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Best-of student research Studierende forschen - Die Ergebnisse könnt ihr hier sehen!

Veröffentlichte Forschungsprojekte

Von der Rolle der Frau im Dokumentarfilm der DDR, über kritischen Perspektiven auf den Genozid in Namibia, bis hin zu experimentellen Schreiben - Studierende haben sich in den letzten Jahren maßgeblich mit eigenen Forschungsprojekten an die Humboldt-Universität Berlin eingebracht.

Die Forschungsergebnisse haben dabei ganz verschiedene Formen angenommen und zeigen: studentische Forschung nimmt eben so viele Darstellungsformen an wie Themen! Zu den Produkten der studentischen Forschungsseminare gehören Foto-Strecken, Video-Essays oder auch gemeinsame Veranstaltungen wie beispielsweise Vorträge oder Symposien. Wir haben eine kleine Auswahl für euch zusammengestellt - viel Spaß beim stöbern!

Beispiele von der Umsetzung studentischer Forschung. Alle hier dargestellten Projekte findet ihr in den Beiträgen unten!

In den folgenden Abschnitten stellen wir verschiedene Abschlussprojekte vor, die auf unterschiedlichen Kanälen veröffentlicht worden sind. Dazu zählen YouTube, CouchFM, selbstgestaltete Websites oder analoge Formate wie beispielsweise Ausstellungen oder Broschüren.

Projekte

  1. Car-Free City Centers ...yes please?
  2. Religion und Flucht
  3. Die "Neue Rechte" als Gesellschaftliches Phänomen
  4. Perspektiven einer Anti-Kriegsbewegung heute
  5. Humor Melancholie Musik
  6. Schatten deutscher Kolonialgeschichte in Berlin - Kritische Perspektiven auf deutsche Erinnerungspolitik
  7. Komponieren Heute
  8. Die Zufallsmaschine
  9. Writing Intersectionally
  10. Frauenbilder im Dokumentar-film der DDR
  11. Verborgenes Licht. Fotogramme künstlerisch erforscht.
  12. „Tonaufnahmen aus Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs“
  13. Ästhetik nach Adorno
  14. "What does it mean to be raced?"
  15. „Homelessness and Homemaking“
  16. Musik und ihre Anderen
  17. Quality certification for nonprofits, charitable giving, and donor's trust: Experimental evidence
  18. The Social Behavior of Surface and Cave-Dwelling Fish
  19. Representations of a Common Culture
  20. Southern African Perspectives
  21. Wie Schafe zur Schlachtbank? - Dimensionen jüdischen Widerstands im Nationalsozialismus
  22. „Gläserner Vorhang": Ausstellung der Forschungsergebnisse des Lehrforschungsprojekts “Die Tyrannei der Intimität im Zeitalter der Digitalisierung. Vom öffentlich Sein und der Öffentlichkeit.”
  23. Avantgarden vom Kopf auf die Füße gestellt - Kritik an Kunst vs. Künstlerkritik
  24. Musik als Wissensmaschine
  25. Mobilität und Gesundheit in Zeiten von COVID-19
  26. Gewalt: Künstlerische Gegenstrategien zu Geschlechterbildern
  27. Wohnungssuche auf dem Berliner Mietmarkt
  28. Rechtspopulistische Othering-Konstruktionen und Herstellung von Wahrheiten in digitalen Räumen
  29. Der Wert der Natur
  30. Making Climate Futures
  31. Weltherrschaft der Freimaurerei?

Viel Spaß beim Lesen!

Car-Free City Centers ...yes please?

Welche Bedingungen Stadtbewohner sich wünschen, um auf das Auto im Stadtzentrum zu verzichten, haben die Teilnehmenden des Q-Teams „Discrete Choice Modeling to Evaluate Electricity Qualitiy – Empirical Evidence and Methodical Advances“ untersucht. Der daraus resultierende Artikel ist in der Zeitschrift Transportation Research Part D: Transport and Environment erschienen.

"In the face of climate change and growing health hazards due to air pollution in urban centers, private car use is being increasingly criticized. At the same time, research suggests that there is an unsatisfied demand for modes of transportation other than private cars. In fact, many cities all over Europe have already established car-restricted or car-free areas. This paper uses a discrete choice experiment to learn more about people’s preferences regarding a car-free city center in Berlin, Germany. We find that, given the current infrastructure, around 60% of our respondents are willing to accept a car-free city center. By improving infrastructure for cyclists, willingness to accept a car-free city center strongly increases. Similarly, improving the network of bus stops and train stations as well as rededicating released streets to recreational uses would contribute to a higher acceptance of a car-free city center. Using a random parameters logit model, we have also identified observed and unobserved sources of heterogeneity."

Photo: Image by Free-Photos from Pixabay

Religion und Flucht

„Welche Bedeutung hat Religion bei den Fluchterfahrungen syrischer Menschen und wie stellt sich religiöse Identität im Kontext des Zufluchtslandes dar?“

Aus dieser zu Beginn gestellten Forschungsfrage entwickelte sich ein studentisches Forschungsprojekt im Bereich des Forschenden Lernens. Dieses findet mit der gezeigten Ausstellung nach drei Semestern, seinen Abschluss. Ging es im zweiten und dritten Semester darum eine Auswertung vorzunehmen und diese in einer Ausstellung zu präsentieren, so war im ersten Semester die Verschriftlichung von Biographien zum Thema Religion und Flucht Inhalt des Forschungsdesigns. Dabei lag der Schwerpunkt dieser biographischen Erhebung im interkulturell reflektierten Miteinander zwischen den Student*innen und den nach Deutschland geflohenen Interviewpartner*innen.

Diese Ausstellung, die aus der Arbeit von anderthalb Jahren entstanden ist, zeigte eine bestimmte Interpretation der Narrative und obwohl sie den Narrativen so viel Raum geben will, wie möglich, mischen sich durch Aufteilung und Auswahl der Texte und das Design unter die Stimmen der geflüchteten Menschen auch die Interpretationen der Studierenden.

