wir gewinnen. Auch wenn Siege natürlich mehr Spaß bedeuten. Die Germania sieht das ähnlich und legt deshalb viel Wert auf ein forderndes, individuelles und kindergerechtes Training, indem jedes einzelne Kind ausgebildet und gefördert wird. Daher wurde auch nach langer Zeit das Nachwuchskonzept neu aufgelegt. Wir wollen möglichst viele eigene Jugendspieler in die 1.Mannschaft integrieren.“

Neben Deiner Funktion als Trainer der D-Junioren bist Du weiterhin als Jugendkoordinator für den Grundlagenbereich (Bambini-D-Junioren) verantwortlich. Wie kam es zu dieser Doppelfunktion und was genau sind Deine Aufgaben als Koordinator? Welche Ziele verfolgt die Germania mit der Installation eines Koordinators im Grundlagenbereich?

„Ich bin schon mit 16 Jahren Trainer geworden und habe früh angefangen, Mannschaften alleine zu trainieren und zu entwickeln. Der Trainerjob ist eine große Verantwortung und Vielen ist es gar nicht bewusst, welche Verantwortung sie gegenüber den Kindern haben. Meiner Meinung nach haben die Trainer im Grundlagenbereich viel mehr Aufgaben in ihrer Funktion, als den Kindern nur Fußball spielen beizubringen. Deshalb möchte ich unseren Trainern als Koordinator unter die Arme greifen und sie unterstützen. Ich helfe den Trainern bei Umsetzung des Trainingsbetriebs, stehe ihnen bei organisatorischen Fragen zur Verfügung und plane gemeinsam mit den Trainern den Kader und die sportlichen Ziele für die Saison. Für die Germania bin ich als Koordinator eine Schnittstelle zwischen den Mannschaften und dem Jugendleiter. Als Koordinator verspricht sich der Verein einen schnellen und regelmäßigen Austausch über die einzelnen Mannschaften sowie einzelne Spieler. Für den sportlichen Leiter stelle ich eine Entlastung dar, da ich viele Probleme mit den Trainern direkt ohne ihn klären kann.“

"Die Entwicklung der Spieler steht im Vordergrund und nicht lediglich das nackte Ergebnis."

Werte & Tugenden bei der Germania

Als Koordinator für den Grundlagenbereich arbeitest Du eng mit Marco Weiler zusammen. Wie sieht eure gemeinsame Arbeit im Alltag aus und wo besteht die Abgrenzung zu Deiner Arbeit als Jugendkoordinator?

„Marco und ich tauschen uns wöchentlich über die Mannschaften aus. Es gibt immer Neuigkeiten und auch Probleme, die es zu klären gibt. Dabei trenne ich ganz klar die Gespräche als Koordinator von den Gesprächen als Trainer. Als Koordinator versuche ich natürlich immer, die Interessen der Trainerkollegen durchzusetzen und gebe Marco Vorschläge über mögliche Kaderzusammenstellungen und Trainerstellen für die kommende Saison. Nur durch einen engen Austausch gelingt es uns, die passenden Lösungen für die auftretenden Probleme zu finden.“

Im vorherigen Interview mit Marco wurde bereits über das Thema Nachwuchskonzept gesprochen. Was ist Deine Meinung zu diesem Konzept und wo siehst Du die Vorteile?

„Ein einheitliches Konzept ist für die Nachwuchsabteilung von großer Bedeutung. In einem Verein ohne Nachwuchskonzept sind die Trainer auf sich alleine gestellt und können sich vor allem aussuchen, welche Schwerpunkte sie trainieren. Dies macht eine ordentliche Übergabe an einen neuen Trainer am Ende der Saison so gut wie unmöglich. Mit dem entwickelten Nachwuchskonzept kennt jeder Trainer die Ziele und Aufgabe für seine Mannschaft. Dabei ist natürlich klar, dass die Ziele einer Bambini-Mannschaft anders sind als einer E-Jugend. Der Vorteil ist, dass ein neuer Trainer genau weiß, auf welchem Leistungsstand die Mannschaft ist. Trotz des Nachwuchskonzepts ist man als Trainer dennoch sehr individuell in der Trainingsgestaltung und kann sein fachliches Wissen sehr gut anwenden."

Das neue Nachwuchskonzept als Grundlage der Trainings- und Nachwuchsarbeit bei der Germania

Welche Änderungen und Neuerungen im Grundlagenbereich habt Ihr eingeführt bzw. plant Ihr umzusetzen? Welche Rolle spielt FUNino in diesem Zusammenhang in euren Plänen?

„In einem Jahr und noch in der Corona-Pandemie sind es eher die kleinen Ziele, welche wir versucht haben umzusetzen. Alle Trainer streben bei uns eine Lizenz an und versuchen die Kinder individuell zu trainieren. Dabei spielt das „Coaching im Detail“ eine bedeutsame Rolle. Für Marco und mich war es wichtig, dass die Trainerkollegen meine Position als Koordinator annehmen und sich unterstützen lassen. Und unser größtes Ziel war zusätzlich die Einführung von FUNino. Diese Spielform ist eine Idee von Horst Wein, welche die Spielintelligenz der jungen Kinder, kindgemäß trainieren lässt. Die Spielform wird hauptsächlich im 3 gegen 3 auf vier Tore gespielt. Der Vorteil ist, dass jedes Kind viel mehr Ballkontakte und Dribblings hat, als bei einer Spielform von 7 gegen 7. Diese Spielidee unterstreicht nochmal unsere individuelle und technische Ausbildung der einzelnen Spieler. Die Umsetzung verlangt aber auch viele Kleintore und da bin ich sehr dankbar, wie gut wir in Metternich auch im Vergleich zu anderen Vereinen aufgestellt sind."

Mobile Kleinfeldtore für die Spielform FUNino

Vielen Dank für das Interview, Tobias.

Das Interview führte Tobias Lommer.