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Wenn der Glaube zum Geben führt 1. Mose 14

Ehre, wem Ehre gebührt

Stell dir ein Experiment vor: Nimm einmal 10 Hühner, stecke sie in ein Gehege und streue ein wenig Futter aus. Schon nach kurzer Zeit wirst du ein eigenartiges Phänomen beobachten können. Innerhalb von wenigen Sekunden werden die Hühner, die sich vorher nicht gekannt haben, eine Hierachie aufbauen: Sie werden eine Hackordnung aufstellen. Anhand kleiner Gefechte werden sie instiktiv festlegen welchens Huhn Nr. 1 ist und welches die Nummer 10 ist. Huhn Nummer 1 hackt nach Huhn Nummer 2 und schüchtert es ein, ohne dafür bestraft zu werden. Huhn Nummer 2 erträgt zwar die Behandlung durch Huhn Nr 1, wendet sich aber jetzt zu Huhn Nr 3 und hackt nach diesem; Huhn Nr. 3 lässt nun seinen Frust an Huhn Nummer 4 aus. Diese Hackordnung setzt sich fort bis zu Huhn Nummer 10. Dieses hat ein undankbares Schicksal, es hat niemand, auf den es einhacken könnte.

Diese System der Hackordnung findet sich nicht nur im Reich der Tiere, sondern auch in allen Gesellschaftsschichten der Menschen wieder. Das wirst im Büro, im Fitnessstudio, auf der Autobahn , bei der Konferenz usw. überall finden. Geh mal in ein Restaurant essen, in dem Bundesrätin Somaruga zufällig auch isst und du wirst feststellen, es ist nicht das Gleiche wenn sie nach dem Kellner ruft, wie wenn du rufst.

Diese Kultur des Umgangs ist einfach da. Bei uns in der Schweiz geht das ja sehr gesittet zu und her. Wir leben eigentlich "deine Kultur der Ehre"! Nämlich: Ehre, dem Ehre gebührt und dem anderen nicht.

  • Wo und wie erlebst du die Hackordnung?
  • Wo siehst du die Kultur der Ehre?

Biblische Kontrastkultur

Die Bibel kennt auch eine Kultur der Ehre. Nur ist die Gewichtung komplett anders. Das Wort Ehre im Hebräischen Sinn heisst eigentlich etwas Gewicht geben.

Ehren kommt aus dem hebräischen Wort „kāvôd“ und bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Gewichten“. Das Wort kommt zum Beispiel in Jesaja 6,3 vor:

Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!

Ehren heisst, einer Sache, einer Person, einem Gegenstand Gewicht geben. Die Lande geben dem Herrn Gewicht, sie ehren ihn. Und „Gewichten“ ist eine Aktion. Es beinhaltet eine Handlung. Es kostet uns entweder Geld, Zeit oder eine sichtbare Proklamation. Ehre zeigen wir. Klar, wir können Menschen, Gott und höhere Ordnungen respektieren, doch dies hat nichts mit Ehren zu tun

Wir sind unterwegs im Leben von Abraham, in 1. Mose Kap. 14 und haben festgestellt, dass Abraham in seinem Leben Gott immer mehr Gewicht gibt, Ehre gibt. Das verändert seine Kultur, sein Leben. Wir haben letztes Mal in Kapitel 13 gesehen dass Abraham Lot die Entscheidung lässt, welches Land er wählen will. Er sagt so quasi: Die Hackordnung lebe ich nicht mehr so aus….eine andere Kultur ist in meine Leben eingezogen.

Lesen wir 1. Mose 14,1-24

Lot gibt sich die Ehre

Über das Leben oder den Charakter von Lot, dem Neffen Abrams, lesen wir nur wenig. Aber seine Handlungen können wir beobachten. In Kapitel 13 entscheidet sich Lot für ein Leben in Sodom und Gomorra, obwohl er weiss, dass diese Städte verrufen sind wegen ihrer Boshaftigkeit.

Du musst mit einer Person eine kurze Zeit unterwegs sein und schon wirkst du merken, was er verehrt, was und wem er Gewicht gibt.

Warum zieht Lot in diese verrufene Stadt? Was treibt ihn an? Ich meine Lot sucht Anerkennung und Ehre! Er will jemand sein, auch so gross wie Abram. Er will Reichtum und Macht. Es sind die drei grossen Fallen für uns Menschen: Macht, Sex und Geld.

Die Bibel redet Klartext:

Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Galater 6,7-8

Lot erntet ziemlich schnell.

Die Könige der Region entfachen einen Krieg. Einer will nicht mehr auf sich rumhacken lassen und schon geht der Krieg los.

Dieser Krieg hat auch zur Folge, dass der König von Sodom verliert und die Städte von Sodom und Gomorra geplündert werden.

Lot und seine Ganze Familie werden zu Kriegsgefangenen.

Abram gibt Lot die Ehre

Ein Mann überlebt die Schlacht und weiss um Abram und seine Verwandtschaft zu Lot. Er berichtet Abram von der Entführung.

Vielleicht hat sich Abram schon gedacht, dass es mit seinem Neffen nicht gut kommen wird. Und jetzt ist es so. "Der soll die Suppe doch selber auslöffeln"! "Er soll aus dieser Misere etwas lernen und sich selber raushelfen." So oder ähnlich könnte man denken. Ehre wem Ehre gebührt - aber sich nicht Lot!

Aber Abram überrascht. Er stellte seine Elitetruppe von 318 Mann zusammen, alle in seiner Sippe geboren und jagt den Königen nach. Er befreit Lot und seine Leute.

In der Handlung Abrams wird der Herzschlag Gottes sichtbar. Abram hat selber Gnade von Gott erlebt und gibt diese nun weiter. Er hat gelernt, dass Gott dem Gewicht gibt, der es gar nicht verdient hat.