Die Beiträge der Ausstellung finden sie zum nachlesen hier:

Photo: Paula Hartl

Die "Neue Rechte" als Gesellschaftliches Phänomen

Diese Broschüre ist das Ergebnis des zweisemestrigen studentischen Forschungsseminars „Die ‚Neue Rechte‘ als gesellschaftliches Phänomen“. Unsere Ergebnisse wollen wir, im Sinne von Shared Knowledge, auch anderen zur Verfügung stellen und bündeln sie deshalb hier und in der dazugehörigen Broschüre. Wir, die Teilnehmer*innen, sind Studierende vom 1. Bachelorsemester bis zum 6. Mastersemester aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Studiengängen und dementsprechend unterschiedlich gelagerten Interessen und Expertisen. Gemeinsam haben wir alle, dass wir eine wissenschaftliche Beschäftigung mit den Phänomenen der sogenannten ‚Neuen Rechten‘ als äußerst wichtig erachten. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit führt das Thema zu starker Polarisierung und hitzigen Debatten. Nachdem wir im ersten Semester verschiedene Zugänge zur politischen Feldforschung kennengelernt haben, haben wir das Konzept des „researching against“ als besonders passenden Leitfaden zu methodischen Fragen bewertet. Dies ist eine ethnografische Forschung, die nicht nur Beschreiben (und damit Reproduzieren), „sondern die Kritik ist und einen Beitrag zur Veränderung des Kritisierten leisten will“. Dafür ist vor allem wichtig, den Untersuchungsgegenstand nicht als isoliertes Randphänomen der Gesellschaft aufzugreifen, sondern in seiner Verwobenheit und Komplexität darzustellen. Wie wird eine Normalität hergestellt, in der dieses Phänomen existieren kann?

Auch die Strategie der „Empathie, aber keine Sympathie“ war für uns ein hilfreicher Gedankenanstoß für einen konstruktiven Umgang mit unserem Forschungsinteresse: Empathisches Nachvollziehen bildet bei qualitativer Forschung die Grundlage des wissenschaftlichen Verständnisses und ist daher unabdingbar; gleichzeitig ist es dabei jedoch nicht notwendig, als Forscher*in Sympathien für die Personen und/oder deren Positionen zu entwickeln (wir denken, dass diese Regel auch allgemein für ein wissenschaftliches Ausloten zwischen Nähe und Distanz, Verstehen und Reflektieren, sinnvoll ist). Ob sich diese beiden Ansätze in der Forschungspraxis so umsetzen lassen, bleibt für uns eine offene Frage.

Herausgekommen sind nun ganz verschiedene Forschungsprojekte, deren (Teil-)Ergebnisse und Einblicke wir auf den folgenden Seiten zusammengestellt haben. Dabei sind wir folgenden Fragen nachgegangen:

Inwiefern inszeniert sich die ‚Neue Rechte‘ als soziale Bewegung? Wie können ‚neurechte‘ Positionen auch christlich motiviert sein oder begründet werden? Auf welche Weise intervenieren junge Frauen* der ‚Neuen Rechten‘ durch Kampagnen und Aktionen in feministische Diskurse? Welche Strategien, Anschlussversuche und Emotionstechniken stecken in Visualisierungen des Feindbilds Gender der ‚Neuen Rechten‘? Wie erzeugt die Partei AfD den Eindruck der Bürger*innennähe und des Problembewusstseins für das Leben der „einfachen Leute“ bei Wähler*innen?

Photo: Sharon McCutcheon;https://unsplash.com/photos/eMP4sYPJ9x0?utm_source=spark&utm_medium=referral&utm_campaign=api-credit

Perspektiven einer Anti-Kriegsbewegung heute

Diese Broschüre enthält eine Reihe von Essays, die sich mit den Perspektiven von zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Krieg heute auseinandersetzen und sich somit in die große und zeitlose Frage nach den Möglichkeiten nachhaltigen Friedens begeben. Was bedeutet es, sich heute gegen Krieg zu engagieren? Wie können wir uns in Zeiten von neuen Kriegen, polarisierender Berichterstattung und Globalisierung mit denjenigen solidarisieren, die den Kampf um nachhaltigen Frieden führen? Auf der Suche nach Handlungsfeldern für eine Antikriegsbewegung heute bewegen wir uns zwangsläufig in dem Spannungsfeld von “realpolitischem” Pragmatismus und radikalem Anspruch, der sich mit dem verbreiteten Denken in Kategorien des „geringeren Übels“ nicht zufrieden geben will. Zuweilen verdammen uns die Schatten des Krieges und der allgegenwärtigen Gewalt zu Gefühlen der Ohnmacht. Weder resigniert zu verzweifeln noch sich auf eine dogmatische, unveränderbare und halb-blinde Position zurückzuziehen, ist die Herausforderung, der wir uns stellen wollen.

HUMOR Melancholie Musik

Dieser Blog ist das Ergebnis zweier Forschungsseminare, die im Winter- und Sommersemester 2018/19 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattgefunden haben.

Im ersten Semester haben sich die Teilnehmer*innen mit dem Thema Humor in der Instrumentalmusik beschäftigt. Unter der Frage, wie Humor in Musik stattfinden kann, wurden verschiedene Humortheorien von Jean Paul, Henri Bergson und anderen besprochen und verschiedene musikalische Stücke analysiert, darunter Werke von Schumann, Mahler und Schostakowitsch. In eigenen Forschungsprojekten haben sich die Studierenden dann noch genauer mit dem Themenkomplex auseinandergesetzt. Die Ergebnisse ihrer Forschung finden sich als Einträge in diesem Blog.

