California Riding Los Angeles - San Francisco - Lake Tahoe - Las Vegas

Day 1 - L.A. bis Arroyo Grande

14.03.2017

Von L.A. aus geht es los, bei Eagle Rider die Motorräder abholen. Wir hatten zwei verschiedene Reservierungen, eine über den ADAC (Harley Fatboy, war günstiger als direkt zu buchen und man bekommt direkt eine Basis-Versicherung mit dazu), eine bei Eagle Rider (dort war die Triumph Tiger verfügbar). Einen anderen Anbieter sucht man bei One-Way-Mieten vergeblich. Punkt 9 Uhr da dank Uber, nur eine kurze Stunde überlegt und am Ende doch für die 500 Dollar zusätzlichen Versicherungen entschieden - ganz wichtig dabei auch die 19 Dollar, um die Maschine nicht vollgetankt zurückgeben zu müssen - auf geht's.

Nach ein paar Startschwierigkeiten („auf keinen Fall auf die I-405“ - 10 Sekunden später waren wir auf ebendieser Interstate…) haben wir doch noch einen Abstecher zur Route 1 hinbekommen. Das war nur möglich, nach einem kurzem Stopp bei dem Julia sich dann auch mal zu Wort melden konnte um sich zu beschweren, dass man die letzen zwei Stunden in die falsche Richtung gefahren ist - man war das wohl eine anstrengende Zeit für sie. Doch nach einer kurzen Rückfahrt haben wir den bisher schönsten Streckenabschnitt gefunden - einmal durch die Berge mit wunderschönen Kurven (wie bei einer Frau). Route 23 können wir - aus welchen Gründen sei jetzt mal dahingestellt - auf jeden Fall empfehlen!

Den obligatorischen Biker Stop, den es an der Route 1 gab (gaaanz viele Motorräder vor einem „Lokal“ geparkt), haben wir dann nicht mehr mitnehmen können, weil wir ca. 1h Zeitverlust hatten und noch im Hellen ankommen wollten. Das hat auch geklappt, allerdings sind wir recht durchgefroren gewesen. Auf dem letzten Viertel der Strecke (die Küstenabschnitte waren toll) hatten wir dichten Nebel mit teils 100 Meter Sicht. Klamm bei 10 Grad mit teils kräftigem Wind - es gehörte dann im Gegensatz zur Route 23 nicht zu unseren Lieblingsabschnitten auf der Tour (auch weil wir zur Landschaft nichts weiter berichten können).

Day 2 - Arroyo Grande bis San Francisco

15.03.2017

Nach den ersten 264 Meilen und einem kurzen Tankstopp ging es weiter. Nach einer schnellen Umfahrung eines Staus auf der 101 sind wir nun endlich wieder auf dem lang ersehnten Highway 1 an der Küste entlang. Trotz einer Warnung unserer Karten-App sind wir immer weiter dem Highway gefolgt, bis wir schließlich am Hearst Castle angekommen sind.

Leider lag die Burg zu weit auf dem Hügel um dort noch einen Abstecher machen zu können - wir hätten laufen müssen. Aber wir konnten dennoch dort in Erfahrung bringen, dass der Highway 1 durch starken Regelfall unterschwemmt wurde und ein Teil der Straße dem Meer zum Opfer gefallen ist. Uns blieb also nichts anderes übrig als einen langen Umweg über die 101 zu machen - und damit die grandiose Aussicht auf das Meer zu verpassen. Aber der Teilabschnitt zwischen dem Highway 1 und 101 hat uns für vielen entschädigt.

Ausblick vom Vista Point an der Route 46

Von der 46 hatten wir eine grandiose Aussicht auf einer wunderschöne, grüne Hügellandschaft die aus einem Film (z.B. Herr der Ringe) hätte stammen können. Nach endlosen Meilen auf dem Highway 101 mussten wir uns auf Grund der Zeit die Frage stellen, wie wir am Besten San Francisco erreichen können, da wir bereits Karten für Alcatraz am nächsten Tag hatten fiel ein weiterer Zwischenstopp aus. So entschieden wir uns, den „17-Mile-Drive“ in Carmel nicht mehr anzufahren und stattdessen wieder auf unseren alten Bekannten, den Highway 1, zurückzukehren. So sahen wir noch wunderschöne Steilküsten, Hügellandschaften und Klippen, bis wir nach einer weiteren, sehr kalten Teilstrecke endlich San Francisco erreichten.

