Vom Jazz der Südstaaten zum Salsa von Fidel's Erben Logbuch

Wie alles begann

Als Barack Obama am 22. März 2016 in Havanna zu dem kubanischen Volk "Ich glaube an das kubanische Volk. Die Zukunft Kubas muss in den Händen des kubanischen Volkes liegen.“ sagte, wollte ich unbedingt nach Havanna. Bis dahin war Kuba für mich ein karibisches Land, das irgendwie sozialistisch war. Es hatte einen mystischen "Staatspräsidenten", der von seinen Leuten geliebt oder gehasst wurde. Der seine Militäruniform mit den Jahren und wegen seiner Krankheit gegen "Adidas" Trainingsanzüge ausgetauscht hatte. Ich wusste, dass Kuba nur 90 Meilen von Key West entfernt war, aber dass Amerika und Kuba keine dicken Freunde waren und es durch das Embargo nicht so einfach war nach Kuba zu kommen. Das Land war weit weg aber auch sehr anziehend durch seine Lage, Geschichte und Fidel.

Ich wollte das ursprüngliche Kuba entdecken bevor es von Mc Donalds, Starbucks, Marriotts und Konsorten geentert wird. Mein Ziel war nicht ein Strandurlaub irgendwo an Kubas Küste zu machen, das kann man überall in der Welt. Ich wollte die Hauptstadt Havanna mit ihrer morbiden Schönheit sehen, bevor es von ausländischen Investoren geändert wurde.

Nur wie hinkommen nach Havanna mit den vielen Embargos gegen dieses kleine karibische Land. November habe ich in Lufthansa internen Medien gelesen, dass Austrian Airlines einmal in der Woche direkt Flug von Wien nach Havanna anbietet. Nach Recherchen haben wir gesehen, dass Condor direkt von Frankfurt fliegt und auch amerikanische Airlines fingen seit dem 31. August 2016 Flüge nach Kuba anzubieten. Natürlich nahmen die amerikanischen Airlines keine Standby Passagiere an, da es noch das Embargo gibt. Für unsere Art zu fliegen war es etwas aufwendig, wir haben aber alles analysiert und wussten wie wir nach Havanna kommen würden.

Mit Klärung des Flugs kamen aber auch andere Bedingungen für die Einreise, denn es sollte nicht einfach sein in Fidel's Land einzureisen. Erlangen von Touristenkarte (Visum) vor der Einreise und eine Auslandkrankenversicherung in spanischer Sprache auch die Währung mit CUP - Kubanische Peso für Einheimische, womit man vom Staat subvertierte Waren erwerben kann - und die Währung CUC - Peso Konvertible die Touristenwährung, womit man auch teure importierte Waren erwerben kann.

Wir haben uns dann entschieden in unserem Weihnachtsurlaub nach Havanna zu fliegen. Während unserer Planung hat Fidel uns leider verlassen. Als ich diese traurige Neuigkeit an einem Samstag morgen gelesen habe, war ich schon traurig. Das Wochenende habe ich soviel über Fidel gelesen - danke an Google und das Internet - dass ich das Gefühl hatte mit ihm sprechen zu wollen und ihm zu fragen, wie er die ganze Revolution jetzt nach 50 Jahren sehen würde. War er zufrieden, was er bis dahin geschaffen hatte ? Wie wäre es, wenn die Amerikaner ihm in Anfangsjahren wohlwollender gewesen wären ? War er je Kommunist oder Sozialist gewesen ? Hat er seine "Seele" an die Kommunisten verkauft ...? Schade, ich werde es nie mehr erfahren.

Logbuch Tag I, 16. Dezember 2016, Freitag

LH 444 FRA - ATL, DL1468 ATL - MSY

Mit Flug LH 444 sind wir um 10:35 von Frankfurt nach Atlanta geflogen. Geflogen sind wir mit etwas Verspätung nach 11 Uhr. Die Flugzeit nach Atlanta betrug 10 Stunden. Unser Flug war sehr unruhig, mehrmals hat uns der Pilot informiert, dass wir uns bitte anschnallen sollen. Angekommen in Atlanta so um 15:30 Ortszeit, haben wir unser Gepäck von Band genommen und zum Transferschalter gebracht und dann zu unserem Delta Anschlussflug DL1468 in Terminal A mit dem Zug gefahren. Der Delta Flug war mit 18 in der Warteliste richtig überbucht. In der Regel werde ich bei sowas immer unruhig, aber diesmal war ich seelenruhig und habe meiner Mutter Nachricht gesendet, dass wir in Atlanta sind und nach New Orleans fliegen wollen, und danach meine Mails überprüft und sogar in Facebook nach Neuigkeiten gestöbert. Wir haben Glück gehabt und sind doch mitgekommen. Natürlich hatten wir keine Sitze nebeneinander gehabt. Ich hatte Fensterplatz und konnte sehen wie die Sonne nach 17 Uhr in Atlanta allmählich rötlich wurde und der Tag zu Ende ging.