Im Sommersemester wurde der Fokus auf das Thema Melancholie in der Instrumentalmusik gelegt, ähnlich wie im vorigen Semester wurde gefragt, welcher Zusammenhang zwischen Melancholie und Musik besteht und wie Melancholie ein Mittel der Darstellung in der Musik sein kann. Dabei haben sich die Teilnehmer*innen einen eigenen Melancholiebegriff erarbeitet und Werke von Beethoven bis Bartók analysiert, woraufhin sie wieder eigene Forschungsprojekte in Angriff genommen haben, deren Ergebnisse sich auf dieser Website finden.

Bild:https://humormelancholiemusik.weebly.com/uploads/1/2/6/4/126422304/published/591243544.jpg?1562418741

Schatten deutscher Kolonial-geschichte in Berlin - Kritische Perspektiven auf deutsche Erinnerungs-politik

Das Video ist das Abschlussprodukt des Forschungsseminars mit dem Ziel, die deutsche Kolonialgeschichte für Dritte zugänglich zu machen. Dabei sind die Studierenden an verschiedene Schauplätze gefahren, die eine wichtige Rolle in diesem Diskurs spielen und haben sie durch Plakat-Aktionen in Kontext gesetzt. Film ab!

Komponieren Heute

Forschungsseminar: "Cage ist tot! Komponieren heute"

In diesem Seminar ist die Forscher_innen-Gruppe der Frage nachgegangen: wer komponiert heutzutage eigentlich und wie? Dafür haben sie unter anderem mit dem Komponisten Johannes Kreidler gesprochen. Johannes Kreidler ist einer der aktivsten und meist diskutierten Komponisten der Neuen Musik. Mit seinem »Neuen Konzeptualismus« geht er an die Grenzen dessen, was Musik ist. Im Interview spricht er über seine Kunst und das Unverständnis, auf das sie stößt. Die Ergebnisse Könnt ihr hier hören:

Foto: Laura Weber

Fotos : Laura Weber

DIE ZUFALLSMASCHINE

In diesem Forschungsseminar ging es um Zufall bzw. Zufallszahlen. Speziell, da wir aus der Physik kommen, interessierten uns die technischen Anwendungen des Zufalls. Zum einen gibt es den echten Zufall, also Messwerte, die im Experiment nicht vorhersagbar sind. Zum anderen gibt es den sogenannten Pseudozufall. Dieser ist vorhersagbar, kennt man die Parameter und einen sogenannten Seed (Startwert) des Pseudozufallszahlengenerators.

Mehrere Kleingruppen haben an eigenen Forschungsfragen gearbeitet und ihre Ergebnisse als Poster aufbereitet.

Hier eine kleine Auswahl:

Das Experiment (https://zufallsmaschiness19.github.io/projekt_WiSe1819/Poster_Experiment.pdf)
Die Statistik I (https://zufallsmaschiness19.github.io/projekt_WiSe1819/poster_statistik_1.pdf)
Die Anwendung (https://zufallsmaschiness19.github.io/projekt_WiSe1819/Poster_Anwendung.pdf)
Diese und noch weitere Ergebnisse wurden auf der Langen Nacht der Wissenschaften präsentiert und sind auf dem Blog zu sehen:

Leiter_innen des Seminars: Paul Winter und Richard Kullmann

Writing Intersectionally

Lucas Reimann, SoSe 2018

This publication was made in the context of the research seminar "Writing Intersectionally" which took place in the winter semester 2018-19 at Humboldt Universität zu Berlin. For 4 months we have worked with some of the many ways situated and embodied knowledges can influence and find expression in our own (academic) writing. In short, we have asked our selves how we can write in intersectional ways. How can we bring our own positionality into our writing? Can we translate embodied knowledges into text? Will writing differently help us think differently? How can we make our own writing more accessible, interesting and informative? This publication is the product of these questions.

At the core of this process was not only the conviction that how we write is inseparably linked with how we think, but also the idea that writing can be understood and used as a methodology for research. This means that we have been writing since the first time we met and that all our texts are part of the conclusions we draw out of our research process. In other words, the practice of writing is both our shared methodology as wells as our result. Each participant has used writing to reflect on their own motivation to study and write as well as it has been the tool through which we have created research questions and, in the end, writing was instrumental to our self-reflection and evaluation. During the semester we have worked with questions ranging from the practice of writing, such as how to overcome the fear of a blank page and how to structure a writing process, over the political potential in poetry to what intersectional research can look like when we begin to write it down. We have shared our writing with each other as often as the academic time frame could allow, and thus shared the self-reflection we have done through writing with the others, creating a room for different ways of doing and thinking about research than what is common in university classrooms.

This publication consists of some of the texts the participants have written in the course of this process. They are a result of what can happen when we simultaneously let go of most of our rigid academic traditions and formats and take our own knowledge and thinking seriously. Each text has arisen out of different questions and interests, but they share the desire to write differently and to take intersectional thinking and situated knowledge seriously in how we write as much as we do in other areas of our research and studies.

In the end of the publication you will find an archive of things that have helped us along the way: You will find a list of tips, tricks and suggestions to help your writing as well as a bibliography of texts which all have inspired us in different ways.

We hope you enjoy reading our texts and that you might get inspired to try out writing differently yourself.

Frauenbilder im Dokumentar-film der DDR

Seminarleitung Antje F. Hoffmann, WiSe 2018/19

Das Video-Essay als Forschungsmethode?

Das Video-Essay ist eine Filmanalyse Form, die nicht nur auf Text basiert sondern gemeinsam mit den Bildern des filmischen Gegenstandes ein Ergebnis formuliert. So entstehen Kurzfilme mit konkreten Seh- oder Hörhinweisen, die sich auf inhaltliche oder auch technische Aspekte des Ausgangsfilmes konzentrieren. Das Erproben des Video-Essays ist neben den allgemeinen Kenntnissen des Videoschnitts auch verbunden mit der Herausforderung Texte dahingehend zu komprimieren, dass die Argumentation dem Bild folgt bzw. das Bild der Argumentation entspricht. Unsere Ergebnisse verstehen wir als experimentelle Annäherungen an die Frage, ob die Methode des Video-Essays innerhalb der Geistes- und Kulturwissenschaften* fruchtbar gemacht werden kann.

