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CLARA BENTHIEN (1887 – 1962)

Ihr Hamburger Kellerlokal wurde zur Zufluchtsstätte für politisch Verfolgte und Notleidende

Von Jil Gehrig & Bo-Jun Hwang (Sophie-Barat-Schule)

Clara Benthien wurde als Tochter des Düsseldorfer Architekten Carl Vetter und seiner Frau Christine Antoinette Josephine Henriette (Nachname unbekannt) geboren. Sie erlernte aufgrund ihrer künstlerischen Begabung den Beruf der Hutmacherin. 1912 heiratete sie den Hamburger Fabrikantensohn und Dekorationsmaler Hans Carl Louis Benthien. Ein Jahr später wurde ihre Tochter Henni Karla Louise geboren.

In den Jahren der aufkommenden Wirtschaftskrise richteten Hans und Clara Benthien in Hamburg Raboisen 13 / Ecke Brandsende eine Wein-probierstube ein, die bald zu einem bekannten Ort wurde, an dem sich Künstler und Freidenker trafen.

Clara Benthien (1887-1962)

Im Laufe der Zeit wurde ihr Kellerlokal nicht nur zu einem Geheimtipp für Intellektuelle, sondern auch für Hungernde und politisch Verfolgte. Ausschank, Kunsthandel und lustige Moritatengesänge zeugten von Claras Kunstbegeisterung und Temperament, halfen aber auch, von dem abzulenken, was dort im Hintergrund für Freimaurer, Juden und politisch anders Denkende getan werden konnte.

1944 wurden die Räumlichkeiten von Bomben zerstört. Danach lebte Clara bis zu ihrem Tod im Kreise der Familie.

Namentuch für Clara Benthien, Entwurf und Gestaltung: Jil Gehrig & Bo-Jun Hwang

Das Namentuch

Das auf den rot angemalten Hintergrund geklebte schwarze, gebatikte und an den Rändern angebrannte Tuch ist mit vielen weißen Schriftzügen besprüht. Diese stellen Assoziationen mit dem Nationalsozialismus sowie mit Clara Benthien und ihrer Kneipe dar.

Die Kneipe der Gastwirtin war für viele ein Ort des Handels, der Sicherheit und Freude. Künstler, die wegen ihrer „entarteten“ Kunst mittellos waren, bekamen bei Clara warme Mahlzeiten im Tausch gegen ihre Werke. Auch Juden erfuhren bei ihr Wärme und Hilfe. Sie wurde in Texten, Gedichten und Liedern als „vielliebliche Tante“, „sorgende Mutter“ oder auch als „Hamburgs Sphinx“ bezeichnet.

Um diesen Lichtblick vieler Menschen während des Nationalsozialistischen Regimes darzustellen, wurde die Unterschrift von Clara Benthien groß auf die Mitte des schwarz-weiß gestalteten Tuches mit bunten, hellen Pastellfarben gemalt. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zu dem brutal auf den Betrachter wirkenden Hintergrund, welcher die zeit-bedingten Umstände darstellt. Die freundlich gestaltete Unterschrift von Clara Benthien charakterisiert so die Hoffnungsträgerin dieser Zeit.

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