Abflug nach New Orleans

Der Flug war sehr voll gewesen und die Sitze bei Delta waren sehr eng. Ich saß Reihe 31A, hinter mir gab es noch zwei Reihen. Wenn ich so hinten sitze habe ich sehr oft bisschen Platzangst. Irgendwie zerquetscht so ganz hinten. Wir sind dann 17:30 in New Orleans angekommen. Das Zeitunterschied von Atlanta nach Hause sind 6 Stunden und von New Orleans sind es 7 Stunden. Sind dann zu unserem Hotel Interconti mit einem Taxi gefahren. Der Taxifahrer - ein "indischer" Kanadier - wusste sofort dass wir aus Deutschland sind. Er hat die ganze Fahrt ununterbrochen gesprochen und von Deutschland geschwärmt - wie toll der Fussball wäre und wie schnell man auf den Autobahnen fahren kann - und ich habe mich unwohl gefühlt wie unruhig er die sechsspurige Autobahn, die in der Rush Hour sehr voll war, gefahren ist. Um uns zu beruhigen meinte er, er kennt diese Strecke In und Auswendig, da er diese mehrmals am Tag fährt. Zum Glück kamen wir heil in unser Hotel an.

Unser Hotel: InterContinental New Orleans

Ich war überrascht von New Orleans. In meiner Vorstellung war New Orleans eine kleine Südstaaten Stadt, aber es ist eine richtige Grossstadt mit vielen grossen Hotels. So kann man sich halt irren. Nach dem Einchecken haben wir bei Concierge gefragt, ob es ein Ort gibt, wo man Essen und dabei Live Musik hören könnte. Er meinte solche Orte hätten in der Regel ein Dresscode, so dass wir dann entschieden haben in Bourbon Street zu dem Restaurant "Red Fisch Grill" zu gehen. Von unserem Hotel war es zu Fuss nur ein paar Minuten. Das Wetter war sehr mild, so um die 20 Grad Celsius. In der Luft war aber eine gewisse Feuchte. Die Strassen waren überfüllt und überall lag Musik in der Luft. Das Restaurant war ein sehr gutes Fischlokal mit vielen Fischsorten. Natürlich musste man die Sorten ins Deutsche übersetzen, damit man weiss was man essen wird. Wie fast in allen Restaurants in USA war auch dieses innen sehr kalt. Ich musste die Fleece Jacke von meinem Süßen anziehen, damit ich ohne zu frieren Essen konnte. Wir waren dann so gegen 21 Uhr wieder im Hotel.

Red Snapper mit viel Gemüse - genau mein Mundgeschmack 😋

Logbuch Tag II, 17. Dezember 2016. Samstag

Aufgestanden bin ich morgens um Viertel nach drei. Da mein Süßer noch schlief habe ich mein MacBook genommen und fing an dieses Logbuch zu schreiben und nebenbei zu stöbern, was wir heute in New Orleans machen können. Gegen 6 Uhr sind wir dann rausgegangen. So früh waren die Strassen garnicht so leer. Es gab Jogger auf den Strassen oder auch Musiker die nach Hause gingen. Als erstes haben wir ein Kaffee bei Starbucks geholt.

Starbucks von Jazz inspiriert

Dann sind wir Richtung Mississippi gelaufen damit wir den Sonnenaufgang um 6:50 sehen können. Ich finde es sehr schön morgens in den Strassen zu laufen und zu sehen wie die Stadt allmählich erwacht.

Über den Mississippi lagen Nebelschwaden. Wir sind entlang des Flusses und dann durch die Stadt geschlendert. Die Luft war sehr feucht und das Wetter war angenehm warm.

Mississippi mit Nebelschwaden
St. Louis Cathedral

Morgens in New Orleans

Historische Streetcar

Für nur 3$ kann man New Orleans mit der historischen Straßenbahn und dem Bus den ganzen Tag erkunden, absolut empfehlenswert. Das "Canal Street"-Streetcar fährt die Canal Street vom Mississippi bis zu den Friedhöfen. Der Friedhof ist sehr gewaltig und bedrückend, aber man muss sie einfach gesehen haben.

