Mongol Rally - Die Reise der anderen Art INTERVIEW MIT DEM TEAM FREEWHEELIN'

Die zwei Freunde Lukas und Florian haben dieses Jahr einen besonderen Plan für ihren Sommerurlaub. Sie setzen sich in einen alten Kleinwagen und fahren damit 17.000 km von London durch die Mongolei bis nach Ulan-Ude. Kurz vor ihrer Abreise haben uns die beiden ein Interview gegeben.

Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Wir sind Lukas (31) und Florian (30), wohnen beide in Wien und werden im Juli und August in unserem denkbar ungeeigneten und dennoch großartigen Kleinwagen von England über Zentralasien und durch die Mongolei fahren um in Ulan-Ude die Ziellinie zu überqueren.

Was ist die Mongol Rally?

Die Mongol Rally ist eine nicht kompetitive Charity Rally, die 2017 zum 14. Mal stattfindet und welche nur 3 Regeln hat: Das Auto muss alt und klein sein (max 1,2 l Hubraum), man ist auf sich allein gestellt und man muss mindestens 1000 £ für karitative Zwecke spenden.

Wie seid ihr darauf gekommen, bei der Mongol Rally 2017 teilzunehmen?

Florian hat von der Rally bereits vor 5 Jahren gehört und will seit 4 Jahren daran teilnehmen. Lange hat es nicht geklappt - bis Lukas von den Plänen erfuhr und die Idee auch so interessant fand.

Wie habt ihr euer Auto ausgesucht? Was sind die Kriterien?

Nach langer Suche haben wir unseren Suzuki Wagon R+ gefunden. "Cookie" ist klein, hat wenig Leistung und scheint gebaut worden zu sein um die wöchentliche Einkaufsfahrt zum Supermarkt zu überstehen. Abgesehen davon haben die japanischen Ingenieure aus unerfindlichen Gründen einen Allradantrieb eingebaut was wir großartig finden. Mit den regelkonformen 1,2 Litern Hubraum haben wir gerade genug Kraft unter der Haube um auf der Autobahn nicht von absolut Jedem überholt zu werden und die zentralasiatischen Hochgebirge zu bewältigen.

Welche Änderungen habt ihr vorgenommen?

Cookie wurde in erster Linie sicherheitstechnisch überholt um eine sichere Fahrt zu gewährleisten. Das Bremssystem wurde überholt und die Beleuchtung optimiert. Als Draufgabe haben wir einen neuen Auffahrschutz, neue Reifen und neue, widerstandsfähigere Federn weswegen wir den Schotterstraßen und Waschbrett-Pisten gelassen entgegen sehen.

Wie habt ihr eure Route gesucht?

Bei der Routenplanug haben wir uns vorgenommen so viel wie möglich zu sehen. Da Zentralasien ja nicht unbedingt um die Ecke ist, wollen wir die Gelegenheit nutzen und uns in Ländern wie Turkmenistan oder Tajikistan Land und Leute anzusehen. Oft ist die Route aber gar nicht anders möglich, weil die Straßendichte in dieser Region oft sehr begrenzt ist.

War es schwer die Visa zu kriegen?

Im Grunde war es nicht besonders schwer die einzelnen Visa zu bekommen. Aber unsere Routenplanung macht es erforderlich sehr viele verschiedene Visa zu organisieren. In unserem Fall macht also eher die Anzahl die Herausforderung aus. Dazu kommen noch einzelne Hürden, die aber allesamt nicht schlimm sind. Die mongolische Botschaft in Wien lässt AntragstellerInnen zum Beispiel schon spüren, dass die Mongolei sehr weit weg ist, weil sie sich in Lainz befinden. Kopfzerbrechen bereitet uns eigentlich nur der "Visa-Endgegner" Turkmenistan mit einem der strengsten Visa-Regime der Welt. Mit der Fähre von Baku kommend, werden wir bis im turkmenischen Hafen Turkmenbashi nicht wissen, ob wir in das Land einreisen dürfen.

Wie lange rechnet ihr für den Trip (Zeit und Distanz)?

Wir planen mit etwa 18.000 Kilometern in 8-9 Wochen.

Welches Budget habt ihr für die Reise?

Veranschlagt haben wir zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Dank der tollen Unterstützung durch viele Sachspenden und Sponsorings zahlreicher Firmen und Vereine konnten wir unser Budget etwas entlasten.

Worauf freut ihr euch bei der Rally am meisten?

Dass wir damit zwei wohltätige Organisationen, Care Österreich und Cool Earth, in ihrer Arbeit unterstützen können. Landschaftlich freuen wir uns natürlich auf die wilden Steppen Zentralasiens und der Mongolei, aber auch auf das Kaspische Meer oder den Bosporus. Ein besonderes Highlight wird das Pamir Hochgebirge, das uns und unserem Auto alles abverlangen wird, aber auch Turkmenistan, weil sich dort ja nur selten Touristen hin verirren.

Was sind die größten Herausforderungen, die Ihr auf der Reise erwartet. Was waren die größten Hürden bei der Planung?

Eindeutig die Bürokratie Turkmenistans. An zweiter Stelle ist es wohl die Masse an Dingen, an die wir vor der Abreise zu denken haben. Alleine das Auto offroad-tauglich zu machen und die geeigneten Ausrüstungsteile zu finden ist sehr zeitaufwendig, ganz zu schweigen von den vielen Details der Routenplanung. Immer wieder sind wir bei der Detailroutenplanung darauf gekommen, dass viele der Grenzübergänge, die wir gerne verwendet hätten, gar nicht geöffnet sind oder schlicht und einfach nicht mehr existieren. Wie gut unsere Planung war, werden wir aber wohl erst feststellen, wenn wir mal losrollen. Bis dahin halten wir es ganz nach Mike Tyson: "Jeder hat einen Plan - bis er den ersten Kinnhaken abbekommt."

Vielen Dank für das spannende Interview, wir wünschen euch viel Spaß, Glück und Durchhaltevermögen bei eurem Abenteuer!

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