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Befestigungsbau Aus "Die Schweizer Armee in den Kriegsjahren 1939-1941" - www.festung-oberland.ch

Fotografieren verboten

Während der Bauzeit der vielen Bunker und Befestigungen im Aktivdienst wurden aus Geheimhaltungsgründen eher selten Fotos zugelassen. Man half sich anders aus, wenn es um die Darstellung von Festungen ging.

Als Illustrationen kamen dann öfters in Büchern Zeichnungen oder Malereien zum Einsatz. Beispiele von sehr schönen Illustrationen bietet das Buch "Die Schweizer Armee in den Kriegsjahren 1939-41., erschienen im Selbstverlag eines Initiativkomitees unter der Leitung von Oberst i Gst Roger Masson. Hier eine Auswahl von Texten und Grafiken, die explizit vom Befestigungsbau handeln.

Stellungsbau im Fels

Überall wo dies möglich ist, bauen wir die Stellungen im Fels. Sie sind stärker und kosten weniger als freistehende Betonbauten. Der vordere Teil, d.h. der Platz für einen Kampfraum, ist fertig ausgehoben. Das geförderte Material kommt aus dem Innern der Stellung, wo die Räume für Unterkunft, Küche, Heizung, Lüftung, Elektrizität, Munition vorgesehen sind. Der Verteidiger kehrt wieder zu den Gewohnheiten der Ureltern zurück und wird Höhlenbewohner.

Tarnung eines Höckerhindernisses

In solch grünem Gras müssen unbedingt auch die Höcker grün sein, damit sie weniger auffallen. Das will aber nicht heissen, dass sie überall so gestrichen werden. Der Zweck jeder Tarnung ist ja der, den Bau möglichst der Umgebung in Farbe und Form anzupassen. Zwischen solchen Höckern werden auch mit Vorteil Büsche gepflanzt, die nach einiger Zeit das Ganze mit ihrem Laub überdecken. Wir sehen im Hintergrund den Bunker, der einen Teil des Hindernisses zu verteidigen hat, entsprechend dem Grundsatz, dass ein Hindernis erst ein solches ist, wenn es verteidigt wird.

Tankmauer

Der moderne Krieg kehrt zu den mittelalterlichen Verteidigungsbauten zurück. Wir haben hier den Graben und die Mauer. Ein Tank fährt in einen solchen Graben hinein und kann nicht über die zu hohe Mauer hinaufklettern. Er wird versuchen, wieder zurück zu fahren und dabei genügend Zeit verlieren, um dem Verteidiger zu erlauben, die Tankabwehrwaffe in Tätigkeit zu setzen, die die Mauer auf der ganzen Länge bestreicht.

Bunker im Bau

Der Bau ist auf drei Seiten im Fels eingeschlossen. Die Schalung gegen den Felsen ist versetzt, die Eisen der Wände sind verlegt und verbunden. Die Schiesscharte ist versetzt. Man beendet das Betonieren des Bodens. Nun müssen die äussere und innere Verschalung noch fertiggestellt werden, bis auf die Höhe unterhalb der Decke; das Legen und Verbinden der Eisen und das Betonieren. Die Lage aller Leitungen für Lüftung, Heizung, Wasser, Telephon, Elektrizität ist zum voraus bestimmt. Die nötigen Röhren werden entweder mit einbetoniert oder die entsprechenden Öffnungen werden ausgespart.

Ein Felsennest

Dieser Bunker, hinter einem Felskopf versteckt, sieht wirklich eher wie ein Adlernest aus. Er wird für den Angreifer erst sichtbar, wenn er mit der Nase darauf stösst, und dann ist es wohl zu spät für ihn, denn der Verteidiger ist bereit. Solche «Nester» bieten jeder feindlichen Einwirkung ein äusserst kleines Ziel. Ihre Niederkämpfung mit Fliegerbomben oder schwerer Artillerie ist daher ein unsicheres Unterfangen. Auch Gase und Nebel wirken nur sehr beschränkt, denn sie fliessen an diesen Hängen rasch ab. Und deswegen bauen wir solche Nester.

Bau in einer Felswand

Der Aushub ist noch nicht beendet. Man sieht, dass die äussere Schicht nicht gesunder Fels war und sich deshalb bei den Sprengungen losgelöst hat. Der Rohausbruch ist für den Mineur eine ziemlich einfache Aufgabe. Seine Kunst und sein Können zeigen sich, wenn die Ausweitung zum endgültigen Profil geschossen werden muss. Da ergeben nur die zweckmässige Anordnung und die richtige Zahl und Tiefe der Bohrlöcher, sowie die entsprechende Stärke der Ladungen den gewünschten Erfolg.

Ein Bauplatz

So ein Bauplatz ist immer etwas Lebendiges. Da kommen und gehen Fuhrwerke aller Art, fahren Holz, Kies, Sand, Zement, Eisen auf die Baustelle und führen Aushubmaterial weg. Verschiedene Maschinen, Kompressoren, Betonmischer und etwa noch ein Aufzug machen dazu einen Heidenlärm und auch etwas Gestank; und in all dem bewegen sich geschäftige Männer herum, die sich sicher in diesem Getriebe bewegen, eben weil sie dazu gehören. Die Einrichtung eines Bauplatzes ist eine Kunst für sich. Ein grosser Teil der materiellen Erfolge eines Unternehmers ist davon abhängig.