Ab Mittags hat mein Süßer mich zu einem Raddampfer Fahrt eingeladen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das Geburtstagsgeschenk, dass mein Süßer mir 2001 gemacht hat. Nach über 15 Jahren wurde es eingelöst.

Raddampfer
Mein Süßer
New Orleans

Unterwegs in French Quarter

Die Parallelstrasse zu Bourbon Street fand ich sehr angenehmer. Es war viel ruhiger, mit vielen Galerien und vielen Strassenmusikern.

Abends wollten wir zu einer Live Jazz Veranstaltung in die Preservation Hall gehen. Leider gab es an diesem Samstag keine öffentliche Veranstaltung. So gingen wir den Bourbon Street entlang und gingen in ein Bar mit Jazz Musik.

Logbuch Tag III, 18. Dezember 2016, Sonntag

Heute war unser Plan von New Orleans nach Miami und von dort aus mit der Copa über Panama nach Havanna zu fliegen. Aus diesem Plan wurde leider nichts. Unser American Airlines Flug nach Miami Sonntags um 6 Uhr früh, der Abends noch viele freie Plätze hatte, war auf einmal überbucht und wir kamen nicht mit, unser Koffer aber schon. Wir saßen sogar im Flugzeug und wurden abgeladen, da durch falsche Zählung ein Passagier zu viel war, klassisches PAD Schicksal. American nimmt Lufthansa Standby Passagiere nicht als Jump mit, so dass wir aussteigen mussten. Mein Süßer hatte hierbei auch sein Handy in der Vordertasche des Sitzes vergessen. Obwohl wir eine Vermissten Meldung gemacht haben, hat American Airlines nie eine Antwort geschrieben.

Der Grund für das Chaos war, dass an der Ostküste der USA am Samstag viele Flüge wegen schlechtem Wetter ausgefallen sind. Am Sonntag war die Schlechtwetterfront auch in New Orleans zu spüren, das Wetter ist von warmen 25 Grad Celcius auf kalte 5 Grad Celsius abgestürzt. Den ganzen Sonntag haben wir versucht entweder mit American Airlines nach Miami zu fliegen oder mit der Delta nach Atlanta. Im Flughafen New Orleans war nichts normal an diesem Tag. 7 Flüge haben wir versucht und kamen nirgends mit. Ohne Koffer standen wir dann da und haben die Nacht im Flughafen Hotel Crown Plaza übernachtet. Damit wir am Montag sicher mitkommen, haben wir ein Flugticket nach Miami gekauft und wollten dann am Montag von Miami nach Hause fliegen.

Logbuch Tag IV, 19 Dezember, Montag

Am Montag sind wir dann mit der 6 Uhr Maschine AA347 nach Miami geflogen. Ohne viel zu reden, haben wir uns geeinigt mit American Airlines nach Havanna zu fliegen, wenn wir erstens unseren Koffer wieder finden und wir ohne Probleme von den USA nach Kuba einreisen dürfen. Den Weg über Panama und das Risiko eventuell irgendwo in Mittelamerika stecken zu bleiben wollten wir nach der Erfahrung am Sonntag in New Orleans nicht nochmal eingehen.

Zum Glück konnten wir unseren Koffer, der zwischen vielen anderen Koffern gestrandet war, wiederfinden.

Dann sind wir zum American Airlines Schalter gegangen und haben uns ein Ticket nach Havanna gekauft. Wir haben das Ticket nicht online gekauft, was sicherlich etwas günstiger gewesen wäre, da man aus Amerika einen der 12 Gründe angeben muss, wenn man nach Kuba fliegt.

Da das Fliegen von Amerika nach Kuba noch nicht ganz normal ist, gibt es in Miami einen separaten Bereich. Als Reisegrund haben wir "Education" (Foto-Projekt) angegeben. Am Ende haben wir unsere Dokumente überprüfen lassen und haben einen "Cuba Ready" Stempel bekommen. Ich war so froh, dass wir es geschafft haben. Somit sollte uns nichts mehr im Wege stehen um in Fidel's Land zu kommen.