Kurz bevor es ins wahre Großstadtgetümmel ging, wurden die Straßen merklich breiter und vielspurig. Wie für Amerika, das „Weite Land“ üblich, gibt es in Großstädten standardmäßig ja mindestens 8-spurige Autobahnen, 4 Lanes für jede Seite. Die Navigation durch diesen Dschungel wollten wir uns nicht ohne Wegweiser antun, daher hielten wir bei der erstmöglichen Gelegenheit (und selbst das war schon kompliziert genug: „No stopping at any time“ - „Tow away zone“ - bergan und bergab kann man nicht so richtig gut stoppen…). Nach Konsultation der On- und Offline-Navi-App und Montage des iPhones im Tankrucksack bei Julia fuhr sie vor und ist sich in bester Manier und an die lokalen Gegebenheiten angepassten Fahrstil durch den Großstadtdschungel gefahren. Leider nur allerdings kam Daniel nicht so richtig nach, so dass sich nach nur wenigen Minuten bereits mehrere Autos und ein Bus zwischen den beiden befanden. Wie vom Navi befohlen, folge Julia den Anweisungen und bog ab, da Daniel saß auf der Harley leider zu tief, um das richtig sehen zu können (lag auf gar keinen Fall am Bus dazwischen), haben wir Beide es geschafft uns nur innerhalb von 3 Minuten zu verlieren. Nachfolgende Kontaktversuche blieben erfolglos (Anruf von Daniel: Julia nicht schnell genug beim Handschuh-Ausziehen - Anruf von Julia ging nicht, weil Ami-SIM-Karte - Hauptsache Instagram geht…), sodass wir beide unsere Navi-Apps anschalteten und uns den jeweiligen Weg zum Hotel suchten… Das ging anfangs mit unterschiedlichem Erfolg und am Ende doch sehr gut. Erste Feststellung: San Francisco’s Autofahrer sind nett und fahren für Motorradfahrer auch gern mal zur Seite, um die „mittlere“ Spur bei Stau frei zu machen. Zweite Feststellung: Sixth Street, die Abfahrt, die Julia genommen hat, war voller Drogen, Obdachloser und es fuhr die Angst mit, einfach vom Motorrad runtergeholt zu werden. Dritte Feststellung: Wer Anfahren am Berg nicht beherrscht, hat hier schnell ein Problem. Vierte Feststellung: 100 Gummipunkte für Julia. Deutlich besch***nere Strecke mit ca. 50% Steigung, aber ebenso schnell am Ziel wie Daniel. Den Anruf konnte ich dann doch endlich entgegennehmen und wie sich herausstellte, waren wir nur etwa 3 Blocks voneinander entfernt. Julia allerdings - fahrtechnisch wie immer eine 1 - brauchte Hilfe beim „Ausparken“, weil Zurücksetzen bergan so schlecht geht… Man muss hier 'ne Menge vorher bedenken. Multitasking ist echt nicht meins… Oh ja!

typisches Straßenbild in San Francisco

Nach einem freundlichem Gespräch mit dem Marriott-Personal (Daniel stand ungebeten auf der Hotelvorfahrt) konnten wir dann auch ein „günstiges“ Parkhaus ausfindig machen. Clever, wie wir sind, fuhren wir beide mit einem Parkticket in das Parkhaus Sutter Stockton, 444 Stockton St, um Kosten zu sparen (zwei Motorräder passen schließlich auf einen Stellplatz, der $ 36 x 3 Tage = $ 108 kosten sollte) . Am Ausgang stellten wir fest, es gibt auch spezielle Motorrad-Parkplätze (SFO ist eine sehr motorradfreundliche Stadt, $ 8 pro Motorrad pro Tag). So nahmen wir uns vor, hier morgen noch mal nachzufragen, da der Schalter bereits nicht mehr besetzt war.

flavor of the day: dirt

Day 3 - San Francisco

16.03.2017

Am nächsten Tag konnten wir auch schnell das Parkhauspersonal ausfindig machen, allerdings hatten wir schon zwei Tickets auf unseren Bikes, die uns darauf hinwiesen, uns doch bitte beim zuständigen Personal zu melden. Nach einem klärenden Gespräch und dem Hinweis auf die speziellen Motorrad-Stellplätze sowie den nicht zu ignorierenden Hinweis, dass Motorräder im Voraus zahlen müssen - schließlich können wir an den Schranken vorbeifahren - parkten wir um. Da uns der erste Tag nicht berechnet wurde, zahlten wir so $ 24 pro Motorrad und waren weniger als die Hälfte der befürchteten Kosten los.

Wir starteten den Tag allerdings mit dem schon erwähnten Besuch auf Alcatraz...