Da der Dokumentarfilm der Deutschen Demokratischen Republik, die von 1949-1990 existierte, weniger stark durch staatliche Mittel gefördert war wird und wurde er heute auch weniger stark als Propagandamittel behandelt. Er gilt auch als Spielfeld der Frauen: Frauenthemen (und wir sprechen hier von "Frauenthemen" und "Frauen" in einem historischen Kontext) fanden im im Dokumentarfilm der DDR leicht Raum und Frauen wurden hier u.a. als Filmschaffende vermehrt Akteurinnen, da auch in der DDR, wie woanders auch, die raren Kontingente an Spielfilmen traditionell mit Männern besetzt wurden. Die Beschaffung (digitalisierter) Filme stellte das Seminar vor eine große Herausforderung.

Video-Essay DIE ARBEITERIN, Antje Hoffmann (2019) - Antje F. Hoffmann, Studentin der Europäischen Ethnologie untersucht in ihrem 9'53'' minütigen Video-Essay zum Dokumentarfilm WINTER ADÉ von Helke Misselwitz (DDR, 1988) das dargestellte Bild der Arbeiterin anhand der Industriearbeiterin Brigitte Schiele. Die Studentin stellt in ihrem Essay vier Analyse Aspekte des Ausgangsfilmes hervor: Körper, Blicke, Gesellschaft und Sozialismus und widmet sich damit einer komplexen Alltagsrealität der DDR-Frauen, eingebettet zwischen Beruf, Alltag und mitunter gehemmter Möglichkeit zur Selbstverwirklichung.

Video-Essay MANCHMAL WERDEN WIR SIE NUR ANSEHEN, Anna Polze (2019) - auch Anna Polze, Studentin der Kulturwissenschaft, konzentriert sich in ihrem Video-Essay dem Dokumentarfilm WINTER ADÉ von Helke Misselwitz (DDR, 1988). Die Studentin nähert sich dabei der Frage nach Sichtbarkeit von Frauen der DDR und der konkreten Vermittlung des Frauenbildes im Film. Ihre essayistische Auseinandersetzung modeliert sie um die Filmsequenzen zum internationalen Frauentag der DDR am 8. März herum und kommt zu dem Fazit, dass der Film die Intention hat, den linientreuen Bildern 'andere Bildordnungen folgen zu lassen'.

Video-Essay UM MÄNNER KREISEN, Valentina Smirnova (2019) - Valentina Smirnova, widmet sich in ihrem Video-Essay dem Filmportrait zu E l k e , aus der DDR-Langzeitdokumentation DIE KINDER VON GOLZOW, von Winfried und Barbara Junge. Behutsam arbeitet Valentina Smirnova die spezifische Arbeitsweise der Filmschaffenden heraus, zum einen mit recht offensiven Fragen die Lebensgeschichte der Frau 'Elke' um ihre Männer herum zu erzählen und dabei durch die Nähe zur Protagonistin konkrete Kernmotive zu entwickeln, anhand derer sich eine Geschichte erzählen lässt. Durch eine finale Bildmontage addiert die Studentin dem inszenierten Bild weitere Faccetten, die das Ausgangsmaterial bereitstellt.

Video-Essay DAS HAUS (1984), Vanessa Zallot (2019) - Vanessa Zallot, Studentin der Europäischen Ethnologie, behandelt eine Szene des Dokumentarfilms DAS HAUS von Thomas Heise (1984). Der zu DDR-Zeiten nicht gezeigte Film hält u.a. eine standesamtliche Hochzeit fest, die die Studentin in ihrem Video-Essay detailliert unter die Lupe nimmt. Das Verhältnis von Staat, Privat und Öffentlichkeit rückt dabei in ihren Fokus. Sie geht der Frage nach, wie viel Spielraum dem Akt der Eheschließung wie der Ehe selbst in der DDR zuteil kam und welche Erwartungen wohl an die Ehe-Frau in der Deutschen Demokratischen Republik seitens des Staates und der Gesellschaft selbst gestellt wurden.

Fotos: Antje Hoffmann, Anna Polze, Valentina Smirnova, Vanessa Zallot (im Uhrzeigersinn)

Verborgenes Licht. Fotogramme künstlerisch erforscht.

Ausstellung im Museum für Fotografie, Berlin Februar 2017

Unter der Seminarleitung von Andras Veg haben Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit dem Fotogramm als künstlerischem Ausdrucksmittel in einer Studio-Ausstellung im Museum für Fotografie präsentiert.

Fotos: Bologna.lab

„Tonaufnahmen aus Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs“

„Tonaufnahmen aus Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs“ erforschte ein Seminar im WS 2014/15. In einem Audiobeitrag dokumentiert die studentische Forschungsgruppe ihre Ergebnisse zu Repräsentation, Wirkung und Bedeutung der Tonaufnahmen aus dem Lautarchiv der HU.

Link zum Radio-Essay - viel Spaß beim hören!

Ästhetik nach Adorno

Das Symposium „Ästhetik nach Adorno - Autonomie, Kritik, Versöhnung“, welches aus dem gleichnamigen Forschungstutorium entstanden ist, untersucht die Aktualität der ästhetischen Theorie Theodor W. Adornos anhand zeitgenössischer künstlerischer Phänomene. In der Analyse und Kritik jüngerer ästhetischer Entwicklungen ist insbesondere das gegenwärtige Verhältnis von Kunst zu Politik und Gesellschaft Gegenstand der Auseinandersetzung.

"What does it mean to be raced?"

"What Does It Mean to Be 'Raced' – An Autoethnographic Approach" was a research tutorial at Humboldt-University of Berlin. The research team consisted of nine students from various disciplines and cultural backgrounds. In this tutorial, the students used autoethnography as a research method to explore the unspoken facets of raced experiences. Autoethnography is "writing about the culture from the 'I' perspective." (Adams 2015) This qualitative research method has gained more and more recognition amongst sociologists in the last decade because of its emphasis on the researcher's positionality and the element of story-telling in our experiences.