Nach kurzem Flug AA2699 waren wir am Flughafen Havanna. Die Passkontrolle ging unproblematisch, aber danach war alles überfüllt und ziemlich chaotisch. Ich habe fast gedacht, dass wir unseren Koffer nicht mehr bekommen, so durcheinander war es. Zum Glück kam unser Koffer an und wir haben uns dann durch die Zollkontrolle nach draussen bewegt. Wir mussten nur noch Geld wechseln. Es gab zwei Geldwechsel Stellen am Flughafen und beide hatten so riesige Schlangen. Wir standen dann an und warteten. Immer wider kamen Kubaner und fragten ob man ein Taxi benötigte. Wir haben dann einen Mann gefragt, ob wir es auch in Euro zahlen können. Er meinte ja und sagte dass man das Geld auch in Hotel tauschen könnte. Wir haben ihm dann 30 Euro für die halbe Stunde Fahrt von Flughafen zu Hotel gegeben und haben im Hotel Geld gewechselt. Der Wechselkurs ist 1 Euro zu ein CUC. Im nachhinein haben wir festgestellt, dass der Kubaner grundehrlich war, da eine Fahrt von Flughafen zu Havanna immer 30 CUC oder 30 Euro kostet. In anderen Ländern wäre bestimmt eine Touristenpauschale dazugekommen 😉

Unser Hotel in sozialistischem Look

Abends sind wir mit dem Hotelbus zu Fortaleza "La Cabaña" gefahren. Jeden Abend findet auf der Festung San Carlos de la Cabaña eine Kanonenschuss-Zeremonie statt. In historischen Uniformen gekleidete Soldaten veranstalten eine traditionelle Zeremonie, die auf der Festungsmauer mit dem Abschuss einer Kanone endet.

Logbuch Tag V, 20. Dezember, Dienstag

Gegen 6 Uhr früh sind wir mit dem Taxi in die Altstadt von Havanna "La Habana Vieja" gefahren und dort durch die Strassen geschlendert. Obwohl es noch dunkel war, haben wir uns nie unsicher gefühlt.

Hasta Siempre Fidel
Plaza de la Catedral
Mein Süßer und Antonio Gades
Erstes abgelichtetes Cuban Car
Bicitaxis
In der Wartung😊
Morgens in La Habana Vieja
Plaza de San Francisco
In Hintergrund Christ of Havana
Che & der Lada
Kubanerin beim Putzen
Ich liebe diese alten Autos ❤️

Gegen 9 Uhr kamen wir wieder ins Hotel und nach dem Frühstück fuhren wir wieder in die Stadt. Den ersten Halt machten wir bei der berühmten Hemingway Bar "La Bodeguita del Medio". Wir sind von der Menschenmenge erschlagen worden. Mittags um 12:30 war der Bar richtig überfüllt. Zugegebener weise war das vordere Barabschnitt ziemlich klein. In Bar gibt es nur Mojito für 5 CUC.

Ein Mojito nach dem anderen
La Bodeguita del Medio
Mojito Mittags um 12:30 😋
Cocotaxi

Am Ende der berühmten Strasse "Calle Obispo" ist die nächste Hemingway Bar "El Floridita". Die Bar gilt als die Wiege des Daiquiri.

El Floridita
Daiquiri für 6 CUC
Freiluft-Buchhandlung in der Placa de Armas
Castillo de los Tres Reyes del Morro
PONTIAC ❤️
Mein Süßer

Die drei Kubaner gaben uns eine privat Vorstellung. Haben Chan Chan von Bueno Vista Social Club gespielt. Einer hat uns gezeigt, dass er schonmal in Deutschland war, mit einem Beweisfoto. Den warmen Wind spüren mit den kubanischen Klängen, einfach wunderbar.

Privater "Buena Vista Social Club"
Sunset at Malecón
Noch ein "Revolutionär" 😘
Abends in La Habana Vieja

Abends ist die Stadt ziemlich dunkel. Ich habe noch nie so eine belebte Stadt gesehen, die Abends so dunkel wird. Das liegt daran, dass der Strom knapp ist in Kuba. Auch Benzin soll knapp sein, das erklärt warum die Strassen ziemlich leer sind. Das Strassenbild ist geprägt von vielen amerikanischen Autos, Ladas und vereinzelt aktuellen Autos.

Logbuch Tag VI, 21. Dezember, Mittwoch

Auch am Mittwoch morgen sind wir mit dem Taxi in die Stadt gefahren. Diesmal war unser Ziel die belebte Strasse "Calle Obispo" in La Habana Vieja. Die Läden waren alle zu, aber die Strassen waren nicht ganz leer. In Havanna ist immer was los auf den Strassen.

