Next Stop- Hong Kong Mein Auslandssemester

04/03/17

Und ich habe es tatsächlich nach 3 Wochen Bearbeitungszeit endlich geschafft meinen Blog-Eintrag auch fertig zu stellen. Ursprünglich sollte er schon am 21.02.2017 online kommen. Aber wie dem auch sei. HIER ist er!!!

Und plötzlich ist schon wieder ein Monat vergangen seit ich die Motivation und Zeit gefunden habe mich an meinen Blog zu setzen. Es sind jetzt schon zwei Monate die ich hier bin und damit ist auch die Halbzeit meines Semesters erreicht.

Krass oder?! Also zumindest mir kommt es nicht so vor.

Die letzen Wochen ist nicht mehr sehr viel passiert. Trotzdem möchte ich euch gerne davon berichten. Schließlich gibt es noch einiges von den Wochen davor aufzuholen, was ich vergessen hatte zu schreiben.

Damit ihr nicht länger auf die Folter gespannt werdet, fange ich am besten ganz schnell mit dem ersten "Thema" an.

Neuer Reisepass

Wie ihr sicherlich in vorherigen Beiträgen von mir gelesen habt, habe ich Vieles verloren oder vergessen. Unter Anderem auch meinen Reisepass.

Fangen wir also ganz vom Anfang an. Ich habe in der 2. Woche meinen Reisepass in der Stadt verloren, bzw er wurde mir vermutlich aus der Tasche gestohlen. Muss wohl ein großes Geschäft hier sein gestohlene Reisepässe weiter zu verticken. Vor allem einen Deutschen. Er ist bisher der Reisepass mit dem man die meisten Länder der Welt bereisen kann.

Schritt 1: Verlustmeldung bei der Polizei einholen. Die nächste große Polizeistelle wurde recht schnell ausfindig gemacht. Und auch die Beschilderungen zum richtigen Schalter waren auf Englisch. Also erst Mal eine Nummer ziehen und warten. Es waren drei Schalter geöffnet und etwa 4 Personen haben mit mir gewartet. 15 Minuten später war noch nichts passiert. Zwei der drei Schalter sprachen kein Englisch und der für mich zuständige hat lieber an seinem Handy gezockt. Nachdem ich weitere Minuten wartete, war auch endlich ich an der Reihe. Personalausweis vorzeigen und schon hatte ich eine Meldung vorliegen. Also eigentlich alles gar nicht so schwer oder?!

Als nächstes habe ich mich auf den Weg zum deutschen Konsulat gemacht. Mitten in der Stadt im x-ten Stockwerk in einem Wolkenkratzer. Nach nur 10 Minuten bin ich mit einem neuen temporären Reisepass wieder zur Türe raus gelaufen. Deutsche Wertarbeit! Das ging so schnell, dass sogar ich total überrascht war. Ich musste ein neues Foto für den Pass, sowie die Verlustmeldung der Polizei vorlegen. Und einiges an Geld, da die Deutsche Botschaft eigentlich nicht für meinen Reisepass zuständig ist.

Jetzt zum letzten und zeitintensivsten Teil. Damit ich Hong Kong auch wieder Verlassen und erneut Einreisen kann, muss ein neues Visum in meinen Pass geklebt werden. Klingt einfach oder? Also nichts wie ab zum Immigrationsamt. Das Immigratonsamt wird auch als Immigration Tower bezeichnet. Warum? Weil es ein riesiges Hochhaus ist in dem man sich zurecht finden muss. Ich hatte zum Glück Unterstützung von einem Freund der das mit mir durchgestanden hat.

Schon hier hatte ich keine Ahnung wo ich hin gehen sollte. Also auf gut Glück mal versuchen.