Strassenbarrikade mit beweglichen Schienen

Unterkunft im Fels

Der Ausbruch ist beendet. Ein Teil der Verschalung ist erstellt. Die Betonierung des Bodens, der Wände und des Gewölbes hat hinten begonnen und geht nach vorn weiter. Solche Räume müssen unbedingt wasserdicht gemacht werden, entweder durch besonderen Verputz oder durch Einbau von dünnen Isolierungs-Wänden, die durch ein Luftpolster von der Felsverkleidung getrennt sind. Ausser dem Sickerwasser, das man durch die oben erwähnten Vorkehren unschädlich macht, hat man im Sommer noch das Schwitzwasser, das durch Heizung und Lüftung bekämpft und beseitigt werden muss. Nur bei sehr aufmerksamer Bedienung all dieser Mittel können solche Räume dauernd besetzt bleiben.

Tarnung eines Bunkers

Die Maler zaubern die umgebende Landschaft auf den Betonklotz und bringen so den Bau fast zum Verschwinden. Der Tarner hat hier das Glück, einen Tannenwald als Hintergrund zu haben, der Sommer und Winter sozusagen die gleiche Farbe aufweist. Er kann deshalb ohne Scheu sein abgestuftes Grün verwenden. Wenn er aber Laubwald oder Wiesen und Äcker als Umgebung hat, so ändern sich die Verhältnisse und er muss danach trachten, Farben und Formen zu finden, die fast das ganze Jahr gelten.

Bunker im Wald

Die Auswahl der Stellungen ist meist eine weit wichtigere und schwierigere Aufgabe als die Ausführung der Bauten. Sie verlangt vom Offizier ausgedehnte Kenntnisse der Verwendung und Wirkung der verfügbaren Waffen und der Taktik des Angreifers. Er muss sich vollständig bewusst sein, dass unsere Mittel immer sehr beschränkt sein werden und deshalb nur so eingesetzt werden dürfen, dass sie aufs äusserste wirken. Dies bedingt eine günstige Anpassung an das Gelände, eine volle Ausnützung all der Vorteile, die ein unübersichtliches Gebiet einem Verteidiger geben kann. Unsere Wälder spielen hier eine grosse Rolle, da sie unsere Werke fast ganz jeder feindlichen Sicht entziehen.

Höckerhindernis im Bau

Dieses Hindernis ist etwa 10 m tief mit ungleich hohen Höckern, die feindwärts etwa 60 cm hoch sind und in die Tiefe ansteigen bis auf 1,5 m. Die Höckerreihen haben einen Abstand von ungefähr 1,5 m. Ein Wagen fährt auf ein solches Hindernis hinauf und bleibt dann stecken. Die Hauptkonstruktion sitzt im Boden und besteht aus einem Gitter von Längs- und Querschwellen, aus denen die Höcker wie Zähen herausragen.

Felsenstellung

Die Ausbrucharbeit ist in vollem Gange in einem Teil des Werkes; das Material wird hinausbefördert. In einem anderen Teil ist der Aushub fertig. Es werden Hölzer hineingetragen, um die Verschalungen für die Ausmauerung zu erstellen. Die Bohrarbeiten im Vertrieb der Stollen wurden früher ausschliesslich von Hand gemacht. Heute geschieht dies nur mehr bei ganz kleinen Bauten. In der Regel verwendet man jetzt Bohrhämmer, die durch eine Druckluftleitung bedient werden. Ihre Leistung übertrifft die der Handbohrung bei weitem.

Barrikade über das Bahngeleise

Diese Barrikade soll nicht etwa einen Zug aufhalten oder zum Entgleisen bringen, sondern sie ist lediglich ein Tankhindernis, oder ein Teil eines solchen. Zwei noch so schwere Eisenbalken können kaum einen Tank aufhalten, der mit voller Geschwindigkeit dagegen fährt. Jedes solche Hindernis muss deshalb durch Vorkehren verstärkt werden, die die Geschwindigkeit eines anfahrenden Wagens bedeutend herabsetzen z. B. durch Legen von verschiedenen Schwellen hintereinander.

Tarnung eines Felsenwerkes

Der Erbauer dieses Werkes ist sicher stolz darauf, dass sein Beton so schön glatt herausgekommen ist, ohne Verputz. Der Tarnungsmann hat nun dafür zu sorgen, dass aus diesem glatten Beton unregelmässiger Felsen wird. Er beginnt damit, den Beton mit einer weissen Grundfarbe zu binden und erst auf diese kommt dann der Tarnungsanstrich, der auch die Schartenöffnungen möglichst unauffällig machen muss. Diese Maler arbeiten oft in recht kitzliger Stellung und es ist gut, wenn sie schwindelfrei sind.

Realisierung: Hans Rudolf Schneider, hs-publikationen.ch

Created By
Hans Rudolf Schneider
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