La Habana Vieja Calle Obispo Libreria Victoria book
Morgens in La Habana Vieja

Sind nach 9 Uhr ins Hotel gekommen. Nach dem Frühstück haben wir uns ausgecheckt, haben unsere Koffer im Hotel gelassen und sind wieder in die Stadt gefahren.

Wir sind am Parque Central den "Hop on Hop off" Bus Tour Route T2 für 10 CUC eingestiegen. Die Busfahrt startete um 13 Uhr.

Plaza de la Revolución - ¡Yo soy Fidel!
¡Hasta la victoria siempre, Fidel!

Während der Fahrt winkt mir ein junger kubanischer Mann und möchte, dass ich ein Foto von ihm mache. Ich hätte ihm so gerne dieses Foto gesendet.

¿qué bola?

Während der Fahrt hat es mehrmals geregnet. Wir mussten dann alle nach unten rennen, damit wir nicht nass werden, danach standen wir alle oben auf dem Bus - obwohl die Stromleitungen sehr tief hingen - da die Sitze alle naß waren. Auch unten im Bus war die Decke nicht dicht und die Bustür war die ganze Zeit offen. Teilweise waren die Sitze im Bus auch nicht fest und die Rückenlehnen waren abgebrochen. Das war Sightseeing nach karibischer Art. Ich denke etwas karibische Leichtigkeit würde uns allen gut tun. Unsere Bustour endete nach zwei einhalb Stunden und es hat richtig Spass gemacht.

Nach der Bustour sind wir zu der dritten Hemingway Bar "Sloppy Joes's Bar Havanna" gegangen. Die Bar war im Gegensatz zu den zwei Bars gestern ziemlich leer. Vielleicht lag es daran, dass die Bar 2013 frisch renoviert und neu aufgemacht hat und somit die Seele und das kubanische Lebensgefühl fehlte. Auch gab es hier kein Livemusik, wie bei den zwei anderen gestern. Man hatte das Gefühl in einem Sport-Bar in den USA mit vielen Bildschirmen an den Wänden zu sitzen. Eine sehr schöne Bar, aber die kubanische Seele fehlte nach meiner Meinung.

Mein Süßer wieder in einer Bar😋
Trotzdem hat der Mojito (4 CUC) sehr gut geschmeckt

In Havanna gibt es nur an grossen Hotels und an bestimmten Orten in der Stadt Internet. An den Hotspots sammeln sich die ganzen Leute um online gehen zu können. Die Stunde Internet kostet zwischen 2 - 5 CUC. Man muss das Guthaben vorher kaufen. Wenn man es in der Stadt kauft, so ist wie vieles in Havanna anstehen angesagt.

Leere Strassen nach dem Regen

Direkt am Hafen war die letzter Hemingway Bar "Dos Hermanos". Diese war auch ziemlich leer. Vielleicht ist hier der gleiche Grund wie bei Sloppy Joe's. Die Mojito's waren hier auch sehr lecker.

Dos Hermanos
Mojito für 4 CUC

Zum Glück gab es keine weiteren Hemingway Bars auf unserer Liste. Der Gute Hemingway hat schon ziemlich viel getrunken 😜 Auch in November waren wir auf seinen Spuren in Key West. Fazit bei allen 4 Bars waren die Drinks excellent und der Preis für deutsche Verhältnisse fair. Obwohl die Bars "El Floridita" und "La Bodeguita del Medio" eine kubanische Seele hatten, fand ich die zum Chillen nicht gut, da für meine Verhältnisse die Bars einfach zu voll waren. Mein Favorit ist "Dos Hermanos". Mein Süßer sieht das mal wieder anders und fand die "La Bodeguita del Medio" am Besten, weil sie die urigste und von vielen Jahren "Barleben" gezeichnet war.

Hafenterminal Sierra Maestra

Inzwischen kommen auch Kreuzfahrtschiffe nach Havanna. Wir haben im Hafen das Schiff MSC gesehen, mit vielen Italienern, die mit uns im Sightseeing Bus waren.

