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#VisitBanksy in der Staatsgalerie Stuttgart

Was bleibt vom Kunstmarkt-Hype?

Mit seinen Aktionen steht der wohl 1974 geborene Street Art-Künstler Banksy derzeit so stark in der Öffentlichkeit wie kaum ein anderer Künstler. Dennoch gelingt es ihm, seine Identität im Verborgenen zu halten und viele Fragen unbeantwortet zu lassen. Die Selbstzerstörung seines »Ballonmädchens« während einer Auktion im Oktober 2018 markiert den derzeitigen Höhepunkt seiner Aktivitäten und gibt Anlass zu Diskussionen. Von einer anonymen europäischen Sammlerin ersteigert, zeigen wir das Werk langfristig öffentlich, um es im musealen Kontext zu diskutieren. Es muss sich als Dauerleihgabe behaupten gegenüber Schlüsselwerken der Kunstgeschichte von Rembrandt bis Duchamp und von Holbein bis Picasso.

Few contemporary artists have generated bigger news headlines recently than the British street artist Banksy. Despite the intense media attention, he has successfully kept his name and identity hidden and continues to leave many questions unanswered. His latest stunt, the self-destruction of hisBalloon Girlat an auction in October 2018, has been described as ‘quite possibly the biggest prank in art history’ and has given rise to widespread discussion. Acquired by a European collector who wishes to remain anonymous, the work is on long-term loan to the Staatsgalerie Stuttgart, where its display encourages public debate. Presented in the museum context, it has to stand up to key works from the history of art – from Rembrandt to Duchamp and from Holbein to Picasso.

Wer ist Banksy?

Die Identität des Künstlers, der unter dem Pseudonym Banksy international agiert, ist bis heute ungeklärt. Mit seinen Graffitis im öffentlichen Raum, seinen Aktionen und Äußerungen in den sozialen Netzwerken erreicht Banksy jedoch eine große Aufmerksamkeit. Den Gipfel des medialen Hypes markiert die Versteigerung seines Werks »Girl with Balloon« und die anschließende Aktion seiner partiellen Zerstörung.

Vermutlich wurde Banksy 1974 in Bristol geboren, bis heute werden ihm Graffitis an einer Vielzahl von Orten zugeschrieben – ausgehend von Bristol und London, u.a. in Frankreich, Deutschland, Italien, Israel, Japan, Mexiko, Mali und in den USA. Während Banksy vielfach betont, dass ihm insbesondere die öffentliche, uneingeschränkte Sichtbarmachung seiner Werke wichtig ist, wurden einige seiner Werke mittlerweile zerstört oder aus ihrem ursprünglichen Kontext entfernt. Banksy wendet sich in seinen Arbeiten und Äußerungen einer Vielzahl von Fragestellungen zu und bearbeitet nicht nur politische und gesellschaftskritische Themen, sondern stellt mit seinen Aktionen auch den Kunstmarkt und seine Mechanismen zur Diskussion. Auch mit der Institution Museum hat sich Banksy in der Vergangenheit mehrfach auseinandergesetzt, indem er seine Arbeiten unautorisiert in öffentliche Sammlungen, wie in die Londoner Tate Modern und den Louvre, integrierte. In der Staatsgalerie wird Banksys Werk »Love is in the Bin« nun erstmals im Dialog mit Meisterwerken der Kunstgeschichte zu sehen sein und sich in den Gegenüberstellungen und Diskussionen behaupten müssen.

The identity of the artist operating internationally under the pseudonym Banksy is unknown to this day. Nevertheless, with his graffiti in the public space, his actions and his statements in the social media, Banksy attracts great attention. The media hype reached its peak at the auction of his work Girl with Balloon and the subsequent artistic action consisting in its partial destruction.

Thought to have been born in Bristol in 1974, Banksy is credited with graffiti in a variety of places – from Bristol and London, to locations in France, Germany, Italy, Israel, Japan, Mexico, Mali and the U.S. Although he often emphasizes his particular interest in the unrestricted public visibility of his works, a number of the latter have meanwhile been destroyed or removed from their original contexts. As an artist he addresses a multitude of themes. He not only examines political and socio-critical issues, but with his actions also sparks discussion about the art market and its mechanisms. What is more, he has repeatedly shone a critical light on the museum institution by means of unauthorized placements of his works in public collections such as the Tate Modern or the Louvre. In the Staatsgalerie, Banksy's work Love is in the Bin will now be on view for the first time in dialogue with masterpieces of past epochs, where it will have to stand its ground in juxtapositions and discussions.