Ansichten von Alcatraz - "The Rock"

Die zweite Tour des Tages um 09:30 Uhr hatten wir drei Wochen im Voraus reserviert - das war auch gut so, denn spontan ist nichts zu machen. Von Pier 33 aus konnten wir nach der Rückkehr aufs Festland in wenigen Minuten zu Pier 39 und Fishermen's Wharf laufen. Dort konnten wir bei einer kleinen Weinprobe und noch mehr Saltwater Taffee-Pröbchen die Mittagssonne genießen - der anfängliche Nebel, in dem sich auch die Golden Gate Bridge versteckt hatte, hat sich nach und nach verzogen.

Saltwater Taffee in zig Geschmacksrichtungen - eine Spezialität

Ein paar Hundert Meter entfernt liegt der Teil der Lombard Street, der wegen seiner Serpentinen Berühmtheit erlangt hat. Einen steilen Weg bergauf später standen wir dann auch am oberen Ende der Einbahnstraße.

flavor of the day: earwax

Day 4 - San Francisco

17.03.2017 - St Patrick's Day

Japanese Tea Garden im Golden Gate Park

Sightseeing pur: Nach einem ausgedehnten Frühstücks-Picknick im Golden Gate Park, auf der grünen Wiese bei strahlendem Sonnenschein und ca. 23 Grad, ging es zu Fuß weiter zum Japanese Tea Garden und dann eine kurze Busfahrt in Richtung Golden Gate Bridge, wo wir uns fotografisch mal richtig verausgaben konnten. Heute außerdem ohne Nebel!

Golden Gate Bridge

Der Palace of the Fine Arts erwartete uns eine Dreiviertelstunde Fußweg von der Golden Gate Bridge entfernt. Das erste Mal Pazifik-Wasser spüren (an den Händen und wer nicht schnell genug war in den Schuhen ebenfalls ;) inklusive.

Palace of the Fine Arts - Painted Ladies - Chinatown

Den Abschluss des Tages bildeten der Abstecher zu den Painted Ladies und nach Chinatown, bevor wir zum St Patrick's Day wieder in unseren angestammten Pub einkehrten.

Pub. Zitat des Tages „Ich hab einen Bilderrahmen umgeworfen“ (à la „Ich hab eine Wassermelone getragen“)

Nachdem wir jetzt jeden Abend im Pub verbracht haben, entschieden wir uns diesen Blog zu schreiben… Pub + Alkohol ist immer eine gute Idee! (especially wenn es grünes Bier wie heute am St Patrick's Day ist!)

Day 5 - San Francisco bis Lake Tahoe

18.03.2017

Der Teil war am Ende nass und kalt. Wir erholen uns erst innerlich davon und tragen dann nach...

Day 6 - Lake Tahoe bis Lone Pine

19.03.2017

Eine schier endlose Fahrt den Highway 395 gen Süden, jedoch entgegen aller Erwartungen (unsere Messlatte war nicht sehr hoch angesetzt, da die Amis extrem gut mit geradliniger Streckenführung umgehen können...) überraschte uns die Strecke nicht nur mit dem Temperaturunterschied: gestartet bei 3 Grad in Lake Tahoe, schneebedeckte Berge und befahrbares Skigebiet inklusive, über 7.000 Fuß hohe Berge entlang des östlichen Rands des Yosemite-Nationalparks, verschneite Pinienwälder und entlang an Flüssen, eingefasst von schroffen Erhebungen, bis hin zu 26 Grad und starkem, aber angenehm wärmenden Wind in der Ebene in Lone Pine, unserer nächsten Rast.

Vista Point am Mono Lake

Auch der Straßenverlauf war abwechslungsreich und für Motorradfahrer lohnend. Wir sprechen zwar nicht von Serpentinen, aber wenn man mal vom letzten Stück absieht und sich auf den bergigen Teil fokussiert, hat das schon echt viel Laune gemacht, nicht zuletzt wegen der grandiosen Aussicht. Großes Verkehrsaufkommen ist wie immer nicht gewesen - bei einem 2.000-Seelen-Dorf alle 50 km kann man sich das aber auch denken. Für den Fall, dass Schleicher vorweg fahren (gerade bei Trucks mit geringerem Speed Limit wohl ab und an der Fall), gibt es entweder Haltebuchten, die benutzt werden müssen, wenn sich fünf oder mehr Fahrzeuge hinter einem stauen, oder aber gleich eine zweite Spur zum Überholen. Für freie Fahrt war also gesorgt.

Day 7 - Lone Pine bis Las Vegas

20.03.2017

Created By
Julia Behrens
Appreciate

Credits:

Julia Behrens

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