Auf Grund der netten Tafel hatten wir uns für das 7. Stockwerk entschieden, weil das etwas mit Studenten stand. Leider gab es keinen Aufzug und wir mussten mit Rolltreppen nach Oben fahren. Im 1. Stockwerk angekommen erwartet uns eine lange Schlange und Unmengen an Schaltern. Müssen wir da auch hin? Vielleicht einfach mal Nachfragen. Ein sehr freundlicher Security-Mitarbeiter konnte uns leider nicht weiter helfen. Meinte aber die Herren hinter den Schaltern könnten das bestimmt. Also Anstellen und Warten. Ich bin an der Reihe und erkläre mein Problem. "Bitte ins 5. Stockwerk und an Schalter 5 oder 6 diese Blätter abgeben." In meiner Hand hatte ich nun einen Stapel an Antragsblättern auf "Beamten-Englisch". Ich hab ja schon mit den deutschen Formulierungen so meine Probleme. Wie dem auch sei, mit ein wenig Hilfe hatte ich alle Formblätter ausgefüllt und ich stelle mich für Schalter 5 an. "Haben Sie alle Dokumente dabei?" - JA - "Auch als Kopie?" - NEIN - "Sie können die Sachen gerne an unseren Kopier-Stellen kopieren lassen" - Wo finde ich diese? - "Im 4. oder im 2. Stockwerk" Also nichts wie ab ins 4. Stockwerk. - OUT OF ORDER - nett. Also weiter nach unten ins 2. Stockwerk. Am Drucker anstellen und für 2€ Dokumente kopieren lassen. Wieder hoch ins 5. Stockwerk und nochmal für Schalter 5 anstellen. Die nette Dame nimmt meine Sachen, tackert sie zusammen und drückt mir einen Zettel in die Hand. - Nummer B177 Bitte warten bis Sie aufgerufen werden.

Die aktuelle Nummer war B143. Also warten....

Knappe 2 Stunden später war der Akku von meinem Handy leer und meine Nummer wurde endlich aufgerufen. Ich gehe voller Vorfreude zu meinem Schalter und erhalte einen Zettel ohne weiteren Kommentar. - Bitte kommen sie in einer Woche um 10 Uhr wieder zu Schalter Nummer 10 - Die Begeisterung steht mir ins Gesicht geschrieben.

Eine Woche später mache ich mich erneut auf den Weg zum Immigrationsamt. Ich begebe mich zu Schalter 10. Der Bearbeiter läuft zu einer Schublade und holt meine Formulare von letzter Woche heraus. Blättert sie gefühlte 2 Sekunden durch und drückt mir wieder ein neues Zettelchen in die Hand. - Bitte begeben Sie sich zu Schalter 25-31 und warten Sie dort bis sie aufgerufen werden - Was bleibt mir also Anderes über als mich wieder hin zu setzen und zu warten. Dieses Mal wurde mein Name nach etwa 45 Minuten aufgerufen. "Das macht dann 200 HKD(25€) ". Viel Spaß mit Ihrem Visum"

Mensch das hat richtig viel Spaß gemacht. Das Gute ist, ich habe endlich meinen Reisepass und kann auf Reisen gehen. Das Schlechte ist, dass ich mit meinem temporären Reisepass viele Probleme habe. z.B. wollten sie mir die Einreise nach Taiwan verweigern und haben mich für 30 Minuten festgehalten, obwohl wir schon zum Last Call zum Boarding sind.

Ausflug nach Macao

Da das jetzt wohl doch etwas mehr zu lesen war als erwartet, kommen jetzt ganz viele Fotos für euch.

Wir haben uns vor zwei Wochen für einen Tagestrip nach Macao aufgemacht. Macao ist wie Las Vegas für seine gigantischen Casinos bekannt. Hier gibt es vermutlich kaum eine andere Einnahmequelle. Von Venedig über Paris bis hin du Abu Dhabi werden hier alle Themen mit Spielhäusern abgedeckt. Unvorstellbar ist wie viel Geld hier begraben liegt. Und jedes Jahr werden neue riesige Themengebiete aus dem Erdboden gestampft.

Die Stadt Macao selbst war ursprünglich eine portugiesische Kolonie. Wenn man durch die Altstadt läuft fühlt man sich wie im Urlaub in Europa. Alte mediterrane Gebäude reihen sich aneinander. Auch alle Schilder sind mindestens dreisprachig gestaltet. Portugiesisch, Englisch, Mandarin und manchmal auch Kantonesisch.

Von Hong Kong kann man mit einer Fähre gut nach Macao gelangen. Es dauert etwa 3 Stunden um zum Hafen zu gelangen, sich ein Ticket zu kaufen, auf das Schiff zu warten und dann vom Hafen in Macao in die Stadt zu kommen. Mit knapp 30€ hin und zurück, war das ein relativ günstiger Ausflug.

Nein, wir waren nicht im Casino - Wir hatten kein Geld dazu.

Chinesische Kultur

Damit wir uns hier ein bisschen besser einleben und uns vielleicht auch ein wenig mehr in die Asiatische Kultur integrieren können, haben wir uns zu einem Kalligraphie-Kurs angemeldet. Hier lernen wir die traditionelle Schreibweise von Chinesischen Zeichen.

