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Unterrichtsszenarien HINweise zum Distanzunterricht (Edith Siegert, mBDB)

Klassenunterricht

1. Videokonferenz:

Der Lehrer lädt die SuS zur Videokonferenz für die Unterrichtssunde ein. Absprache mit anderen Kolleginnen und Kollegen bzw. nach festem Plan. Anschließend Planung im Kalender, aussagekräftige Bezeichnung zur Orientierung der SuS.

2. Bildschirm teilen:

Lehrkraft, aber auch SuS können Inhalte präsentieren, z. B. für Präsentationen, Besprechung von Arbeitsergebnissen usw.

3. Dateien austeilen und teilen:

Auf unterschiedliche Arten können Lehrkräfte den SuS Dateien zur Verfügung stellen als Info-Material, als geteilte Datei zum gemeinsamen Arbeiten usw.

4. Tafelfunktion nutzen

Auf dem "Whiteboard" oder im Kursnotizbuch (OneNote) kann wie mit einer digitalen Tafel gearbeitet werden. Dieses kann in Videokonferenzen auch geteilt werden. Optimalerweise nutzt man hier ein Tablet oder ein Notebook mit Tabletfunktion.

Organisatorische Hinweise:

Teilnahme im Browser (nicht Safari und Internet Explorer) oder über die App möglich. Empfohlen wird die Teilnahme über die App. SuS, die nicht über ein digitales Endgerät verfügen, können sich telefonisch einwählen.

Testen Sie die Technik. Machen Sie die SuS mit den Funktionen vertraut.

Der Lehrer kann sich mit einem Klick eine Anwesenheitsliste ausdrucken lassen.

Nutzen Sie den Chat, das Hand-Heben oder weitere Features (z. B. künftig Live Reactions) um mit den Schülern während der Videokonferenz in Kontakt zu bleiben. Evtl. einen Schüler/eine Schülerin als Moderator*in für den Chat beauftragen. Evtl. zweiter Bildschirm, zweites Endgerät sinnvoll um den Chat im Blick zu haben.

Die SuS sollten mit den Regeln für Videokonferenzen vertraut gemacht werden:

  1. Verbot des Streamings
  2. SuS Mikrofone aus bei größeren Gruppen
  3. Intervention über Chat, Hand-Heben, direkte Ansprache
  4. Kamera an/aus (SuS freiwillig)
  5. Pausen einkalkulieren, da teilweise zeitliche Verzögerungen auftreten usw.

Gruppenarbeit

1. Je Gruppe ein Chat/Kanal:

Die Lehrkraft oder ein Schüler/eine Schülerin erstellt einen neuen Chat für die Gruppe (demnächst echte Breakout-Räume) bzw. es gibt festgelegte Kanäle für die Gruppenarbeit.

2. Videotelefonie:

Die Gruppenarbeit findet mit Hilfe von Videokonferenzen in den Chats oder Kanälen statt.

3. Kollaboratives Arbeiten

In den Gruppen können die SuS gemeinsam an Dokumenten arbeiten. Entweder gibt ein SoS die Datei auf seinem Bildschirm frei und er/sie arbeitet daran und die anderen unterstützen. Oder die Datei wird als gemeinsam genutzte Datei von allen geöffnet. Hier kann jeder arbeiten, man sieht den Cursor und die Inhalte der anderen Gruppen-Mitglieder. In diesem Fall ist die Vorstrukturierung des Dokuments z. B. durch eine Tabelle o. ä. sinnvoll.

4. Betreuung durch die Lehrkraft:

Die Lehrkraft kann von Gruppe zu Gruppe wechseln, indem sie an den entsprechenden Videokonferenzen teilnimmt. Fragen der SuS können auch in den Gruppenchat geschrieben werden, dann sieht die Lehrkraft, wo Hilfe benötigt wird.

Organisatorische Hinweise:

Vereinbaren Sie eine Zeit, zu der sich wieder alle in der zentralen Videokonferenz treffen. Legen Sie fest, wo die Arbeitsergebnisse dokumentiert bzw. abgelegt werden.

Mediendidaktische Impulse

Die wesentlichen Potenziale der digitalen Medien liegen in folgenden Bereichen, zu denen MS Teams in den meisten Fällen Lösungen anbietet:

  • Individualisierung des Lernprozesses
  • Multimediale Lernmaterialien
  • Kollaboration der SuS
  • SuS werden zu Produzenten und entwickeln kreative Lernprodukte
  • individuelles Feedback
  • Orts- und Zeitunabhängigkeit

Methodisch abwechslungsreiche Gestaltung des Distanzunterrichts:

Fördern Sie die Kommunikation und Kollaboration der SuS, finden Sie andere Settings als den "virtuellen Frontalunterricht" in Videokonferenzen.

Vorträge, Einzel- und Gruppenarbeit können flexibel in einer Unterrichtsstunde genutzt werden, z. B. Think - Pair - Share oder auch Modelle von Flipped Classroom.