Malecón in der blauen Stunde
Mein Süßer & das Mädchen

Unser Dinner hatten wir im Restaurant "La Imprenta". Super lecker 😋

Catch of the day: Red Snapper

Gegen 21 Uhr sind wir zu unserem Hotel gekommen, haben unsere Koffer abgeholt und sind mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Leider sind wir erst zum Terminal 3 gefahren und mussten dann feststellen, dass unser Condor Flug aus Terminal 2 abfliegt. Ein Taxifahrer hat uns dann für 10 CUC zum Terminal 2 gefahren. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, bei der Ausreise nochmal eine Ausreisesteuer von 25 CUC zu bezahlen, haben dann aber gelernt, dass diese Steuer seit 2015 in den Flugticketpreis enthalten ist. Somit standen wir im Wartebereich mit über 50 CUC in der Tasche. Das haben wir genutzt um günstig Havana Club und Kubanische Zigarren zu holen. Den Rest haben wir der Duty Free Dame gegeben, die als Dankeschön mir eine Che CUP Münze geschenkt hat.

Anmerkung von meinem Süßen: Die Ausreise hat Erinnerungen an die 80er und die Zonengrenze zurückgebracht. Enge Kabinen, Spiegel über den Kopf, genaue Gesichtskontrolle und Ausreise erst nachdem durch einen Piepser eine separate Tür geöffnet wurde.

Anmerkungen von Sasa: Die Grenzbeamten hatten nichts mit unfreundlichen DDR-Beamten gemein. Der Beamte war immer freundlich, mit einem Lächeln im Gesicht und hat sogar eine gute Reise gewünscht.

Wir sind dann 23:30 mit Condor DE2185 direkt nach Frankfurt geflogen.

Logbuch Tag VII, 22. Dezember, Donnerstag

So ca. 15 Uhr deutscher Zeit sind wir in Frankfurt gelandet.

Ein paar Worte zu Ein- und Ausreise da darüber soviel geschrieben wird, dass teilweise nicht mehr aktuell ist. Die Einreise nach Kuba fanden wir unproblematisch. Man benötigt ein Visum, dieses bekommt man zum Beispiel für 25€ beim Condor Schalter am Flughafen und einen gültigen Reisepass. Keiner überprüft ob Du ein Auslandsversicherung hast. Du solltest aber eine haben, das ist einfach für Deine Sicherheit. Allianz bietet für 10€ Jahresbeitrag Schutz für 8 Wochen in Jahr. Es gibt überall Geldwechsel Stellen. Im Hotel kannst Du unproblematisch mit VISA Kredit-Karte bezahlen (ca. 3 Prozent Aufschlag). Master Card und American Express soll nicht gehen. Es gibt keine Ausreisesteuer und keiner überprüft ob Du CUC ausführst. Auch die Einreise aus den USA ist völlig unproblematisch, die interessieren sich auch nur dafür ob Du ein Visum hast und die 12 Gründe sind eine reine Formalität, die halt abgehackt werden muss, ohne das sich jemand dafür näher interessiert. Die GrenzbeamtInnen sind sehr nett und teilweise sehr sexy mit Minirock und schwarzen Netzstrümpfen 😊. Zum Glück bekommt man bei der Ein- und Ausreise ein Stempel in den Reisepass und das ist auch gut so.

Mein persönlicher Fazit: Ich bin sehr glücklich, dass wir Havanna jetzt und nicht später erleben durften. Das Land und die Leute fand ich sehr schön und habe mich jederzeit sehr sicher gefühlt, weil die Leute nicht so gerissen sind, wie in vielen Touristenländern. Die Altstadt ist so imposant, so schön aber leider auch sehr marode. Die Leute sind sehr bescheiden, sehr freundlich und sehr lebenslustig aber teilweise so arm, dass die mir manchmal sehr leid getan haben. Ich denke in den nächsten Jahren wird das Land und die Leute sich sehr ändern und wird vielleicht wie jedes andere Touristenland werden.

Die Stadt und der ihr innewohnende Geist Fidel's haben mich sehr berührt. Es gibt wenige Städte auf der Welt, wo ich so eine emotionale Bindung gespürt habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine grosse Sympathie für den Fidel hege und in seinem Land auf seinen Spuren war. Überall waren noch Relikte von Fidel zu sehen, die bestimmt mit der Zeit weniger werden, da er keinen Personenkult gemocht und sein Bruder versprochen hat diese so zu akzeptieren. Ich vermute, dass ich das Land so in Erinnerung behalten will und höchstwahrscheinlich nie mehr nach Kuba reisen möchte. Tage später noch, bei Bearbeiten meiner vielen Bilder, konnte ich das Erlebte noch mal spüren und bin sehr dankbar, dass ich das Land so erleben durfte.

¡Hasta siempre, Fidel!
¡Hasta siempre, Fidel!
Created By
Seval Aydogan
Appreciate

Credits:

Seval Aydogan

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