The students researched three topics:

  1. Race in Dating: "Race in Dating" explore how racial factors shape people's dating lives in various contexts and how modern age dating harbours wildly stereotypical behaviours and assumptions that we rarely talk about.
  2. Meet My Expectation: "Please meet my expectations" is a project where the question "where are you really from" is investigated in a field research. How do people respond? How does this question make people feel? With interest in the natural response to this question, we went out on the streets to try and capture this response. Here we present photographs of diverse people and one-on-one interviews about experiences related to this question.
  3. Being White: “Being white” is a field research project in which we try to explore the relationship between people of colour and white people. The role of white people as a norm and their privileges in the society is questioned, and the impact of racism is being discussed.

In their research into raced experiences, they learned that story-telling shapes our understanding of events and influences our perspectives. Nothing is further from the truth than to assume that people with similar background will automatically make similar experiences. At the end of the day, it is not about which category we are put into, but about the lives, the struggles, and the hopes that happen around these categories.

„Homelessness and Homemaking“

Im Online-Forschungsseminar „Homelessness and Homemaking“ produzierten die Studierenden einen Podcast, der die Vorgehensweisen und Ergebnisse zum Thema 'Home' reflektiert.

Die Teilnehmerinnen erstellten Forschungsarbeiten zu den Themen:

  • <Home-making in Limbo: Home, Asylum and Identity Among Queer Refugees in Turkey>
  • <A Pursue for the Different Meanings of Home within the Texts of Ursula K. Le Guin, Tezer Özlü, and Patti Smith>
  • <Globalzation and Place Attachment in Urban Szenarios>

Zusätzlich drehten sie einen Kurzfilm und stellen in einer Posterausstellung ihre Ergebnisse vor.

Foto von Sertaç Kayar, 31.03.2019 [www.facebook.com/SertacKaya]

Musik und ihre Anderen

Minoritäre Klänge, Organe und Praktiken

Studierende der Gruppe der neuen Musikforschung, haben haben sich unter dem Titel „Musik und ihre Anderen – Minoritäre Klänge, Organe und Praktiken“ der Frage gewidmet, was „die Anderen“ der Musik sind. Dazu haben sie diese diskutiert und interdisziplinär erforscht. Letztlich haben sie Ergebnisse zu drei verschiedenen Forschungsfragen veröffentlicht.

Bildquelle: Margherita Friedhof

Quality certification for nonprofits, charitable giving, and donor's trust: Experimental evidence

In an experiment, we test the impact of quality certificates on donations to a charity. Compared to the control group, participants presented with a quality certificate chose higher donations by around 10% and reported higher trust in the same charity. The choice of donation values over time shows strong persistence such that the difference between the two groups remained even after all participants were informed about the certificate. Since the initially uninformed donors did not adjust their donations upwards to a sufficient extent, we conclude that quality certification is less likely to affect giving by existing donors. Finally, we find no significant negative effect of information about certificate fees.

Foto von Branimir Balogović von Pexels

the Social Behavior of Surface and Cave-Dwelling Fish

Biomimetic robots (BRs) are becoming more common in behavioral research and, if they are accepted as conspecifics, allow for new forms of experimental manipulations of social interactions. Nevertheless, it is often not clear which cues emanating from a BR are actually used as communicative signals and how species or populations with different sensory makeups react to specific types of BRs. We herein present results from experiments using two populations of livebearing fishes that differ in their sensory capabilities. In the South of Mexico, surface-dwelling mollies (Poecilia mexicana) successfully invaded caves and adapted to dark conditions. While almost without pigment, these cave mollies possess smaller but still functional eyes. Although previous studies found cave mollies to show reduced shoaling preferences with conspecifics in light compared to surface mollies, it is assumed that they possess specialized adaptations to maintain some kind of sociality also in their dark habitats. By testing surface- and cave-dwelling mollies with RoboFish, a BR made for use in laboratory experiments with guppies and sticklebacks, we asked to what extent visual and non-visual cues play a role in their social behavior. Both cave- and surface-dwelling mollies followed the BR as well as a live companion when tested in light. However, when tested in darkness, only surface-dwelling fish were attracted by a live conspecific, whereas cave-dwelling fish were not. Neither cave- nor surface-dwelling mollies were attracted to RoboFish in darkness. This is the first study to use BRs for the investigation of social behavior in mollies and to compare responses to BRs both in light and darkness. As our RoboFish is accepted as conspecific by both used populations of the Atlantic molly only under light conditions but not in darkness, we argue that our replica is providing mostly visual cues.

Representations of a Common Culture

Approaches Towards Studying Yugoslav Cultural History Through the Prism of Diplomatic Relations

The following volume is a compilation of student-produced texts written over the course of a semester-long Q-Team research-based learning class at the Humboldt University of Berlin. The aim of this course was to explore the various understandings and definitions of Yugoslav culture through the prism of its representations found primarily in the archives of the German Foreign Service, compelling the students to design and carry out original research projects in line with their personal academic interests. This exercise has resulted in a series of five co-authored papers treating a multitude of topics addressing the concept of culture in the Yugoslav context, as seen through the eyes of diplomatic staff, based in majoritarily on research conducted in the political archives of the German Foreign Service.

Foto von Element5 Digital von Pexels

Southern African Perspectives

A student run HU project to interview Academics and students from Southern Africa on archives, history and the present

The blog was conceptualized during the Humboldt University of Berlin Bologna Lab course, ‘”Little Research Value”? : Seeking to understand migrant labors’ past and how it affects the present’.

