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Es stinkt gewaltig Michael Dufner

Gott hört unsere Gebete, rechnen wir damit?

Wir stellen erschrocken fest, dass einer unserer Hasen verschwunden ist. Wir wohnen auf dem Land, da ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass ein Zwerghase die Nacht überlebt. So beten wir als Familie, dass der Hase auftaucht oder irgendwie die Nacht überlebt. Da ich noch Besuch von einem Freund erwarte, gehe ich nach draussen, um im Gartenhaus das Feuer anzumachen. Als ich ins Gartenhaus eintrete, sticht mir ein hässlicher, ekelerregender, stechender Gestank in die Nase. Es war so schlimm, dass ich dachte, da liegt ein totes Tier. Aber nein, es war nicht der Hase – zum Glück. Der Gestank kam aus dem Kühlschrank. Dieser hatte den Geist aufgegeben und so war der Fisch im Gefrierfach der Ursprung des Gestanks. Ein schon seit langem auf-getauter Fisch. Die «Sauce» lief aus dem Gefrierfach…

Kennst du solche Momente, wo etwas in dir aufschreit: «WIIIIIEEEEE-SSSSSOOOO?! Wieso ich, wieso mir, wieso jetzt!». Ich begann alles aufzuräumen und herauszuwaschen. Als mein Sohn kam, um mir etwas mitzuteilen, beauftragte ich ihn, den Fisch zusammen mit dem Abfallsack zum Unterflurbehälter zu tragen. WIIIIIEEEESSSSOOOO?! Ich sah meine Reaktion in seinen Augen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm…

Vermutlich geht es uns allen so, wenn die Umstände gegen uns zu sein scheinen. So oder so, ich bin stolz auf meine Kinder, sie sind ein mega Geschenk. Als er also machte, was ich ihm sagte, kam er mit lauten Rufen und mit leuchtenden Augen zurück: «Papi, Jesus hat mein Gebet erhört!» – «Was?», dachte ich, «wie denn das?» Ich hatte immer noch den bissigen Gestank in meiner Nase. Dann erzählte mein Sohn mir, wie ihm auf dem Nachhauseweg von der Kehrichtsammelstelle der vermisste Hase direkt vor die Füsse sprang. Er war so begeistert, dass Gott tatsächlich sein Gebet erhört hatte, dass der stinkende Auftrag plötzlich göttlich strahlte.

Als ich darüber nachdachte, musste ich schmunzeln. Ja, manchmal braucht Gott stinkige, ekelerregende und mir widerstrebende Umstände, um seine Herrlichkeit in und durch uns zu offenbaren. Die Frage ist: Haben wir Augen, die sehen, und Ohren, die hören?

Jesus kann und will durch alle widrigen und guten Umstände in unserem Leben präsent sein. Er hört unsere Gebete. Und ich bin überzeugt, er antwortet auch – die Frage ist: Rechnen wir damit?