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Heimatdorf Hasel im Porträt

Text, Bilder und Layout: Nico Talenta

Groß werden in der Heimat - was bedeutet das eigentlich?

Vermutlich für jeden etwas anderes. Ich für meinen Teil bin froh, in einem ruhigen und gemütlichen Dörfchen am Südrand des Schwarzwaldes, aufgewachsen zu sein. Amtssprooch isch Alemannisch. Als Alemannisch bezeichnet mer dr Dialäkt, wu im Südweschte vum dütsche Sprochruum gschwätzt wird. Der Ort von dem ich rede nennt sich Hasel. Ein plätscherndes Bächlein, gleich dem Namen der Ortschaft, durchzieht das Dorf und auch sonst lässt sich der Idylle wohl kaum etwas ankreiden.

Viele Freundschaften haben sich von der Grundschule bis in die Oberstufe auf dem Gymnasium gehalten. Und auch heute sind wir froh, wenn wir uns, nach dem ein oder anderen Semester, endlich wieder in einem unserer Elternhäuser treffen. Es ist dann, als hätte es die Zeit zwischen Auszug und Wiedersehen nie gegeben. Nachdem alle auf den neusten Stand gebracht wurden, was aktuell in dem Leben der anderen vor sich geht, werden sofort wieder die alten Geschichten ausgepackt und über vergangene Tage gelacht. Das ist meiner Meinung nach das wohligste Gefühl, das jedes Mal dann aufkommt, wenn in der alten Heimat über das Großwerden aus vergangenen Tagen gesprochen wird.

Mein Eleternhaus auf der Wegscheide in Hasel.

Nachdem ich nach meinem Abitur ein Jahr lang auf Reisen war, mein freiwilliges soziales Jahr absolviert hatte und mit meinem Studium in Konstanz begonnen habe, ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich doch heimatverbundener bin, als ich es mir in meiner Jugend hätte träumen können. Auch wenn dem ein oder anderen Studierenden Konstanz schon fast zu klein ist - ich für meinen Teil würde es kaum in einer größeren Stadt aushalten.

Wer's genau wissen will: Daten und Fakten

Zum Landkreis Lörrach gehörend und in rund zwei Stunden von Konstanz aus zu erreichen, gehört auch Hasel zu den südlichsten Gebieten der Republik. Mit plus/minus 1.000 Einwohnern wohl eher Dorf als Stadt. Doch so langweilig das für manchen Stadtmenschen klingen mag, hat es mein Heimatdorf faustdick hinter den Ohren. Denn nicht nur Bauernhöfe und die schöne Natur umgeben das Dörfchen. In Hasel gibt es eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas: Die Erdmannshöhle.

Beeindruckende Tropfsteine erwarten die Besucher in der Erdmannshöhle.

Umgeben von vielen Mythen und Märchen lockt die Tropfsteinhöhle jährlich viele Touristen an, die durch Führungen Einblicke in die Unterwelt von Hasel erhaschen können. Auch ich konnte mir durch einen Nebenjob als Höhlenführer schon früh mein Schüler-Taschengeld aufbessern. Denn die Höhlenführerausbildung im Jugendalter hat eine reiche Tradition. Schon meine Brüder haben vor mir Wissensbegeisterte durch die schmalen Gänge der Höhle geführt und ihr Wissen an mich weitergegeben.

Einmal im Jahr findet nach der regulären Fasnacht in Hasel die Buure-Fasnacht statt. Ein Event, an dem das ganze Dorf kopf steht. In Südbaden wissen die Leute einfach, wie Fasnacht richtig gefeiert wird. Doch auch Oldtimertreffen und Buuremärkt sind in Hasel längst schon jährliche Events mit hohem Ansehen in der gesamten Region. Vom Dröschschopf, in dem die meisten Feste gefeiert werden, bis zum Stülzerbühl lässt sich die Ortschaft in weniger als 20 Minuten durchlaufen. Hasel ist keine Metropole und dennoch gibt es genug für Jung und Alt zu sehen.

Wenn einem selbst das Dorfleben zu hektisch wird ist einem durch die umliegende Natur schnell geholfen.

Für mich steht fest: Spätestens wenn es Kinder gibt geht's zurück auf's Land!

Created By
Campuls Hochschulzeitung
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