The course, being held online as a result of the 2020 Covid-19 Pandemic, had a guest lecture by Dr. Kletus Muhena Likuwa of the University of Namibia (UNAM) on his research on migrant labor from the Kavango region of Namibia. His presentation and deep dive into his creative use of oral sources increased students’ interest in hearing perspectives from Namibians and Southern Africans in general both regarding research and colonial archives. As the course necessitated a final project, we decided to reach out to colleagues in Namibia and Zimbabwe to conduct interviews on these themes and then to create a website. Namibia was chosen as the course had focused primarily on the country’s history and Zimbabwe was chosen as we were able to establish some good connections with colleagues there. We did not intentionally choose to not include other countries but as we had limited time and resources we decided to keep the number of interviews at around 10. The interviewees also included academics from Namibia and Zimbabwe who are currently based in Europe.

The ideas and findings of the various interviewees are obviously individual perspectives, but they provide interesting insight that bring useful pathways for scholars in Southern Africa, the Global North and beyond to conduct better research on Southern Africa. Most importantly this project put students, scholars and academics based in both Southern African and the Global North in more direct contact. We are very thankful for the time and perspectives shared in this project and we hope new networks formed over the last few months can continue into the future.

background piece: Actofel Llovu of Namibia. Support and follow him on Instagram here

Wie Schafe zur Schlachtbank? - Dimensionen jüdischen Widerstands im national-sozialismus

Die Studierenden forschten unter dem Thema "jüdischer Widerstand gegen den Holocaust" zu Widerstandsaktivitäten von Griechenland nach Berlin, von Einzelpersonen und Gruppen, in Fotografien und Liedern.

Ihre Forschungsergebnisse präsentieren sie als Texte und Podcast im Blog Hypotheses.

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Digitale Ausstellung „Gläserner Vorhang"

Ausstellung der Forschungsergebnisse des Lehrforschungsprojekts “Die Tyrannei der Intimität im Zeitalter der Digitalisierung. Vom öffentlich Sein und der Öffentlichkeit.”

Spiegelt sich der Einzug des Privaten ins Öffentliche in (politischen) Kommunikationsstrukturen, Selbstdarstellung und Kultur im Digitalen? Zeigen sich Tendenzen einer Tyrannei der Intimität auch als Wechselspiel zwischen analog und digital?

Basierend auf diesen Leitfragen haben wir im Rahmen des studentischen Lehrforschungsprojekts “Die Tyrannei der Intimität im Zeitalter der Digitalisierung. Vom öffentlich Sein und der Öffentlichkeit.” vier konkrete Forschungsfragen gestellt und -projekte konzipiert. Wir sind zehn interdisziplinäre Bachelor- und Masterstudierende der Humboldt-Universität zu Berlin. Uns vereint Richard Sennetts Theorie des Verfalls und Ende des öffentlichen Lebens im Zusammenhang mit einer Tyrannei der Intimität, einem Einzug des Privaten ins Öffentliche. Seinen Ansatz haben wir in die Metapher eines gläsernen Vorhangs, der als fließender Übergang zwischen analog und digital fungiert, übersetzt und möchten damit ein weiteres Wechselspiel mit den Polen von Privatheit und Öffentlichkeit sichtbar machen. Welchen Einfluss hat die digitale Sphäre auf Sennetts Metapher einer Tyrannei der Intimität?

Unsere Ergebnisse möchten wir mit Euch in der digitalen Ausstellung teilen und für einen weiterführenden Dialog öffnen. Schaut auf unserer Projektwebsite vorbei und sendet uns Eure Fragen und Anregungen (#deinfeedback).

Wir freuen uns auf Euch!

Avantgarden vom Kopf auf die Füße gestellt - Kritik an Kunst vs. Künstlerkritik

Künstlerkritik, Postmoderne und neuer Geist des Kapitalismus.

In einer zunehmend durch digitale Medien vermittelten Kultur drohen nicht nur Berufs- und Privatleben, sondern auch Leben und Kunst, Kunst und Arbeit, Arbeit und Selbstverwirklichung sowie Ware und Persönlichkeit zu einem einzigen, schnell zu konsumierenden Bild des Postmodernen zu verschmelzen. Im ersten Semester der Forschung sind wir der künstlerkritischen Funktion der historischen Avantgarden für diesen neuen Geist des Kapitalismus nachgegangen. Im zweiten Semester weiteten wir die Problematik aus auf den zeitgenössischen Prozess, in dem ökonomisch-soziale Krisen durch (Künstler-)Kritiken zu einem systemimmanenten Moment der Effizienzsteigerung gewandt werden.

Die zu Beginn der Abschlussveranstaltung vorgestellten zwei Forschungsfragen wurden je gemeinsam erforscht – im ersten Semester mit dem Ergebnis individueller wissenschaftlicher, essayistischer und literarischer Textbeiträge, die in einen Sammelband mündeten, im zweiten in themenspezifischen Gruppenverbänden, die ihre Resultate in einem gefilmten Symposium präsentierten, wozu auch Forschungsmethoden wie Fotocollage und Film eingesetzt wurden (s. Video).

Musik als Wissensmaschine

Ausgehend von Forschungsprogrammen in Kultur-, Bild- und Klangwissenschaften bemerkten wir virulent werdende Fragen nach dem Zusammenhang von Wissen und ‚Objekten‘, die wir auf das Feld der Musik und des Klanges übertragen wollten. Damit ging eine Reihe von Fragen einher: Wie werden Klänge und Musik zu „epistemischen Ressourcen”, d.h. wie bedingen die Strukturen (musikalischer) Klänge die Strukturen des Denkens, wie werden Musik und Klänge materielle Grundlagen für die Wissensproduktion?

Seine Brisanz und Relevanz erhält unser Projekt indem zum einen in der angesprochenen Leerstelle der kultur- und medienwissenschaftlichen Forschung interveniert wird, zum anderen das scheinbare Problem, die Materialität von Musik als Wissensressource zu denken und zu bestimmen, durch eine im Q-Tutorium erarbeitete Forschungspraxis des gemeinsamen Hörens aufgefangen werden soll. Wir haben dabei den Versuch angetreten, durch das Hören, Musik als eine Materialität zu etablieren, die jenseits von einer klassisch musiktheoretischen Hermeneutik idiosynkratische analytische Zugänge bietet. Wir sind dabei zu der Überzeugung gekommen, dass Musik aktiv Strukturen anbietet, die ein spezifisches Denken induzieren, inspirieren und leiten.

