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Augustinerkirche HEILIGE RÄUME 2018

Augustinerkirche

Kloster und Kirche wurden von Friedrich dem Schönen gestiftet (aufgrund eines Gelübdes, das er als Gefangener König Ludwigs des Bayern auf Burg Trausnitz getan hatte). Nachdem 1324 die Zustimmung des Papstes und des Ordensgenerals eingeholt worden waren, übersiedelten 1327 die Beschuhten Augustiner, die im Oberen Werd seit etwa 1260 ein kleines Kloster besaßen, in die Stadt. Friedrich wies ihnen ein an die Mauer und den Garten der Burg grenzendes Grundstück zu, das ursprünglich für eine Niederlassung des Zisterzienserordens bestimmt gewesen war.

Der Bau der Kirche begann 1330 unter der Leitung des bayerischen Baumeisters Dietrich Ladtner von Pirn. Anstelle von fünf Häusern und einer Badestube an der damaligen Hochstraße (erworben 1326-1350) entstanden nach und nach Kloster, Kirche und Friedhof. Die Augustinerkirche wurde 1339 vollendet, jedoch erst am 1. November 1349 zu Ehren des heiligen Augustinus geweiht. Der Chor war 1399 noch unvollendet.

Blick zum Chor
Blick zur Orgelempore

In der Kirche befindet sich an der Stelle, von welcher Abraham a Sancta Clara (der im Kloster lebte) seine berühmten populären Predigten zu halten pflegte, eine moderne Kanzel. 1796 musste der Konvent das dritte Stockwerk des Klosters Herzog Albert von Sachsen-Teschen und seiner Gattin Marie Christine überlassen (denen das angebaute ehemalige Tarouccasche Haus zur Wohnung übergeben worden war) und 1802 auch den gegen die Bastei zu gelegenen Teil des Klosters für den Bau ihres Palais abtreten. 1820 gestattete Franz I. dem Handels- und Ziergärtner Johann Konrad Rosenthal die Errichtung gemauerter Räumlichkeiten zwischen den Strebepfeilern des äußeren Kirchenbaues zwecks Verkaufs von Blumen. Bei dieser Gelegenheit wurde die Laternenanzünderhütte beseitigt, die sich an der Kirche befunden hatte. 1810 wurde in der Augustinerkirche Marie Louise mit Napoleon vermählt. Im Klostergebäude beschloss der als Dichter und Kanzelredner bekannte Zacharias Werner (* 18. November 1768 Königsberg) am 7. Jänner 1823 seine Tage (Friedhof Maria Enzersdorf, Niederösterreich). 1838 ging die Kirche, da die Augustinermönche keinen Nachwuchs mehr fanden, an Säkularkleriker über. Am 31. Oktober 1848 wurde die Kirche (insbesondere der Turmhelm) durch Brand stark beschädigt; der Neubau (mit durchbrochenem Metallhelm) erfolgte nach einer Zeichnung von Paul Sprenger. Im Mai 1852 wurden fünf neue Glocken geweiht und aufgezogen. 1854 heiratete Franz Joseph I. in der Augustinerkirche Elisabeth von Bayern. 1873 wurden im Zuge der Restaurierungsarbeiten unter der Kirche ausgedehnte Gruftanlagen mit gotischen und barocken Grabsteinen und Metallsarkophagen aufgefunden. 1881 heiratete Kronprinz Rudolf in der Augustinerkirche Stephanie von Belgien. Die Augustinerkirche wurde 1945 durch Bomben beschädigt, jedoch 1950 wiederhergestellt. Seit 1951 ist sie wieder in der Hand der Augustiner-Eremiten.

Äußeres

Schlichte gotische Hallenkirche mit Strebepfeilern an der Augustinerstraße, Fenster der Maßwerke beraubt. Die ehemalige Hauptfassade (mit Strebepfeilern, Mittelfenster und Portal) wurde 1767-1769 durch einen Flügel der Hofbibliothek (heute Österreichische Nationalbibliothek) verdeckt. Der quadratische Turm steht an der Nordseite.

INNERES

Langgestreckte, sehr hohe dreischiffige Halle mit schlanken achteckigen Pfeilern und Kreuzrippengewölben, einschiffiger sehr langer Chor mit Netzrippengewölben.

Die Kirchenbänke (um 1730) stammen aus der Schwarzspanierkirche (Reliefzyklus von Johann Baptist Straub). Der Hochaltar Hetzendorfs wurde durch einen 1857-1870 geschaffenen (ursprünglich für die Votivkirche bestimmten) neugotischen Altar des Würzburger Bildhauers Andreas Halbig ersetzt. Hingegen hat sich Hetzendorfs Kanzel erhalten (daneben Altarbild "Heiliger Johannes Nepomuk" von Johann Franz Greippel, 1784). An der rechten Längswand neben dem Musikchor Altar mit „Vision der heiligen Magdalena" von Johann Michael Rottmayr (um 1707), darüber Wolkengloriole von J. B. Straub (um 1730); rechts davon Zugang zur Loreto- und Georgskapelle. An der linken Schlusswand Altarbild "Geburt Christi" von Peter Strudel nach Guido Reni. An der rechten Seitenwand Marmorgrab der Erzherzogin Marie Christine von Antonio Canova (1798-1805, flache Wandpyramide, in das geöffnete Tor schreitet die Tugend mit der Urne, begleitet von zwei Mädchen mit Totenfackeln, denen die Liebe mit blindem Greis am Arm folgt, rechts Genius mit Löwe, oben Glückseligkeit mit Medaillon der Verstorbenen, einer Tochter Maria Theresias und Gattin Herzog Albert Kasimirs von Sachsen-Teschen). Die Erzherzogin wurde jedoch nicht hier begraben, sondern ruht in der Kapuzinergruft. An der Ausstattung der Kirche waren auch Johann Gottfried Auerbach („Kreuzabnahme", rechts), Michelangelo Unterberger („Jesus im Tempel", über Zugang zur Loretokapelle) und Johann von Spillenberger ("Maria und Anna", links) unter anderem beteiligt.

AUGUSTINERKIRCHE · Augustinerstraße · 1010 Wien

Credits:

Fotos by Gerd W. Götzenbrucker

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