Janhagel Likör, like little bit more!

Geschichte des Janhagel van Munster

„Wir haben immer nach dem Essen einen Kräuterliqueur getrunken“, schreibt Margret van Munster in ihrem Tagebuch; „ und das ist schon aus der Zeit vor meinem Vater bekannt“.

Den Betrieb hatte 1849 Johann Walter van Munster gegründet. Es handelte sich um eine kleine Fabrik, im Familien-Sprachgebrauch „ein Fabrikchen“. Die Familie war seit dem 16. Jahrhundert in Emmerich am Niederrhein ansässig. Durch die direkte Lage am Rhein vor seinem Mündungsgebiet in die Nordsee war Emmerich schon immer durch die Schifffahrt international erschlossen, und sogar eine Hansestadt. Der Zugang zu besonderen Naturalien war somit gegeben und ebnete den Weg für den einzigartigen Geschmack des „Janhagel –feinster Kräuterliqueur“.

Die Tochter von Johan Walter, Josephina, heiratete 1873 den Arzt Dr. Carl Fackeldey, den Vater von Richard Fackeldey. Richard half als junger Mann in der kleinen Fabrik, sehr zur Freude des Großvaters, gerne aus. Es war letzlich eine logische Konsequenz, dass er den großväterlichen Familienbetrieb nach dessen Tod i.J. 1903 übertragen bekam und die Geheimnisse der Erzeugung des besonderen Produktes übernahm.

Bereits nach dem Gymnasium im Alter von 23 Jahren durfte Richard Carl Maria (geboren 18.10.1880 in Emmerich, gest. 1946 in München) die von seinem Großvater gegründete Spirituosenfabrik weiterführen. Nur mit unerhörtem Fleiß und Hingabe konnte er seine Familie mit 3 Töchtern, Margret, Gisela und Ilse, ernähren. Das „Janhagel“-Rezept verfeinerte er zur Perfektion. Er notierte alles in sein Notizbuch. Sein Gehirn produzierte zahlreiche neue Kreationen, die unerreichbar waren und es bis heute sind….

Durch seine freundliche, menschenzugewandte Art, erreichte er Vieles, was noch bis heute unvergessen ist.

Margrets Tagebuch: „Ich glaube, dass mein Vater in den ersten Jahren bis 1920 ziemliche finanzielle Sorgen hatte, eine so große Familie zu ernähren. Denn wer hatte vor (Anm.: und auch nach) dem ersten Weltkrieg schon Geld, sich Spirituosen leisten zu können? Mit dem Jahre 1928 trat dann für unsere Familie eine bedeutsame Wende ein, die uns in kurzer Zeit zu einer der wohlhabendsten und angesehensten Familien in der Stadt, ja in ganz Deutschland machte: Die Gründung der Firma „Opekta“ durch Erfindung (Anm.: zusammen mit Robert Feix, ein Geliermittel zur Herstellung von Marmelade und Fruchtgelees). Das Erzeugnis war ein reines Naturprodukt: Obstpektin, aus dem Apfeltrester gewonnen. Vater ist auch bei diesem Geliermittel seinen Grundsätzen treu geblieben, die er schon bei der Produktion des Janhagel bevorzugt hatte: reine Produkte. Es wurden nur natürliche Originalkräuter verwandt, mit Branntwein über Wochen ausgezogen“. (Anm.: Ausziehen = Extraktion, dient zur Gewinnung von natürlichen Duft- und Aromastoffen, im Gegensatz zu der Destillation).

Die Fabrikation des Geliermittels Opekta führte dazu, dass die Herstellung des Kräuterliqueurs Janhagel nach 1928 vernachlässigt, aber nicht ganz eingestellt wurde. Die Produktionsstätten zogen nach Köln ins Hansahochhaus, wo „die Opekta“ in den folgenden Jahren zum Marktführer avancierte und mehrfach umzog.

In den Wirren des Krieges suchte die Familie, die durch Beschäftigung von Juden Probleme bekam, Unterschlupf bei einer befreundeten Familie in München, den Betreibern des 4-Jahreszeiten-Hotels. Richard war der Patentonkel von Anne Frank. Ihr Vater leitete im Rahmen der politischen Unruhen, die in Deutschland Überhand nahmen das Opekta-Werk in Amsterdam. Die Geschichte der Anne Frank ist gut dokumentiert.

Nach dem Tod von Richard 1946 in München führte seine Frau Greta, Maria Meta Margareta, die Betriebe. 1954 löschte sie die Firma Janhagel, mittlerweile mit Sitz auf der Dürener Straße 102-106, um sich voll auf die sehr erfolgreiche „Opekta“ in der Xantener Straße 99 in Köln zu konzentrieren. Letztlich wurde Opekta nach Gretas Tod durch die Familie Feix weitergeführt und erst an Pfeifer& Langen, später an Dr. Oetker verkauft.

Dass Margret sich den Künstlernamen „van Munster“ ausgesucht hatte, um nicht mit ihrer Schwester Gisela, die ebenfalls Schauspielerin geworden war, verwechselt zu werden, findet die Erklärung in der Biographie der Familie. Marget ist bekannt und sehr beliebt geworden durch die Rolle als „Oma Rosi“ in der Lindenstrasse, die sie in mehr als 1000 Folgen über 20 Jahre verkörperte.

Bis zu ihrem Tod im Alter von 89 Jahren mahnte Tante Margret stets: „ wenn ich mal nicht mehr bin, schaut in die Geheimschublade des Schreibtisches, dort liegt mein wahres Vermächtnis“.

Die Überschrift auf dem Rezeptbuch, das wir in der Schublade fanden, lautete: „Rezepte Emmerich, aufgeschrieben 26. Mai 1927.“

Aus dem Jahr 1943 gibt es einen handschriftlichen Verweis: „Die Rezepte liegen im Schrankfach der Stadtsparkasse Köln St. Apernstraße. Falls letzteres geändert wird, werde ich diese Änderungen in der Registriermappe (diese liegt in meinem Schreibtisch) anzeigen.“

Diesen Schreibtisch hatte Margret nach dem Tod Ihrer Mutter Greta in ihre Wohnung übernommen.

Tante Margret hatte an unzähligen Abenden zu ihrem Enkel Micki den Wunsch geäußert, dass die Familie noch einmal den „Geist des Janhagel“ erleben sollte. Dieser Wunsch ist unser Auftrag. Micki und Peter Meschede brüteten oft darüber, ob es zeitgemäß ist Kräuterliqueur zu machen. Letzlich gab es für uns nur den einen Weg. Das Rezept ausprobieren und es dann entscheiden. Nachdem wir mit Sebastian Lerchl eine erste Probe erstellt hatten, war uns klar, dass wir hier ein Vermächtnis von unschätzbarem Wert in den Händen hielten. Das Aroma und der ausgewogene Geschmack, der uns aus der Originalrezeptur begegnete, waren einzigartig. Somit war die Entscheidung gefallen, den Janhagel wieder zu neuer Größe zu erwecken.

Unsere Edition- und jeweilige Beschreibung dazu.......

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