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Kunst im Gottesdienst FokusKöniz

Mitten in den Sommerferien haben wir in Köniz einen gut besuchten Spezial-Gottesdienst gefeiert. Es sollte sich um Kunst und Gott handeln und dazu haben wir Tom Eisenhut eingeladen, einen Künstler aus Herbligen (BE), der mit seinen naturalistischen Bildern grosse Erfolge feiert. Andreas Bergmann umrahmte mit seinen tiefen und wohltuenden Celloklängen das «Live-Painting» und den Talk.

Harry Pepelnar FokusKöniz, pepelnar@gmail.com

In der Kirchengeschichte sind Kunst und Kirche ein seltsames Paar. Manchmal gehen sie engumschlungen durch die Jahrhunderte (oft auch zu eng), dann benehmen sie sich wie Nachbarn, die sich kaum grüssen, oder sind wie Zwillinge, die auf jeden Fall zusammengehören.

Gott hat uns Menschen fünf Sinne gegeben, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen können. Das Wort, das uns dabei begleitet, heisst «ästhetisch». Und das merkte man dem Künstlerehepaar Tom und Monika Eisenhut an – ihre Kreationen (Monika hat einen Kreativladen) sind durch und durch schön. Dieses Wort aus dem Griechischen heisst eigentlich – «sinnliche Wahrnehmung».

Wir Menschen wollen nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit unseren Emotionen angesprochen werden.

Wer die Schöpfung Gottes beobachtet, der stellt fest, dass sie von verschwenderischer Schönheit ist. Der Schöpfer ist kreativ und diese Kreativität hat er in uns Menschen gelegt. Ab welchem Zeitpunkt die menschliche Kreativität dann als Kunst angesehen wird – da gehen die Meinungen weit auseinander.

Tom Eisenhut

Die Geschichte von Tom Eisenhut im Fenster zum Sonntag

Live Painting

In einem Kurzinterview erzählte Tom, wie er nach einem Herzstillstand zum Malen fand. Ein Geschenk Gottes für ihn. Er malt auf Lehmgrund, was den Bildern einen speziellen Farbklang gibt. Anfangs malte er Blumen und später fand er zu Kühen und Alpmotiven. Seine Bilder sind fotorealistisch gemalt.

Zu einer choralen Hintergrundmusik malte nun Tom an einem Bild live im Gottesdienst weiter. Mit einer Kamera zoomten wir das Detail auf die Leinwand. So konnten die Zuschauer die einzelnen Pinselstriche mitverfolgen.

Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Live-Painting einen so starken Eindruck auf die Besucher macht. Viele waren tief berührt. Es wurde mir klar, dass Gott nicht nur durch unseren Intellekt zu uns spricht, sondern auch durch die Kunst. Jemand hat einmal geschrieben, dass Glaube ohne Kunst verkümmert. Gottes Schönheit widerspiegelt sich in der Schöpfung und kreativ sein bedeutet, dass Gottes Schönheit sichtbar wird. Für viele war darum diese Live-Painting-Zeit eine Zeit der Anbetung.

Als Gemeindegründung dürfen wir frei solche Formen ausprobieren. Und wir werden bestimmt weiter in dieser Richtung Kunst und Glauben verbinden.

Bitte mit Vermerk FokusKöniz