Eine Geschichte über Liebe, Geld und Tod Gustav Ruut gründete die Antonia Ruut Stiftung und benannte sie nach seiner verstorbenen Frau

Peter Mischo, ARS: "Sie war seine große Liebe. Und er war sichtlich stolz, dass er so eine tolle Frau bekommen hatte. Das sieht man auf jedem Foto."

Eines der vielen Urlaubsfotos des Paares.

Gegründet wurde die Antonia Ruut Stiftung nicht von der Namensgeberin, sondern von ihrem Ehemann Gustav Ruut. Gustav Ruut wurde 1923 in Estland geboren und kam während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland, wo er seine Frau Antonia kennenlernte. Gemeinsam mit ihr baute er sich eine Existenz als Textilhändler auf. Zunächst fuhren sie mit ihren Waren von Markt zu Markt. Der Erfolg nahm stetig zu, mit ihm die Einnahmen, aber auch die Arbeitszeit. Der selbstständige Unternehmer konnte schließlich eine eigene Firma als Textilgroßhändler aufbauen.

Während er aufbaute, baute seine Frau heimlich immer weiter ab. Antonia Ruut war schon lange an Krebs erkrankt, bevor ihr Mann ihre Medikamente im gemeinsamen Haus fand. Es waren ohnehin zu viele geworden, als dass sie sie hätte weiter verstecken können. Viel Zeit blieb den beiden nicht bis zu ihrem Tod 1983.

Gustav Ruut stürzte sich wieder in die Arbeit, sein Unternehmen wuchs weiter, all sein Geld musste verwaltet werden. Das war viele Jahre die Aufgabe von Peter Mischo und Peter Hoffenbach aus Trier. Fast täglich telefonierten sie über eine Zeitspanne von zehn Jahren mit Ruut, da wuchs nicht nur die geschäftliche Bindung. Weihnachtskarten kamen zu den Geschäftstelefonaten hinzu, Besuche zum Essen bei Geschäftstreffen. Als Gustav Ruut die Idee hatte, eine Stiftung mit seinem Geld als Stiftungsmasse zu gründen, wollte er die beiden Banker dabeihaben. 2005 gründete er die Stiftung, 2006 starb er und hinterließ einen achtstelligen Betrag.

Peter Mischo und Peter Hoffenbach haben bereits früher als Bankkaufleute mit dem Unternehmen Gustav Ruut zusammengearbeitet. Antonia Ruut haben sie nie kennengelernt. Zu dem Zeitpunkt war sie bereits seit Jahren tot. Trotzdem standen in jedem Raum des großen Hauses von Ruut zahlreiche Fotos von ihr. Vielleicht Ruut sogar noch mit seiner verstorbenen Frau, mutmaßen die beiden. Im Nachlass bekamen sie nicht nur das Stiftungsgeld, sondern auch alle Fotos, die sich in dem Haus befanden. Der Karton steht nun in den Stiftungsbüros.

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Credits:

Antonia Ruut Stiftung

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