Von »Ballonmädchen« bis »Love is in the Bin«

Am 5. Oktober 2018 wurde mit »Girl with Balloon« eines der bekanntesten Graffiti-Motive aus dem Werk von Banksy bei einer Sotheby’s Auktion versteigert. Jedoch wurde die Papierarbeit kurz nach dem Zuschlag an eine europäische Sammlerin vor den Augen des Publikums mit einem im Rahmen versteckten Schredder zu einem großen Teil zerstört. Im Nachgang der Auktion gab Banksy über seinen YouTube-Kanal seine ursprüngliche Intention bekannt, das Werk komplett zerstören zu wollen und versah es mit dem neuen Titel »Love is in the Bin«.

Das Motiv des »Ballonmädchens« – ein kleines Mädchen, das seine Hand einem herzförmigen, roten Luftballon entgegenstreckt – tritt im Werk von Banksy mehrfach auf und findet sich seit 2002 als Graffiti an verschiedenen Orten in London. Es wurde auf zahlreichen Kunstdrucken, Postkarten und Plakaten sowie auf dem Backcover des 2003 erschienenen Albums »Think Tank« von Blur reproduziert und erlangte eine weitreichende Popularisierung. Das »Ballonmädchen« wurde 2014 auch zu einem politischen Symbol, indem Banksy das abgewandelte Motiv mit dem hashtag #WithSyria ergänzte, um auf die Situation der Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs aufmerksam zu machen.

In unserem Museum wird »Love is in the Bin« nun in den nächsten Monaten an verschiedenen Orten der Sammlung zu sehen sein und in unterschiedlichen Kontexten zur Diskussion gestellt.

At an auction at Sothebys on 5 October, 2018, Girl with Balloon – one of the bestknown graffiti motifs in Banksy’s oeuvre was put up for sale. Shortly after a European collector won the bid, however, the work on paper was largely destroyed by a hidden shredder before the eyes of the audience. After the auction, Banksy used his YouTube channel to announce his original intention to destroy the work completely and renamed it Love is in the Bin.

The motif of Girl with Balloon – a little girl stretching her hand out towards a red, heart-shaped balloon is a recurring one in Banksy's oeuvre and since 2002 has been turned up at various locations in London. It has gained widespread popularity, thanks in good part to its reproduction on numerous art prints, postcards and posters as well as on the back cover of the album Think Tank by Blur, released in 2003. Girl with Balloon also became a political symbol in 2014 when Banksy modified the motif and supplemented it with the hashtag #WithSyria to draw attention to the plight of the civil war refugees from Syria.

In our museum, »Love Is in the Bin« will now be placed on view and put up for discussion in various contexts within the collection.
Banksy vs. Rembrandt

Eine erste Station machte »Love Is in the Bin« im März und April 2019 neben einem Alten Meister: Rembrandt. Wie kein anderer Künstler vor ihm setzt sich Rembrandt malerisch mit seinem Ich auseinander. Seine Selbstbildnisse sind bereits zu seinen Lebzeiten beliebte Sammlerstücke und tragen dazu bei, Rembrandts Bekanntheit zusätzlich zu steigern. Die Identität des Street-Art Künstlers Banksy ist hingegen bis heute ein Geheimnis und bildet den Kern der Marke Banksy. Bezüglich der weltweit beachteten Schredder-Aktion seines berühmten Ballonmädchens, das nach der Aktion den Titel »Love is in the Bin« erhielt, ist deshalb eine zentrale Frage: War der Künstler persönlich im Raum und löste er das Signal zur Zerstörung des Kunstwerkes selbst aus?

Mit Rembrandt und Banksy stehen sich zwei gegensätzliche Künstlerpersönlichkeiten gegenüber, beide Vermarktungsstrategien führen zum Erfolg. Banksy widersetzt sich mit seinen Aktionen dem Jahrhunderte gültigen Mythos der charismatischen und sichtbaren Künstlerpersönlichkeit. Sind heute beide Methoden zeitgemäß?

The first stop of »Love Is in the Bin« in our collection was in March and April 2019 next to one of our Old Masters: Rembrandt. He who like no other artist before him, used his art to scrutinise his own self. Rembrandt’s self-portraits were not only highly sought after by collectors, they also helped raise his profile and spread his fame. Banksy’s name and identity, on the other hand, remain unknown, and the carefully guarded secret forms the backbone of the Banksy brand. His much-publicised prank of shredding his iconic Balloon Girl just seconds after the auctioneer’s gavel dropped raises the question as to whether the artist was present at the auction and whether he personally triggered the work’s destruction.

The two artists are very different. Their marketing strategies could not be more unalike, but both were/are hugely successful. In pursuing his stunts and interventions, Banksy refuses to adopt the time-honoured role of the artist as a charismatic and visible public figure. Are both strategies viable today?