Man sagt, dass Kalligraphie so wie auch das Malen von Mandalas eine entspannende und meditative Wirkung auf den Körper und die Seele hat. Kurz gesagt NEIN HAT ES NICHT - zumindest nicht bei mir. Ich in die Ungeduld in Person. Es ist unvorstellbar schwer eine gerade Line zu malen. Geschweige denn eine schöne Kurve.

Zumindest sieht es einigermaßen künstlerisch aus was ich abliefere.

Wochenend-Trip Teipeh

Damit wir auch mal was von der Welt sehen haben wir uns entschlossen für 3 Tage nach Taiwan zu fliegen. Es ist relativ einfach dort hin zu reisen, da es etwa jede Stunde einen Direktflug von Hong Kong aus gibt. Mit dem Bus von Wohnheim ging es in 50 Minuten direkt zum Flughafen und von dort aus 1,5 Stunden weiter nach Teipeh.

Dass ich eigentlich ohne Visum mit meinem temporären Reisepass nicht hätte einreisen dürfen, wollen wir mal verschweigen. Und auch, dass ich dann wohl eher illegal im Land war. Naja sowas passiert eben, wenn niemand deinen Reisepass kennt und denkt es sei ein "normaler" Deutscher. Hat mich auch nur sehr viel Angstschweiß gekostet um durch die Grenzkontrolle zu kommen. Hat aber alles geklappt soweit. In Teipeh angekommen mussten wir einen Bus ins Stadtzentrum nehmen. Es hat ca 1,5 Stunden gedauert und rund 4€ gekostet. Im Anschluss daran wurde ein Taxi genommen, weil Nachts keine Bahnen oder ähnliches mehr fahren. Nachts um 1 Uhr kamen wir dann endlich in unserem Hostel an.

Leider kann ich hier keine Videos reinladen, die ich nicht davor auf Youtube hoch geladen habe. Also müsste ihr es mir so glauben. Unser Hostel war wortwörtlich ein Raumschiff. Das komplette Innere war wie in den Filmen aufgebaut. Die elektrischen Schwebetüren zu den einzelnen Bädern haben einem auf jeden Fall das Gefühl gegeben an einem futuristischen Ort gelandet zu sein. Und das Beste, unser Badezimmer war mit weißem Marmor ausgekleidet. Ich kann euch hier gerne mal den Link reinstellen, damit ihr es euch anschauen könnt. https://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g293913-d6987800-Reviews-Space_Inn_Hengyang_Branch-Taipei.html

Eine der ungewöhnlichen Erfahrungen haben wir am letzten Tag gemacht. Wir sind zum sogenannten Lantern Festival gefahren. Eine zwei-stündige Fahrt in einem komplett überfüllten Zug hat uns in ein kleines Dorf am Rande von Teipeh gebracht. Als die Bahn in der letzten Station einfuhr wurden wir von Massen an Menschen empfangen, welche jubeln und winkend am Rand standen. Wir waren doch sehr verwundert, womit wir ein solches Empfangskomitee zu verdanken haben. Die Erklärung fanden wird dann beim Verlassen des Zuges. Hunderte Menschen strömten plötzlich auf die Gleise um ihre Laternen zu bemalen und sie steigen zu lassen.

Auch wir haben uns daran gewagt. Wir haben uns zwei Laternen gekauft, sie bemalt und dann steigen lassen.

Wandern

Obwohl es hier so viele schöne Routen zum Wandern gibt, kommen wir leider nicht, bzw. nur sehr selten dazu, weil wir alle einen sehr unterschiedlichen Stundenplan haben und unsere Prüfungsphase zur Halbzeit des Semesters eingeläutet wurde. Also habe ich einfach meinen Rucksack gepackt und bin selbst losgestiefelt.

Es gibt einen Wanderweg zum sogenannten Gipfel des Lion Rocks. Von seiner Spitze hat man einen Ausblick über die gesamte Stadt Hong Kong.

Ich, die echt kein Fan vom wandern ist, und die sehr sehr schnell außer Atem kommt beim Wandern (Warum auch immer das beim Wandern so extrem ist?), ich bin alleine die Rund 400 Meter nach oben geklettert. Was auch immer mich dazu motiviert hat, diese Motivation bräuchte ich jetzt eigentlich auch zum Lernen.

Unterwegs war ich aber nie alleine. Ich wurde von vielen Menschen begleitet, welche sich das gleiche Ziel wie ich hatten. Auch ein kleiner niedlicher Anfeuerer saß am Straßenrand und hat für mich gejubelt.