Mobilität und Gesundheit in Zeiten von COVID-19

Perspektiven auf Veränderungen der Mobilität in Berlin und weltweit

Im Frühling 2020 hat sich mit der COVID-19-Pandemie und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen schlagartig die städtische Mobilität, die Wahrnehmung und Nutzung alltäglicher Wege sowie die Einschätzung der eigenen urbanen Umwelt verändert. Politische und planerische Entscheidungsträger*innen haben weltweit und in Berlin auf das veränderte Mobilitätsverhalten reagiert und verschiedene Maßnahmen für gesunde Mobilität umgesetzt.

Studierende widmeten sich ebendiesen Veränderungen des Mobilitätsverhaltens, der Wahrnehmung von städtischen Alltagswegen und den planerischen Maßnahmen, die im Frühling 2020 in Berlin und weltweit umgesetzt wurden und diskutieren im Sammelband darauf aufbauend Zukunftsvisionen für eine gesunde, sozial gerechte und umweltfreundlichere städtische Mobilität von Morgen.

Künstlerische Gegenstrategien zu Geschlechterbildern

Wie kann eine einseitige Darstellung von Geschlecht im Kontext von Gewalt unterlaufen werden? Und wie können Bilder in einer veränderten Kontextualisierung neue Bedeutungen generieren?

Ausgehend von diesen Fragestellungen haben Studierende im Rahmen eines studentischen Q-Tutoriums an der Humboldt-Universität zu dem Thema GEWALT* Künstlerische Gegenstrategien zu Geschlechterbildern in Gewaltdarstellungen geforscht. Damit diese Diskussionen um subversive, künstlerische Methoden und kreative Gegenstrategien zu binär funktionierenden Gewalt- und Geschlechterdarstellungen nicht nur im (digitalen) Seminarraum verweilen, veröffentlichen sie ihre Überlegungen, kreativen Umsetzungen, Forschungsansätze und Ergebnisse in einem Blog.

Sowohl „Gewalt“, wie auch „Geschlecht“ stellen vielschichtige, komplexe und teils unübersichtliche Themenfelder dar. Deren Überschneidungen haben sich die Studierenden ausgehend von individuellen Interessen aus verschiedenen Blickwinkeln genähert. Da Instagram vor allem von zirkulierenden Bildern lebt und durch bestimmte westliche und binäre Bildmuster geprägt wird, geht es zusätzlich zu den Blogbeiträgen um die bildlichen Gegenstrategien, die helfen, den Umgang mit Bildern auf unterschiedlichen Plattformen zu hinterfragen. In Verbindung mit den Forschungsaufsätzen auf dem Blog soll eine Annäherung an die bestehende Forschung und ein neues Bewusstsein für den Umgang mit Bildern geschaffen werden.

Wohnungssuche auf dem Berliner Mietmarkt

Unter dem Titel „Wohnungssuche auf dem Berliner Mietmarkt“ und Anleitung von Lisa Jöris haben Studierende Interviews mit Berliner Mieter*innen durchgeführt und sie zu ihrer persönlichen Erfahrung bei der Suche nach Mietwohnraum in Berlin befragt. Dadurch entstanden Zeugnisse aus unterschiedlichen Bezirken und Epochen. Im Blog "City of Tenants" teilen sie ihre Ergebnisse aus diesen (anonymisierten) Interviews. Viel Spaß beim Stöbern!

WIR UND DIE ANDEREN

Rechtspopulistische Othering-Konstruktionen und Herstellung von Wahrheiten in digitalen Räumen

Im Kielwasser der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ wachsen Ressentiments gegen die (muslimische) migrantische Bevölkerung in Deutschland und Europa und fremdenfeindliche wie anti-feministische Ideen, Parteien und Jugendorganisationen gewinnen zunehmend an Aufschwung. Das Internet mit seinen zahlreichen Plattformen wie Twitter, YouTube und co spielt dabei eine entscheidende Rolle. Doch wie generieren User*innen die Inhalte, wie verbreiten sie vermeintliche Fakten und Überzeugungen, z.B. über die Pandemie auf den Plattformen? Welche Emotionen werden hier mobilisiert? Welche Rolle spielen Algorithmen bei der Stärkung fremdenfeindlicher und antidemokratischer Haltungen in der Gesellschaft? Welches Verständnis vom “Wir” und “den Anderen” liegen den verbreiteten Erzählungen zugrunde?

Mit solchen und ähnlichen Fragen haben Studierende beschäftigt. Dabei haben sie den Blick auf Praktiken gelenkt, also darauf, wie Menschen etwas tun. Online- Praktiken sind für User*innen ins Leben eingebettet und als (Alltags-)Erfahrung verkörpert. Aus einer praxistheoretischen Perspektive betrachten die Studierenden das Posten, Teilen und Sammeln virtueller Artefakte wie Memes, Videos und anderer Inhalte als alltägliche Praktiken. Sie sind ‚ins Feld‘ gegangen und haben teilnehmende Beobachtung in sozialen Medien durchgeführt. Ihre Forschungsergebnisse haben sie auf einer Website zusammengetragen.

Der Wert der Natur

Dieser Podcast ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden der Humboldt Universität zu Berlin. Im Rahmen des Q-Tutoriums "Naturethik" haben wir uns ein Semester lang mit der Naturethik beschäftigt und dabei eigene Fragestellungen zum Thema entwickelt und bearbeitet. Die Ergebnisse sowie ein genereller Überblick der Naturethik gibt es hier zum Anhören.