Banksy vs. Duchamp

Von Mai bis Juni traf Banksy in der Staatsgalerie auf Marcel Duchamp, einen Revolutionär der Kunstgeschichte. Indem der französisch-amerikanische Künstler einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk erklärte, erfand er das Readymade. Duchamp erwarb das erste Exemplar seines heute legendären »Flaschentrockners«, eines industriell gefertigten Gebrauchsobjektes, 1914 in einem Pariser Kaufhaus. Allein durch die Auswahl des Objektes und durch seine Signatur überführte Duchamp den Alltagsgegenstand in den Kunstkontext und stellte damit die gängige Definition von Kunst radikal infrage. Seine Ideen machten ihn zum Vordenker einer ganzen Generation von Konzeptkünstlerinnen und Konzeptkünstlern. Bis heute sind Duchamps Ideen von erstaunlicher Aktualität. Der ikonische »Flaschentrockner« wird in der Staatsgalerie (Edition von 1964), in Gegenüberstellung mit Banksys »Love is in the Bin« präsentiert – denn steht nicht auch Banksy in der Folge von Duchamp? Was macht ein Kunstwerk zu einem Kunstwerk?

Between May and June we showed Banksy next to an pioneer of art: Marcel Duchamp. By declaring an everyday object a work of art, the French-American artist Marcel Duchamp revolutionised the history of art. Duchamp purchased the first iteration of his now-legendary Bottlerack as an industrially produced commodity in a Parisian department store in 1914. The simple act of choosing an object and signing it, transformed the otherwise banal everyday item into a work of art and posed a fundamental challenge to hitherto accepted definitions of art. Duchamp’s pioneering ideas paved the way for a whole generation of conceptual artists, and even today, they have lost none of their relevance. Duchamp’s iconic Bottlerack, which the Staatsgalerie Stuttgart owns in the version of 1964, was juxtaposed with Banksy’s Love is in the Bin – for is not Banksy, too, heir to Marcel Duchamp? What makes a work of art a work of art?

Banksy vs. Monet

Skandal? Skandal! Skandal. Aktuell päsentieren wir Banksy neben Monet. 1906 erwirbt der Stuttgarter Galerieverein Claudes Monets »Felder im Frühling« als erstes impressionistisches Gemälde für die Sammlung der Staatsgalerie. Die Erwerbung ist ein Skandal! Die Felder im Frühling werden nach dem Ankauf abwertend als »Farbenstudie« bezeichnet – laut der zeitgenössischen Kritik könne man dem Gemälde »keinerlei Geschmack« abgewinnen. Trotz des stattlichen Preises von 15.000 Mark wird es deshalb zunächst nicht in der Galerie ausgestellt, sondern ins Depot verbannt. Heute – mehr als 100 Jahre später – gehört es zu den Hauptwerken des Museums. Längst erreicht impressionistische Kunst Höchstpreise auf dem Kunstmarkt und hat sich im Kanon der Kunstgeschichte etabliert.

Banksys Schredderaktion und der daraus resultierende Hype gilt ebenfalls vielen als Skandal. Die Frage ist: Gehört Love is in the Bin eines Tages auch zum Kanon? Misst sich die Bedeutung des Werkes vielleicht sogar am Skandal selbst, der Aktion während der Auktion?

Scandal? Scandal! Scandal. Currently we present Banksy next to Monet. In 1906, the Stuttgart Galerieverein acquired Claude Monet’s Fields in Spring for the collection of the Staatsgalerie. The acquisition caused a scandal. The painting was derided as a mere colour study; critics found ‘absolutely nothing to like’ in the work. Despite the not inconsiderable price of 15,000 marks, Fields in Spring initially ended up in storage rather than on display in the gallery. Today, more than a hundred years later, it is one of the museum’s prize possessions. Impressionist art achieves record prices on the art market and has become a fixture of the canon of art history.

Banksy’s shredder prank and the resulting hype is also seen as scandalous by many people. The question is, will Love is in the Bin one day be part of the canon? Is the significance of the work directly related to or even a function of the scandal, the stunning auction room stunt?

Banksy vs. Fontana

Kann Zerstörung Kunst sein? Nichts als ein Schnitt zieht sich senkrecht über die nahezu gesamte Leinwand des Werks aus der Serie der »Concetti Spaziali«, der berühmten Raum-Konzepte, von Lucio Fontana. Und doch ist es eine starke Geste, die der 1968 verstorbene italienische Künstler nutzt, um die Malerei in ihren Grundmanifesten zu erschüttern. War es in der Malerei über Jahrhunderte hinweg ein Ziel gewesen, perspektivisch korrekte Räume illusionistisch mit den Techniken der Malerei zu schaffen, erreicht Fontana die Dreidimensionalität allein durch den Akt des Zerschneidens. Seit den 1950er Jahren versucht er sein Werk von aller »malerischen Rhetorik« zu befreien, und was könnte in diesem Zusammenhang ein deutlicheres Symbol sein, als die Leinwand – den traditionellen Bildträger der Malerei – zumindest teilweise zu zerstören? Banksy, dessen Werk »Love is in the Bin« Fontana derzeit gegenübergestellt ist, behauptet in den sozialen Medien, dass er die Leinwand seines Ballonmädchens komplett vernichten wollte – glauben Sie ihm? Ist nicht gerade das Relikt der Aktion als sein künstlerisches Werk zu sehen?