Ist das nicht zutiefst Evangelium, -Jesus Like? Berührt uns da nicht genau dieser Jesus, der auf Erden, denen die es nicht verdient haben mehr Gewicht gegeben hat, als denen die die Ehre in der Welt gesucht haben? Erinnert uns die Stelle nicht an die Bergpredigt, als unser Herr Jesus uns die Feindesliebe an Herz legt. Wenn du jemanden Gewicht gibst, den dir sowieso symphatisch ist, das kann doch jeder.

Nächstenliebe heisst auch den Menschen Gewicht geben, der es nicht verdient hat!

  • Welcher Person will ich mehr Gewicht geben? Wie sieht das konkret aus?
  • Was geschieht, wenn du die ehrst, die es eigentlich nicht verdient haben?
  • Wo sind Grenzen?

Abraham gibt Gott die Ehre

Mit der ganzen Beute kommen sie im Königstal an. Wir sind uns ziemlich sicher, dass diese nur das Kidrontal ist. Aus der Stadt Salem kommt ihnen eine König entgegen.

Dieser König kommt aus Salem. Ein anderes Wort für Jerusalem. Es ist schon erstaunlich, dass hier bereits Jerusalem das erste Mal in der Bibel vorkommt, obwohl es noch eine ganz unbedeutende Stadt ist. Sodom und Gomorra sind im Moment angesagt, aber das wird sich bald ändern. Heute noch ist Jerusalem eine bedeutende Stadt - Sodom und Gomorra gibt es nicht mehr.

Wer war dieser Melchisedek?

Aus dieser Stadt kommt eine geheimnisvolle Person, Melchisedek, die so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist. Drei Verse und dann lange nichts mehr.

Eine ausführliche und hilfreiche Predigt über Melchisedek findest du hier:

Wir sind nicht alleine!

Plötzlich begegnet Abraham einem Mann der an den gleichen Gott glaubt wie er! Mitten in der Gottlosigkeit hat Gott seine Leute. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben allein mit unserem Glauben zu sein - wir sind es nicht.

Ging es nicht auch Elia so, als er sich vollkommen verlassen fühlte und Gott ihm sagte: Ich habe 7000 übrig gelassen! (1. Könige 19,18). Nein, wir sind nie alleine!

Dieser König und Priester der Höchsten aus Salem ist eine eigenartige Erscheinung. Und er kommt noch zweimal in der Bibel vor. Das erste Mal fast 1000 Jahre später erinnert sich David an ihn in seinem messianischen Psalm 110,4:

Der Herr hat einen Eid geschworen und wird ihn nicht brechen: »Du bist für immer Priester nach der Ordnung Melchisedeks.«

In diesem Psalm wird auf Jesus prophezeit, nämlich, dass Jesus gleichzeitig König und Priester ist. Das ist in der Zeit des Gesetztes unmöglich. Aber in der Zeit ohne das Gesetz, Melchisedek und Jesus, schon.

Also Melchisedek ist ein starker Hinweis auf Jesus, besonders als er mit Brot und Wein kommt.

Abram gibt Gott die Ehre

Abraham gibt zehn Prozent seiner Beute diesem Priester Gottes. Das hat ihm ja niemand gesagt, es gab noch gar keine Gesetz. Erst später, eben in den Gesetzen, kommt diese Aufforderderung den Zehnten Teil ins Reich Gottes zu geben.

Ich finde das bis heute einen guten Masstab (kein Gesetz), dass ich zehn Prozent meiner Beute ins Reich Gottes gebe. Dem Reich von Gott Gewicht gebe.

Damit gibt Abrahm Gott die Ehre - Gott das Gewicht. Wir geben den Zehnten unsrer Beute, weil wir Gott ehren wollen.

Ich weiss noch, als ich ganz frisch Christ war. Ich hatte damals in der Drogentherapie 50 Franken Taschengeld im Monat. 5 Franken davon habe ich an OM gespendet. Ich war so glücklich, dass ich mit meinem Anteil dem Reich Gottes Gewicht gegeben habe und dass ich mit meinen 5 Franken dazu beitragen konnte, dass Gott gross gemacht wird.

Wie kann ich Gott Gewicht geben?

  • Wie gehst du mit dem Zehnten um?
  • Was geht in deinem Herzen ab, wenn du den zehnten Anteil deiner Beute Gott gibst?

Abram lässt sich nicht ehren

Als er jetzt vor den König tirtt, macht der König ihm ein Angebot. Aber weisst das Angebot zurück, er will nicht dass es heisst, dass dieser König ihn reich gemacht hat.

  • Wo sehe ich meine Gewichtsverteilung? Wo muss ich was ändern?
  • Wo will Gott, dass ich meinem Leben eine andere Gewichtung gebe?
  • Wo will Gott, dass ich seine Kultur der Ehre übernehme, statt die von dieser Welt?

Credits:

Erstellt mit Bildern von Ben White - "Christmas Gift" • William Moreland - "untitled image" • chatnarin pramnapan - "Hen" • Henning Witzel - "Los Angeles by Night" • Israel Sundseth - "walking back from work nomikai post-drunk i racked focus the completely wrong way and snapped a photo. somehow it is my most ‘successful’ shot." • Finding Dan | Dan Grinwis - "This photo was captured on an adventure across the beautiful Namibian landscape, in Africa. Endless rolling dunes shadowed shapes onto the sand as far as the eye could see. The only trace of life is left in the wake of footprints briefly following your lead, before being swept away by the wind. What a beautiful place." • Arno Smit - "untitled image" • Dawid Matyszczyk - "untitled image" • Arno Smit - "untitled image"