Alles unter Kontrolle Am FasnachtsWochenende HaT die POLIZEI 1.081 Autofahrer bei nächtlichen Kontrollen Überprüft und 40 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr Gezogen. Doch wie werden diese Kontrollen abgewickelt, warum werden sie gemacht und was macht Facebook-Warnungen so gefährlich?

Alkohol im Verkehr ist tödlich. Das ist allgemein bekannt. Dennoch setzen sich täglich viele betrunkene Autofahrer ans Steuer und bringen damit sich selbst und vor allem aber andere, unschuldige Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr. Wo der Verstand nicht für die nötige Einsicht sorgt, muss es die Angst vor Strafe tun. Deshalb sind Polizisten rund um die Uhr im Einsatz, um betrunkene Autofahrer aus dem Verkehr zu ziehen.

Dies geschieht teils mit erheblichem Aufwand. So etwa dieses Wochenende in Erpeldingen an der Sauer, Bettendorf, Diekirch, Clausen, Gasperich, Hesperingen, Zolver, Bech-Kleinmacher und Remich.

Bei diesen von der Staatsanwaltschaft angeordneten Kontrollen werden Straßensperren eingerichtet und jeder Autofahrer wird angehalten und kontrolliert.

Nachdem Papiere, Kennzeichen und der allgemeine Zustand des Wagens überprüft sind, wird dem Autofahrer erklärt, wie der Alkoholtest vonstatten geht.

"Gleichmäßig ins Röhrchen pusten, solange bis ich Stop sage", so der Polizistenmantra. Dann gilt es kurz warten.

Steht dann wie hier "0,0" auf dem Messgerät, ist alles in Ordnung. Mit einem freundlichen Gruß verabschiedet sich der Polizeibeamte. Der Fahrer kann weiterfahren.

Für Autofahrer liegt der höchst zulässige Alkoholwert bei 0.5 mg pro Liter Blut. Bei einem Atemluftmessgerät, wie es die Polizei einsetzt, entspricht das einem Wert von 0,25 mg pro Liter ausgeatmete Luft. Das ist der Wert, der auf dem Testgerät angezeigt wird.

Für Berufsfahrer, ganz gleich, ob sie nun in einem Bus, Lastwagen oder Taxi am Steuer sitzen, gibt es keine Toleranz. Für sie liegt der Maximalwert bei 0,0 Promille. Sie dürfen vor und während der Fahrt überhaupt keinen Alkohol konsumieren.

Bei dieser Kontrolle am Freitagabend in der hauptstädtischen Montée de Clausen dauert es keine fünf Minuten, bis in sozialen Netzwerken vor der Polizeipräsenz gewarnt wird. Die Zahl der Kontrollen, die auf diese Weise in spezifischen Facebook-Gruppen oder auch sonstwo publik gemacht werden, ist beeindruckend. Sie vermittelt einen Eindruck davon, wie groß die Chance tatsächlich ist, als Raser oder betrunkener Autofahrer erwischt zu werden.

Dennoch ist dieses Phänomen bei der Polizei nicht gerne gesehen. Weniger wegen der Warnungen an sich, sondern eher deswegen, weil diese Denunziationen ein großes Sicherheitsrisiko bergen. Der Einsatzleiter, Chefkommissar Raphael Koener erklärt: "Auf diese Weise werden nicht nur betrunkene Autofahrer gewarnt, die andere Menschen erheblich in Gefahr bringen, sondern auch Personen, nach denen wir suchen - wegen sehr ernsthaften Angelegenheiten. Wenn die mitbekommen, dass irgendwo eine Kontrolle ist, dann machen die einfach Kehrt und fallen nie in eine Kontrolle."

An diesem Wochenende mussten insgesamt 1.081 Autofahrer ins Röhrchen pusten. 40 Fahrer hatten zu viel getrunken und mussten aus dem Verkehr gezogen werden. Diese Zahl von Verstößen verdeutlicht bereits für sich die Notwendigkeit der groß angelegten Alkoholkontrollen. "Bei Großveranstaltungen, wie jenen am Fasnachtswochenende betreibt die Polizei ohnehin Sensibilisierungskampagnen, bei denen vermittelt wird, dass Autofahrer sich nicht ans Steuer setzen sollen, wenn sie getrunken haben", führt Einsatzleiter Raphael Koener aus. "Sie sollen dann mit jemandem fahren, der keinen Alkohol konsumiert hat, oder den öffentlichen Transport benutzen."

"Wenn an solchen Tagen, mehr Menschen bei Veranstaltungen sind, wo viel Alkohol konsumiert wird, machen wir dann eben auch rund um diese Orte gezielte Kontrollen", fährt Koenen fort. "Wenn die Menschen sehen, dass irgendwo die Polizei steht, dann führt das vielleicht dazu, dass sie an diesem Abend nicht betrunken in ihren Wagen steigen."

Die meisten Autofahrer nehmen die Kontrollen eher gelassen: Sie haben nichts zu befürchten und sehen zumeist auch die Notwendigkeit der Polizeieinsätze ein. "Einige sind nervös, das hängt dann aber oft mit dem bevorstehenden Ergebnis der Kontrolle zusammen. Wenn sie den Führerschein gleich abgenommen bekommen, reagieren viele Autofahrer dann doch anders, als bei einem Bußgeldbescheid."

Verläuft ein erster Schnelltest positiv, muss der Autofahrer unverzüglich seinen Wagen verlassen. Ein Polizist nimmt das Auto dann von der Fahrbahn. In einem Polizeitransporter folgt dann ein zweiter Atemlufttest mit einem Präzisionsgerät. Das Ergebnis dieses Tests ist gerichtsverwertbar. Es gilt also als Beweis.

"Bei einem positiven Alkoholtest, hören wir immer wieder, 'ech hunn dach nëmmen ee Patt gedronk'", erzählt Polizeipressesprecher Serge Arendt. "Das Testergebnis entlarvt dies jedoch dann zumeist sehr eindeutig als falsch. Wenn es tatsächlich nur ein Glas war, dann muss man sich getrost fragen, wie groß dieses Glas denn war", lacht Arendt. "Aber im Ernst, die Betroffenen wissen zumeist ganz genau, dass sie im Fehler sind. Sie versuchen nur zu diskutieren und zu verhandeln."

So etwa eine ältere Dame bei der Kontrolle in der Montée de Clausen. Bereits vor dem Atemlufttest zeigt sich, dass sie ihren Wagen nicht unter Kontrolle hat. Während Polizisten nebenher laufen, lässt sie die Bremse los und steuert den Wagen gegen den Bürgersteig. Als sie aus dem Wagen steigt, muss sie sich an einem Laternenpfahl festhalten. Auch aus zwei Metern Entfernung ist ihre Alkoholfahne wahrnehmbar. Der erste Atemlufttest zeigt 0,54 Promille an. Das entspricht einem Blutalkoholwert von fast 1,1 Promille.

Der Zustand der Frau lässt tief Blicken. Denn 1,1 Promille ist nur wenig mehr als die 0,8 Promille, die noch wenigen Jahren im Gesetz als zulässiger Höchstwert festgehalten waren. Bei Alkoholkontrollen werden Polizisten regelmäßig mit Werten jenseits der 2-Promille-Grenze konfrontiert.

Dass exzessiver Alkoholkonsum nicht nur der eigenen Gesundheit schadet, sondern auch unbeteiligte Menschen das Leben kosten kann, ist demnach längst noch nicht in allen Köpfen angekommen. Der Polizei wird die Arbeit, sowohl präventiv wie repressiv, in nächster Zeit wohl sicher nicht ausgehen.

Fotoreportage: Steve Remesch

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