Can Destruction be Art? Nothing but a long vertical gash runs through the middle of Lucio Fontana’s canvas. This simple yet powerful gesture, which defines the artist’s famous series of Concetti Spaziali (‘Spatial Concepts), questions the very foundations of painting. For centuries, artists had sought to create the illusion of perspectivally correct space with the means of painting. Fontana achieved three-dimensionality through the act of slashing. In the 1950s, he began to explore ways of freeing his work from all ‘pictorial rhetoric’, and what could be a more potent symbol of this desire than the destruction of the canvas, the traditional support of painting? Banksy, whose work Love is in the Bin is currently shown alongside the Fontana, claims on social media that he wanted to destroy the canvas of Girl with Balloon completely. Do you believe him? Did his dramatic auction room stunt destroy a work of art or did it not, in fact, create a new one?

Banksy vs. contemporary art

In seiner letzten Sammlungspräsentation in der Staatsgalerie ist Banksy vom 19.11.2019 bis zum 29.1.2020 neben zwei Künstlern zu sehen, die ihre kritische Auseinandersetzung mit dem Kunstbetrieb verbindet.

Der eine fertigte eine in Serie produzierte Streichholzschachtel, deren Aufkleber im Geiste von Fluxus zur Zerstörung aller Museen, Bibliotheken und Kunst – zuletzt auch der Streichholzschachtel selbst – aufruft.

Der andere Künstler verbindet Zeichen und Textfragmente in seinem Schilder-Ensemble zu unlesbaren ‛Bilderrätseln’. Die industrielle Fertigung dieser Schilder widerspricht der Erwartung an die Einzigartigkeit von Kunst. 1968 gründet er das »Museum für Moderne Kunst«, zu dessen Direktor er sich selbst ernennt. Er demonstriert damit einerseits seine Unabhängigkeit vom Kunstbetrieb, bestätigt andererseits jedoch die Bedeutung von Museen für den Erfolg eines Künstlers.

Banksy steht in der Tradition einer solchen institutionskritischen Arbeitsweise. Er fordert eine vom Markt und einem elitären Kreis von Kunstkennern unabhängige Kunst. Gleichzeitig nutzt er die Mechanismen, um seine Kunst global bekannt zu machen. So macht gerade die Zerstörung des Bildes das Werk zum Museumsstück.

Steht die Institutionalisierung kritischer Kunst wie von Banksy ihrem Inhalt entgegen? Oder kann der widerständige Impuls dieser Kunst durch die institutionelle Anerkennung gesteigert werden?

Diskutieren Sie mit #visitbanksy

In his final presentation alongside works in the collection of the Staatsgalerie until January 29, Banksy is juxtaposed with two artists who are linked by their critical engagement with the art world.

One artist created a series of matchboxes with a Fluxus-inspired label calling for the destruction of all museums, libraries and art – as well as, lastly, of the matchbox itself.

The other artist joins signs and fragments of text in his artworks into illegible picture puzzles. The industrial fabrication of these artworks runs counter to the expectation that art be handmade and unique. In 1968 this artist founded the Museum of Modern Art and appointed himself as its first director - he demonstrated his independence from the art world, but, at the same time, he reaffirmed the importance of the museum to the success of an artist.

Banksy places himself in the tradition of artists practicing institutional critique. He calls for an art that is independent of both the market and an elitist circle of connoisseurs. At the same time, he uses art world mechanisms to bring his work to global attention. The highly publicised destruction of his work made it a museum piece.

Does the institutionalisation of critical art by Banksy and the others undermine its content and dull its bite? Or can the ornery intractability of this kind of work actually be heightened by institutional recognition?

Join in the debate: #visitbanksy

Programm

Podiumsdiskussion: Mi 29.1.20 | 18.30 Uhr | frei

Speakers´ Corner: Mi 4.12.20 + 15.1.20 | 15.30 | frei

Führung und Diskussion: So 8.12.19 | 14.00 Uhr + Di 14.1.20 | 12.30 Uhr | 3 €

Mehr unter staatsgalerie.de

Credits:

Banksy, Love is in the Bin, 2018, private collection; photo: Staatsgalerie Stuttgart © Banksy; Marcel Duchamp, Porte-bouteilles (Flaschentrockner), (1914) 1964, Staatsgalerie Stuttgart, © Association Marcel Duchamp/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Lucio Fontana, Concetto Spaziale (Raum-Konzept), 1966, © Lucio Fontana by SIAE/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019