SuS können Arbeitsergebnisse z. B. als Präsentationen gestalten und durch Teilen des Bildschirms präsentieren.

MS Teams kann auch mit bereits vorhandenen Lernressourcen z. B. in mebis kombiniert werden.

Aufgaben mit Feedback

Einstellen von Aufgaben:

Im Bereich Aufgaben können in MS Teams Aufgaben mit Zusatzmaterialien an die SuS verteilt werden.

Hochladen von (Haus-)Aufgaben:

Die SuS bearbeiten die entsprechenden Aufgaben und laden ihre Lösungen hoch.

Korrektur der Aufgaben:

Die Lehrkraft kann die Aufgaben korrigieren, bewerten und den SuS mit Feedback zurückgeben.

Organisatorische Hinweise:

Es bietet sich an ein konkretes Datum für die Abgabe zu setzen. Die fristgerechte Abgabe wird im automatisch geprüft.

Legen Sie das Dateiformat oder die Dateiformate fest, die Sie für die Lösung der Aufgabe wollen (z. B. PDF, DOCX, Foto usw.). Wenn Office-Formate, wie DOCX oder PPT verwendet werden, kann der Lehrer direkt in das Dokument Kommentare und Korrekturen einfügen.

Auch wenn es evtl. günstiger ist, manche Aufgaben analog zu bearbeiten (z. B. Mathematik-Aufgaben im Heft, Englisch-Aufgaben im Workbook, handschriftlicher Aufsatz) kann die Aufgabe abgegeben werden, indem z. B. ein Foto oder ein Scan hochgeladen wird. Eine Korrektur im Dokument ist hier nicht möglich, nur ein Feedback.

Kommunikation und Beziehungsarbeit

Wichtig im Distanzunterricht ist die Kommunikation und "Beziehungsarbeit" mit den SuS und die Kommunikation und Kollaboration der SuS untereinander.

1. Sprechstunden:

Eine Möglichkeit der Kommunikation sind individuelle Sprechstunden als Videokonferenzen, in denen SuS individuelle Fragen klären können.

Auch die SuS können eine Besprechungsanfrage an die Lehrkraft senden in Form der Einladung zu einer Videokonferenz, die der Lehrer annehmen kann. Bei Ablehnung sollte ein anderer Zeitraum vorgeschlagen werden.

2. Asynchrone Kommunikation im Chat:

Auch der Chat bzw. die interne Mail sind Möglichkeiten mit den SuS zu kommunizieren. Die Kommunikation kann dabei von beiden Seiten initiiert werden.

3. Feedback:

Da im Distanzunterricht das unmittelbare Feedback fehlt, ist es wichtig, den SuS individuelles Feedback zu Ihrem Arbeiten zu geben. Das ist z. B. in der Bewertung von Aufgaben möglich, aber auch mündlich in der Sprechstunde.

Organisatorische Hinweise:

Grundsätzlich sollte so viel Freiraum für die SuS wie möglich gegeben werden und nur so viel Kontrolle wie nötig. Offene Lernsettings sind motivierend und lernförderlich, wenn die SuS diese Form des Arbeitens kennen bzw. gewohnt sind. Seien Sie als Lehrkraft grundsätzlich ansprechbar als Berater und für Fragen.

Als günstig hat sich eine feste Sprechstunde bewährt. Je nachdem, wie die Sprechstunde frequentiert wird, können die SuS flexibel an der Videokonferenz teilnehmen oder tragen sich vorher für Slots ein.

ACHTUNG: Definieren Sie Zeiträume für Erreichbarkeit, setzen Sie Grenzen und teilen Sie diese den SuS auch mit!

(Datenschutz-) rechtliche Hinweise

SuS müssen über technische Möglichkeiten verfügen. Videobild ist grundsätzlich freiwillig.

Datenfreundliches Arbeiten in Teams. Problematisch sind personenbezogene Daten, z. B. Noten, Krankmeldungen, Ordnungsmaßnahmen usw. (hier andere Systeme nutzen)

Graubereich: Live-Übertragung von Unterricht für die Parallelgruppe (hier Einverständniserklärungen einholen). Um sinnvoll so zu arbeiten ist eine sehr durchdachte pädagogisch-didaktische Planung notwendig, damit beide Gruppen von dieser Form des Unterrichts profitieren.

#bsOpf: Zusammenarbeit

Arbeiten Sie zusammen bei der Vorbereitung und Planung. Gut ausgearbeitete digitale Lernsettings sind teilweise arbeitsaufwändiger.

Good Practice: Testen Sie und teilen Sie Ihre Erfahrungen im Kollegium: Was funktioniert gut, was weniger ...

(c) Edith Siegert, medienpädagogische Beraterin digitale Bildung der Reg. d. OPf.

Created By
Edith Siegert
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Credits:

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