Making Climate Futures

"Klimamodelle spielen heute weit über die Forschung hinaus eine wichtige Rolle. Aus den schlichten Modellen der 1980er Jahre sind hochkomplexe Gebilde geworden, die eine Vielzahl von Variablen einbeziehen und sich vom ‚Nachweis‘ der globalen Erwärmung zunehmend zur Prognose mögliche Zukunftsszenarien verschoben hat. Diese Vorhersagen sind Ausgangspunkt der internationalen Klimapolitik, Klimapolitik, Grundlage von Stadt- und Regionalplanung und ein zentrales Argument von Klimabewegungen. Doch während die Ergebnisse solcher Modellierungen in Wissenschaft und Politik diskutiert und genutzt werden, sind die Modelle selbst selten Gegenstand von Untersuchungen. Wie werden Klimamodelle und -szenarien gemacht? Welche Techniken, Materialitäten, Praktiken, welche Diskurse und Grundannahmen kommen hier zusammen? Welche Regeln haben sich etabliert, wie hat sich das ‚ModellMachen‘ über die Zeit verändert? Welche zeitlichen, räumlichen, welche politischen Aspekte und Auswirkungen haben diese Modelle, und wie werden sie in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und gesellschaftlichen Zusammenhängen aufgenommen und verarbeitet? In einer interdisziplinären Gruppe hat sich das Q-Team "Making Climate Futures" mit diesen Fragen beschäftigt, gemeinsam das ‚Machen‘ von Klimamodellen empirisch untersucht und dabei unsere jeweiligen Kenntnisse und Schwerpunkte eingebracht. Darüberhinaus möchte das Seminar einladen, sich grundsätzlich mit den Bedingungen und Formen der Herstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beschäftigen, Erfahrungen im inter- und transdisziplinären Arbeiten zu sammeln und (eigene) Forschungspraxen zu reflektieren. Der Blog dient dazu, diesen Prozess zu begleiten und zu dokumentieren." (Aus dem Blog "Making Climate Futures, Juliane Schumacher)

Weltherrschaft der Freimaurerei?

Verschwörungserzählungen dekonstruieren

Um die Freimaurerei ranken sich bis heute die unterschiedlichsten Mythen und Verschwörungserzählungen, die durch Romane, Filme und populärwissenschaftliche Werke das öffentliche Bild über sie prägen. Aus welchen Vorurteilen und Fremdzuschreibungen speisen sich diese und in welchen ideologischen, kulturellen sowie gesellschaftlichen Rahmen sind sie entstanden? Im Rahmen des Q-Seminars an der Humboldt-Universität sind Studierende im Sommersemester 2021 diesen Fragestellungen nachgegangen mit dem Ziel, Verschwörungsdiskurse über die Freimaurerei in ihrer kulturellen Einbettung anhand ausgewählter Beispiele zu dekonstruieren. In einer visuellen mehrdimensionalen Prezi-Präsentation sind die Ergebnisse der Recherchen und Analysen zusammengefasst.

Forschendes Lernen & Das Q-ProgrAMM

Forschen schon im Bachelor und auf Augenhöhe? Das Q-Programm bietet in mehreren Formaten die Möglichkeiten für Studentische Forschungen an. Dabei haben wir das Ziel, Studierenden schon ab dem Bachelorstudium Freiräume zum selbstbestimmten und forschungsorientierten Lernen zu eröffnen.

»Forschendes Lernen ist eine Lehr-Lernform, bei der die Studierenden eine selbst entwickelteFragestellung verfolgen und dabei den gesamten Forschungsprozess durchlaufen.«

Diese Definition ist angelehnt an Huber (2009) sowie Rueß, Gess & Deicke (2016). Drei wesentliche Eigenschaften zeichnen Forschendes Lernen aus: Studierende durchlaufen in einer Lehrveranstaltung einen vollständigen Forschungsprozess, sie bearbeiten eigene Fragestellungen und sie präsentieren ihre wissenschaftliche Erkenntnisse einer Öffentlichkeit.

Aus: „Forschendes Lernen im Seminar. Ein Leitfaden für Lehrende“ (bologna.lab, 2. überarbeitete Auflage 2017): http://hu.berlin/forschendes_lernen

In einem Q-Tutorium wird die Forschung von den Q-Tutor_innen als Leitende und den Teilnehmenden gemeinsam gestaltet. Die Arbeitsweise in einem Kurs des Forschenden Lernens ist dadurch geprägt, dass die Teilnehmenden zunächst eigene Fragestellungen entwickeln, sich dafür die nötigen Informationen und Methoden aneignen, um dann in der Forschungsphase die Forschungsfrage zu beantworten. Dabei werden sie von den Q-Tutor_innen unterstützt und angeleitet

In den Q-Teams werden die Teilnehmenden von Nachwuchswissenschaftler_innen im Forschungsprozess begleitet. Sie sind also studentische Forschungsteams, die von Doktorand_innen oder Postdocs angeleitet werden. Im Rahmen eines aktuell laufenden Forschungsprojekts, das an der Humboldt-Universität oder an einer kooperierenden außeruniversitären Forschungseinrichtung angesiedelt ist, bearbeiten die Studierenden eine eigene Fragestellung. Im Sinne des Forschenden Lernens erhalten sie Einblicke in die Forschungspraxis ihres Fachs oder eines interdisziplinären Zusammenhangs und sammeln erste eigene Forschungserfahrungen.

Diese Website wurde von Paula Hartl im Auftrag des bologna.labs erstellt und wird von Laura Schilow betreut. Die Datenschutzerklärung finden Sie unter: https://www.hu-berlin.de/de/hu/impressum/datenschutzerklaerung und https://www.hu-berlin.de/de/hu/impressum

Alle Abbildungen stammen aus den Publikationen und wurden mit Genehmigung der Herausgeber_Innen veröffentlicht.

Credits:

Erstellt mit Bildern von Emily Morter - "Where is the love sung by The Black Eye Peas recreated in a tunnel underpass." • Sharon McCutcheon - "I bought all of these used fiction and fantasy themed books at a thrift store for our nine year old son. He loves reading, and that makes me happy."