Nach knapp einer Stunde Aufstieg erreichte ich jedenfalls den Einstieg zum National Park.

Von hier aus ging es teilweise sehr steil den Berg hinauf für etwa eine weitere Stunde.

Aber es hat sich gelohnt. Schon auf dem Weg nach Oben hatte ich eine super Aussicht.

Endlich Oben angekommen, zeigte sich dann der angekündigte Aussichtspunkt, von welchem man die ganze Stadt erblicken konnte.

Endlich Frühling

Nachdem wir vergangene Woche, die absolut kältesten Tage im Jahr hatten, mit rund 10 Grad, geht es jetzt hoffentlich nur noch Aufwärts mit den Temperaturen. 10 Grad mag für uns Europäer gar nicht sooo kalt klingen, allerdings ist es das, wenn man nur eine dünne Lederjacke hat, und keinen Ort an dem man sich aufheizen kann, da es hier keine Heizung gibt. Das absolute Highlight war allerdings auf der Rückfahrt von einem Ausflug, als der Busfahrer bei 10 Grad Außentemperatur die Klimaanlage eingeschaltet hat! Ich bin so froh, dass wir wenigstens in der Dusche fließend heißes Wasser haben.

Da es jetzt aber endlich warm wird, beginnt für uns die Strand-Zeit. Wasser und Strände gibt es hier ja genug.

Neues Zimmer

Ich weiß schon gar nicht mehr, ob ich es Anfangs erwähnt hatte, oder nicht, aber ich habe mich in meinem zugeteilten Doppel-Zimmer überhaupt nicht wohl gefühlt. Vermutlich kann man sich mit seinem Zimmerpartner hier sehr gut arrangieren, oder man dreht nach kurzer Zeit durch. Da meine Mitbewohnerin eine Einheimische war, haben sich unsere Tagesrhythmen doch sehr unterschieden. Während sie nachts um 3/4 ins Bett ging und auch zur gleichen Zeit mittags wieder aufgestanden ist, war ich um 12 Uhr schon total erledigt, bin dafür aber auch schon um 8 Uhr wieder wach gewesen. Damit haben wir uns ständig aufgeweckt und das ging auf Dauer nicht gut.

Kurz um, ich habe mich um ein Einzelzimmer beworben. das kostet mich jetzt zwar über 30€ pro Quadratmeter im Monat, allerdings ist es doch auch sehr viel komfortabler hier zu sein.

Es ist zwar sehr simple eingerichtet, doch ich habe hier alles was man braucht zum Leben. Bett, Schreibtisch und Schrank, das ist Alles was es gibt. Ich teile mit mein Badezimmer mit zwei anderen Mädels aus China. Sehr lieb die Beiden. Und auch definitiv ordentlicher als meine vorherigen Bathroommates.

Das Beste an meinem Zimmer ist allerdings ein atemberaubender Ausblick aus meinem Fenster. Ich kann beinahe die ganze Stadt sehen.

Leider oft eher schlecht, da die Luftverschmutzung derzeit so Hoch ist, dass ich nur selten bis zu den Bergen am anderen Ende der Stadt sehen kann. Und die Werte sind alles andere als gesund.

Wer sich ein wenig mit der Thematik befasst, der wird wissen, dass es einen Index (AQI = Air Quality Index) gibt mit welchem sich der Verschmutzungsgrad angeben lässt.

  • 0-50 = Geringe Verschmutzung, keine Einschränkungen
  • 51-100 = Mäßige Verschmutzungen, empfindliche Menschen bemerken hier schon eine Veränderung
  • > 101 = Starke Verschmutzung, hier kann es zu Gesundheitsschädigungen kommen

Der höchste Wert welcher offiziell hier gemessen wurde, während ich hier war, lag bei 170. Dazu gehört auch das linke Foto vom vorhergehenden Bild. Ich möchte gar nicht wissen, was bei solchen Werten alles passieren kann. An sehr guten Tagen sinkt der Wert auf 30 ab, was aber nur sehr selten vor kommt. Der Durchschnitt in der letzten Zeit liegt etwa zwischen 50 und 70.

Das gibt zumindest mir zu denken.

So, das soll es vorerst mal wieder gewesen sein. Damit ich auch in Zukunft noch etwas zu erzählen habe. Ich hoffe, dass der nächste Eintrag nicht wieder Wochen auf sich warten lässt.

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